In /1/ wird ein mikromagnetisches Meßverfahren zur Vorspannungsmessung an Spannstahl vorgeschlagen. Dabei sind umfangreiche Kalibrierschritte notwendig. In unserem Beitrag werden die verschiedenen form- und materialabhängigen Einflußgrößen auf die magnetische Kopplung untersucht. Bei deren Kenntnis reduziert sich der Kalibrieraufwand. Dazu werden Wirbelstrom- und magnetoresistive Sensoren paarweise in verschiedenen Winkeln zur Belastungsrichtung des Spannstahls angeordnet. Ein Verfahren zur Unterdrückung der Wirkung bestimmter Einflußgrößen auf deren Ausgangssignale wird vorgestellt. Zur Trennung des Permeabilitätseinflusses und der geometrischen Einflußgrößen werden spezielle Kompensationsverfahren unter Nutzung von Referenz- bzw. Hilfsmessungen angewendet. Durch Optimierung der Sensorstrukturen (Miniatur-, Multisensor) und Sensorparameter (Frequenzbereich, Eigenimpedanz) wird der Einfluß aus Materialhysterese und Eigenspannung reduziert. Gleichzeitig wird die Empfindlichkeit durch Sensoroptimierung erhöht, damit das gesamte Meßsystem kostengünstig gestaltet werden kann. Beispiele im Vergleich zur anderen Meßverfahren (Mehrfrequenzverfahren, Röntgenverfahren) werden diskutiert. Literatur: /1/ G. Dobmann: Messung der Vorspannung mit mikromagnetischen Methoden, Symposium Zerstörungsfreie Prüfung im Bauwesen 27.2. - 1.3.1991 in Berlin, Berichtsband 21 der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung, S. 83 - 90.
/2/ H.-J. Wichmann: Vorspannungsmessung an Baukonstruktionen, Braunschweiger Bauseminar 1997, Innovatives Bauen, Heft 136, Braunschweig, 1997, S. 131 - 145.
/3/ N. Lhermet, F. Claeyssen, P. Bouchilloux: Electromagnetic Stress Sensor and its Applications: Monitoring Bridge Cables and Prestressed Concrete Structures, CEDRAT Recherche , San Diego , März 1998.