Industrielle Röntgenfilme - Radiographisches Qualitätsbewußtsein durch Filmklassifizierung im Spiegel der Zeit
H. Heidt, U. Ewert, J. Stade, BAMBerlin
ABSTRACT
Bereits 1964 wurde von Schnitger und Mundry auf der Jahrestagung in Mainz der erste Vorschlag unterbreitet, Industrieröntgenfilme zu klassifizieren. Bis dahin wurde lediglich in fein- und grobkörnig unterschieden. Mit aus heutiger Sicht einfachen Mitteln konnten damals 4 Filmklassen definiert werden. Durch die Silberkrise 1979 wurden die Herstellerfirmen gezwungen, Silber einzusparen. Die Filmsysteme (Film und Entwickler) sind seitdem "chemisch" komplizierter. Es ist nicht mehr ohne Verlust an Bildqualität möglich, einen Film von Firma A und mit einem Entwickler der Firma B zu verwenden. Auch existieren Unterschiede zwischen Hand- und Maschinenentwicklung. Vor ca. 15 Jahren wurde daher begonnen, ein Klassifizierungssystem auszuarbeiten, daß den Vergleich von Filmsystemen (ein Filmsystem besteht aus Filmtyp, Entwickler und Entwicklungsbedingungen) gestattet und die minimalen Anforderungen an Industrieröntgenfilmsysteme festschreibt. Als Ergebnis dieser Arbeit wurden die Normen ISO 11699, EN 584, ASTM E 1815-96 und JIS K 7627-97 in den letzten 4 Jahren in Kraft gesetzt und legen die Anforderungen an Filmsysteme und die zugehörigen Meßalgorithmen weltweit fest. Zusätzlich zur Beschreibung der historischen Entwicklung wird auf die ersten Ergebnisse aus dem laufenden BAM-Projekt zur Entwicklung eines Überwachungssystems am Markt befindlicher Röntgenfilmsysteme eingegangen.