Die Schallemissionsprüfung als integrales Prüfverfahren für die Beurteilung von Flüssiggaslagerbehältern - Erfahrungsbericht
G. Schauritsch, P. Tscheliesnig, TÜV Österreich, Wien (A)
ABSTRACT
Seit 1992 wird in Österreich als Ersatz der gesetzlich vorgeschriebenen Wiederholungsprüfung (Hauptuntersuchung) die Schallemissionsprüfung im Rahmen einer Gasdruckprüfung als integrales Prüfverfahren für die Bewertung von Flüssiggaslagerbehältern angewandt. Bis Ende 1999 wurden durch den TÜV Österreich über 5000 Stück oberirdisch aufgestellte bzw. unterflur verlegte Flüssiggaslagerbehälter der unterschiedlichsten Größen mit dieser Methode überprüft. Die hierbei gesammelte Erfahrung ermöglicht es nunmehr, nicht nur qualitative sondern auch quantitative Aussagen über den Behälterzustand zu treffen. Dies wurde eröffnet durch neue Perspektiven in der Signalmustererkennung. Verbunden damit, ist zukünftig eine rechnergestützte Zuordnung von vorliegender Fehlerarten geplant.
An Hand festgestellter Mängel, wie z.B. Rissen in den Behälterrundnähten (Sickennähten), werden die Möglichkeiten aber auch Grenzen der Prüfmethode im Vergleich mit anderen ZfP-Methoden demonstriert. Insbesondere beim Auftreten kritischen Rißwachstums im Zusammenhang mit langen, weit klaffenden Rissen in den Sickennähten mit geringer verbleibender Restwanddicke, werden nur wenige Ereignisse aus diesem Fehler in die Behälterstruktur emittiert. Dies erfordert auch ganz neue Ansätze in der Bewertung von Schallemissionsereignissen. Die vorhandenen und bisher angewandten Prüfvorschriften und Regulative greifen hier zu kurz, da die hierin zitierten Bewertungsmethoden relativ lange Beobachtungszeiträume erfordern.