Flüssiggase und verflüssigte Gase auf Basis Propan /Butan (C3 /C4) sind analytisch nahezu artgleich. Letztere können, ab 10 ppm Schwefelwasserstoff (H2 S) -Anteil, jedoch erheblich unterschiedliche Auswirkungen auf die Integrität und Verfügbarkeit des Behälters haben.
Feinkornbaustähle, mit einem zusätzlichen Beanspruchungskollektiv, wie H2 S + H2 O Gemische, H2 S+H2 O+Säure Gemische oder H2 S + H 2 O + HCN + HN 3 Gemische mit Phasentrennung neigen zu H2-induzierten Blasen- und Rißbildungen, sowie Terrassenbrüchen.
Grenzflächen, wie außenseitig angebrachte Epoxidbeschichtungen, beziehungs-weise Dopplungen /Einschlüsse im metallischen Grundwerkstoff, ermöglichen die Umwandlung des durch den Korrosionsmechanismus (innenseitig) kathodisch generierten atomaren Wasserstoffs zu molekularen H2 -Gas, was zum Druckaufbau bis 900 bar und zur H2 -Blasenbildung führt. Weiters hat die Rekombination des atomaren Wasserstoffs mit dem Kohlenstoff der Karbide die Bildung von Methan (CH4) zur Folge; dies führt zu Werkstofftrennungen mit Mikrorissen an den Korngrenzen.
Strukturelle Schädigungen dieser Art sind prima vista nicht erkennbar und kön-nen ohne instrumentaler ZfP (Risk Based Inspection) auch nicht quantifiziert und beurteilt werden, was kurz- bis mittelfristig zum katastrophalen Zerknall /Bersten des Behälters führen kann.
Schadensmechanismus eines LPG Behälters, dessen verflüssigtes C3 Gas seit 1994 mit 80-150 ppm H2 S mit etwas Restfeuchte belastet wurde, und der praxisbezogene ZfP-Nachweis mittels UT-Prüfung /SEB 4N, MWB 45N4, KSR 3,0 /0-100 mm, sstl, sowie SEA mit 20 Stück 30 KHz Meßwertaufnehmern an mehreren zylindrischen Lagerbehältern (3,2 m Ø, l = 20 m, s= 20 mm), Mes-sungen mit CORTEST H2-Meßsonden, als auch zielführende Abhilfemaßnahmen sind Gegenstand der Präsentation.