EM-Nocken sind Webmaschinennocken mit zwei unterschiedlichen Laufbahnen (obere und untere). Bei gleichem Werkstoff (49CrMo4), gleicher Härte- und Wärmebehandlung, gleicher Laufbahnbreite bzw. Gesamtnockendicke existieren ca. 130 Laufbahnvarianten. Alle haben den gleichen Hub von 28 mm. Die Nockenlauffläche wird durch Induktionshärten auf ca. 3.5 mm eingehärtet. Die vorgeschriebene Härte beträgt 58 +3/-2 Rockwell. Bei einem Zumass von 0.3-0.7 mm soll nach dem Bahnschleifen eine Härtetiefe von minimal 3.0 mm vorhanden bleiben. Beim Laufbahnschleifen treten, mehrheitlich in konkaven Bereichen der Lauffläche, Schleiffehler und insbesondere auch sogenannter Schleifbrand auf. In Abhängigkeit des Schleifprozessfortschritts bleiben oberflächige Aufhärtungen oder Weichfleckigkeit zurück. Bei der hohen Belastung der Nockenlaufflächen in der laufenden Webmaschine können solche Fehler zu teuren Folgeschäden führen. Die Selektion der fehlerbehafteten Nocken mittels Nitalätztest ist aufwendig und kostenintensiv, überdeckte Gefügefehler können zudem nicht nachgewiesen werden. Für die automatisierte Gut/Schlechtsortierung der Nocken bzw. den sicheren Nachweis der Schleiffehler hat sich in Vorversuchen das Wirbelstromverfahren als geeignet erwiesen. Voraussetzung ist ein zur Laufbahnfläche senkrecht ausgerichteter Sensor. Bei Laufbahngeometrien mit konkaven Krümmungsradien größer als 90mm einerseits und eigentlichen Spitzen im konvexen Bereich andererseits mussten spezielle Sensorhalterungen realisiert werden.Das Prüfgerät besteht aus zwei Wirbelstrom-Prüfkanälen zur gleichzeitigen Vermessung der beiden Laufflächen. Zusätzlich ist ein weiterer Prüfkanal zur Vermessung des sogenannten Rollenspiels mit einem handelsüblichen Meßtaster integriert. Während einer Umdrehung des Prüfteils werden die Signale der drei Prüfkanäle auf dem Bildschirm aufgezeichnet und sofort nach Beendigung der Datenaufnahme über positionsabhängige einstellbare Schwellen und / oder Referenzsignalkurven bewertet.
Über die Beschreibung der Prüfaufgabe und des Prüfsystems (Hardware und Software) hinaus, wird im Vortrag über die Erfahrung im industriellen Einsatz berichtet.