Für den Primärreformer der Ammoniakanlage 3 der BASF AG Ludwigshafen war nach einer Betriebszeit von ca. 100 000 Stunden im September 1998 anläßlich eines Katalysatorwechsels der Grad der Zeitstandschädigung in den Rohren zu ermitteln. Die am meisten geschädigten Rohre sollten ersetzt werden. 46 Neurohre standen für einen Austausch zur Verfügung, um so einen möglichst störungsfreien Betrieb des Primärreformers bis zum geplanten Austausch aller Rohre in 2001 zu gewährleisten.Die Zeitstandrisse entstehen zuerst im inneren Rohrwanddrittel, da es in diesem Bereich zu Spannungspitzen aus der Überlagerung von Spannungen durch Innendruck und Spannungen infolge des Temperaturgradienten kommt. Mit zunehmenden Rißfortschritt nach innen und außen erfolgt später der Durchbruch (örtliches Aufreißen der Rohre in Längsrichtung). Die zerstörungsfreie Prüfung von Reformerrohren ist aufgrund der Schadensart, des Werkstoffes und der Prüfbedingungen schwierig und erfordert den Einsatz kombinierter Prüftechniken. Aufgrund des Katalysatorwechsels waren die Rohre von der Rohrinnenseite aus zugänglich, die gegenüber der Rohraußenseite wesentlich günstigere Prüfbedingungen aufweist. Es wurden bildgebende ET-Rotiersondenprüfungen und Aufweitungsmessungen mit kapazitiver Meßmethode über die gesamte Rohrlänge an allen 342 Rohren durchgeführt. Innenbesichtigungen, örtliche Durchstrahlungsprüfungen und begleitende metallografische Untersuchungen unterstützten die Prüfaussage. Im Ergebnis der Prüfungen wurden die 46 am meisten geschädigten Rohre ausgetauscht.