| DGZfP 2000 Sitzung: Bauwesen | ![]() |
Bei der konventionellen NMR-Gerätetechnik ist eine Prüfung ohne Probenentnahme nur möglich, wenn der Prüfling in den Sensor eingeführt bzw. durch ihn hindurchgeführt werden kann. Mit dem Ziel, unabhängig von der Prüfobjektgröße und der Sensorgeometrie zerstörungsfrei arbeiten zu können, wurde die NMR-Aufsatztechnik entwickelt. Mit dieser Technik können Messungen auch bei einseitigem Zugang zum Meßobjekt durchgeführt werden.Basierend auf dieser Meßtechnik wurde von Q NET und dem IZFP ein vielseitig verwendbares, tragbares und batteriebetriebenes Meßsystem entwickelt.
Erstes Entwicklungsziel ist der Einsatz in der Bauwerksdiagnostik dh. die Messung der Feuchteverteilung, der Eindringtiefe der Feuchte, der Feuchtetransportgrößen wie Wasserpermeabilität und Wasseraufnahmekoeffizient. Diese Meßgrößen sind insbesondere wichtig für die Bestimmung der Dauerhaftigkeit von frischem oder bereits geschädigten Beton, für die Ursachenfeststellung von Feuchteschäden, Detektion von Lekagen, die Restlebensdauerabschätzung im Brücken-, Tunnel-, und Straßenbau und die Kontrolle von Sanierungsmaßnahmen sowie generell die Bauüberwachung.
Weitere Anwendungen werden zur Zeit erprobt. Aussichtsreich ist die Prüfung von Holzwerkstoffen:
Im vorliegenden Beitrag soll das Potential von NMR-Verfahren zur zerstörungsfreien Werkstoffcharakterisierung umrissen werden. Hierbei werden Anwendungen der NMR-Aufsatztechnik an porösen Werkstoffen im Vordergrund stehen, wie z.B. die Bestimmung der Struktur- und Transporteigenschaften des Porengefüges von mineralischen Baustoffen und das Messen von Dichte- und Feuchtigkeitsverteilungen in Span- und Faserholzplatten. Daneben wird die Funktionsweise und die gerätetechnische Realisierung der NMR-Aufsatztechnik dargestellt.