Modell zur Beschreibung des Spektrums von Röntgenröhren
G.-R. Tillack, C. Bellon, BAM Berlin
ABSTRACT
Die in der Radiographie eingesetzten Strahlenquellen lassen sich in zwei Klassen einteilen: Röntgenquellen und radioaktive Isotope. In diesem Beitrag wird nicht auf die Entstehung des Linienspektrums der g-Strahlung eingegangen, das für jedes Isotop charakteristisch ist. Vielmehr wird für die Erzeugung von Röntgenstrahlung ein Modell diskutiert, das in der Lage ist, das Energiespektrum von Röntgenröhren quantitativ zu beschreiben. Dabei steht die Beschreibung der Bremsstrahlung mit ihrem kontinuierlichen Spektrum im Mittelpunkt der Betrachtungen. Moderne Modelle zur theoretischen Beschreibung der Bremsstrahlung gehen auf Arbeiten von H. A. Kramers, H. Bethe und W. Heitler, sowie von A. Sommerfeld und F. Bloch zurück. Diese, zumeist auf analytischen Näherungen basierenden Modelle werden durch ausschließlich numerisch zugängliche Lösungen des quantenmechanischen Problems ergänzt, die eine realistische Berechnung von Wirkungsquerschnitten für die Erzeugung von Bremsstrahlung ermöglichen. Die zusätzliche Entstehung von charakteristischer Strahlung wird durch einfache Annahmen nur grob beschrieben, da sie keinen wesentlichen Einfluß auf die Entstehung der radiographischen Abbildung hat. Der Beitrag stellt die Ergebnisse eines Modell zur quantitativen Beschreibung der Bremsstrahlung vor, die mit experimentell bestimmten Spektren verglichen werden.