973 wurden 'castrum et civitas Papinberg' erstmals in einer Urkunde des Kaisers Otto 11. erwähnt: er schenkte sie an seinen Vetter, Herzog Heinrich von Bayern. Die damals also schon bestehende befestigte Siedlung reicht mit ihren Anfängen wesentlich weiter zurück.Neueste archäologische Untersuchungen haben eine karolingische Festung im fränkisch-slawischen Grenzraum festgestellt, und auch ausserhalb des befestigten 'burgus' haben sich an der uralten Fernverkehrsstrasse östlich der Regnitz erste 'Bamberger' niedergelassen.
Die frühe Ansiedlung im Osten des Frankenreiches rückte durch die Politik des ottonischen Herrscherhauses im 10. Jahrhundert in den Mittelpunkt des entstehenden deutschen Reiches.
Heinrich, Sohn des gleichnamigen bayerischen Herzogs, schenkte die Stadt 997 seiner Gemahlin Kunigunde als Hochzeitsgeschenk. Er muss sich schon sehr bald nach Erreichen der Königswürde 1002 mit der Absicht getragen haben, ein Bistum mit dem Zentrum Bamberg zu gründen. Politische Umstände machten es ungewiss, wann er dieses Ziel werde erreichen können. An unübersehbaren Absichtserklärungen fehlte es nicht: bereits 1004 wurde mit dem Bau der Bischofskirche begonnen.
Am 1. November 1007 stimmte die Kirchensynode in Frankfurt der Errichtung des Bistums Bamberg zu, eine wichtige Entscheidung der Reichspolitik weit ins das Mittelalter hinein, um "die an der deutschen Ostgrenze noch bestehende religiöse und politische Lücke des Reiches durch Schaffung einer reichstreuen kirchlichen Macht zu sichern" (Heinrich Mayer).
Noch am gleichen Tag stellte Heinrich 27 Schenkungsurkunden aus. Das Bistum musste ausgestattet werden mit Ländereien und ihren Erträgen. Bamberg sollte ein politisches, besonders aber auch geistiges Zentrum werden, das seinem kirchlichen Rang und der politischen Absicht des Gründers entsprach. Die neue Metropole erhielt eine Peterskirche, gestaltet mit wichtigen Kirchenbauten und Klosteranlagen auf sieben Hügeln über der Regnitz, und wurde schon bald als "Fränkisches Rom" gefeiert, in das auch Papst Benedikt VIII. reiste. Die im 11. Jahrhundert erbrachten Leistungen wurden von den Zeitgenossen neidlos bestaunt.
Die außergewöhnliche geistliche und politische Rolle gipfelte in der Papstwahl 1046: Suitger aus Hornburg, Bischof von Bamberg, wurde auf der Synode in Sutri zum Papst erwählt. Als Clemens 11. blieb er seiner fränkischen Bischofsstadt verbunden und wurde wunschgemäss auch in ihr bestattet. Im Dom befindet sich das einzige erhaltene Papstgrab nördlich der Alpen.
Die Stadt entwickelte sich rasch zum blühenden Zentrum eines eigenen Staates - das Hochstift Bamberg existierte bis zur Säkularisation 1803. Die Kunde vom fränkischen Rom drang weit in die Welt.
Der Bedeutung von Adel und Geistlichkeit steht das Bürgertum nicht nach. Bamberger Kaufleute haben bereits von den Stauferkaisern Schutz und Zollfreiheit für das gesamte Reich erhalten, Fernhändler aus Bamberg sind auf den wichtigen Märkten und Messen der Lombardei vertreten.
Albrecht von Eyb verfasste 1451/52 einen anschaulichen und ausführlichen 'Lobspruch auf Bamberg', in dem nach den landschaftlichen auch die künstlerischen und gesellschaftlichen Vorzüge gepriesen werden. Seine Reminiszenz gipfelt in der Liebeserklärung:
" Wenn Nürnberg mein wär', wollt' ich's in Bamberg verzehren."Die in Mainz entwickelte neue Technik des Druckens mit beweglichen Lettern wurde zu allererst in Bamberg aufgegriffen und trug viel zu ihrer damaligen Reputation bei.
In der Reformationszeit gab es zwar nicht wenige Anhänger der neuen Lehre, aber die Stadt blieb katholisch. Die Wirren des Dreissigjährigen Krieges stürzten auch Bamberg in Angst und Schrecken, in Wahn und Barbarei.
Die Gründungsphase im 11. Jahrhundert und ihre mittelalterlichen Nachwirkungen sind in Bamberg allenthalben abzulesen und machen das Stadtbild zu einem begehbaren Geschichtsbuch. Das Zeitalter des Absolutismus brachte einen allmählichen Aufschwung. Besonders zwei Fürstbischöfe aus der Familie Schönborn haben die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts bestimmt und eine ausgesprochene 'Schönborn-Ära' möglich gemacht. Konsequenter Wiederaufbau, geistige und organisatorische Reformen sowie kulturelles Mäzenatentum sind deren Basis. Nach eigenem Eingeständnis waren auch Bischöfe vom "Bauwurm" zerfressen - und die Stadt erhielt ein modernes Aussehen. Dank ihrer internationalen Beziehungen und ihrer weitgestreckten Territorien holten Bischöfe auswärtige Künstler hierher, besonders auch aus Italien und Böhmen: der einzigartige Böhmisch-Fränkische Barock konnte entstehen.
Gegen Ende seiner Eigenstaatlichkeit stand Bamberg nochmals an der Spitze der Entwicklung. Weitab von puren Rokoko-Tändeleien nahm sich Fürstbischof Franz Ludwig von Erthal (1779-1795) dringende Probleme der Zeit zu Herzen. Soziale Reformen, Modernisierung des Schulwesen und sparsame Haushaltsführung waren dem Aufklärer wichtiger als bischöfliche Prunkbauten - die er notfalls auch wieder abtragen liess! Während andernorts gegen das Alte Regime revoltiert wurde, setzte sich hier ein Kirchenfürst an die Spitze der Reformen. Im Revolutionsjahr 1789 liess er eines der modernsten Krankenhäuser Europas bauen - nicht mehr Aufbewahrungsort für unheilbar Sieche, sondern Akutversorgung zur Wiederherstellung der Gesundheit, obendrein erstmals ein Krankenhaus mit fliessendem Wasser.
Der sicher folgenschwerste Eingriff in Bambergs Geschichte und Situation war die Neuordnung Deutschlands als Folge der napoleonischen Kriege. Alle geistlichen Territorien wurden aufgelöst und einer weltlichen Herrschaft angegliedert. Diese 'Säkularisation' minderte die Hauptstadt des Hochstifts zu einer bairischen Provinzstadt. Der Name Franken verschwand völlig. Ab 1837 errichtete die neue Bayerische Regierung die Regierungsbezirke Unter-, Mittel- und Oberfranken. Der Regierungssitz für Oberfranken wurde in der ehemals protestantischen Beamtenstadt Bayreuth errichet.
Da Bamberg am Ende des Krieges nur wenige Zerstörungen erlitt, wurde die Stadt zu einem glücklichen Beispiel der Kontinuität und Tradition, ja für viele Besucher eine 'Traumstadt'. Wegen ihres hohen Erhaltungsgrades an historischer Substanz und wegen ihrer anhaltenden Bemühungen für Stadtsanierung und Denkmalpflege wurde Bamberg 1994 als 'Weltkulturerbe' anerkannt.
Vielleicht ergeht es manchem Kunstfreund bei seinem Besuch in Bamberg wie dem Kunstgelehrten Alfred Lichtwarck aus Hamburg im Jahre 1895:
"Ich bin wie berauscht von der Stadt."