In den letzten Jahren entwickelte sich weltweit das Setzen von Schutzrohren (Sleeves) in den Heizrohren von Dampferzeugern in Kernkraftwerken zu einem immer häufiger angewandten Reparaturverfahren, um auch schadhafte Rohre wieder für den Energietransport zurückzugewinnen.Ein neues Reparaturverfahren von geschädigten Heizrohren ist das Sleeven mit Laser-Schweißen. Der besondere Vorteil gegenüber dem Wig-Schweißverfahren ist die hohe Energiedichte, die das Schweißen gegen große Wärmeabfuhr im Rohrboden ermöglicht und zur Ausbildung einer sehr schmalen Wärmeeinflußzone fahrt. Die Laser-Schweißnahtform stellt hohe Anforderungen an die Bestimmung der Schweißnahtbreite mittels zerstörungsfreier Prüfverfahren.
Da der Rohrbereich eines gesetzten Sleeves den gleichen Sicherheitsanforderungen genügen muß wie der nicht reparierte Wärmetauscher-Rohrbereich, resultieren hieraus in Deutschland erhöhte Ansprüche an die Auslegung und die zfP-Verfahren: An den Sleeverohrenden gesetzte Schweißnähte müssen einer Fertigungsprüfung unterzogen werden können und ebenso "wiederkehrend prüfbar" sein. Die im Sleevebereich vorhandenen Wanddickenschwächungen müssen trotz größerer Gesamtrohrwandung (=~ doppelte Wandstärke) prüfbar bleiben.
Die im Qualitätsnachweisverfahren relevanten Kriterien -wie die Forderungen aus Auslegungsdaten, Spannungs- und Ermüdungsanalysen- stehen in engem Zusammenhang mit der Schweiß und Prüftechnik, werden hier jedoch nicht behandelt.
In diesem Vortrag werden das Schweißverfahren und die zur Qualifikation des Verfahrens eingesetzten zerstörungsfreien Prüfverfahren, wie die Ultraschall-Prüftechnik (von der Rohraußen- und Rohrinnenseite), die Fernfeld-Wirbelstrom-Prüftechnik (von der Rohrinnenseite) und die visuelle Inspektion der Schweißnahtinnenoberfläche vorgestellt. Die Schweißnahtbreitenbestimmung mittels Fernfeld-Wirbelstromtechnik wird detailliert erläutert.
Ferner wird ein Vergleich der Prüfverfahren in ihrer Meßempfindlichkeit und Meßgenauigkeit anhand metallographischer Schliffergebnisse gegeben.
Abschließend wird über erste Prüferfahrungen an reparierten Dampferzeugerrohren berichtet.