Dichte- und Feuchtigkeitsverteilungen, Hydratation, Alterung, BaustoffprüfungVerfahren der Kernspinresonanz (Nuclear Magnetic Resonance) eignen sich in vielfältiger Weise zur Charakterisierung nichtmetallischer Werkstoffe. Einmal liefern NMR-Verfahren den genauen Anteil einer bestimmten Spezies von Atomkernen im Werkstoff (z.B. 1H, 19F, 13C). Daneben sind diese Verfahren aber auch gegenüber verschiedenen atomaren und molekularen Wechselwirkungen empfindlich. Daraus ergeben sich Informationen über den mikroskopischen Aufbau und die Struktur des Werkstoffes. Insbesondere bei porösen Werkstoffen, wie Beton, Mörtel, Sandstein, Holz und porösen Polymeren findet man interessante Anwendungsbeispiele der NMR, wie- das Messen von Dichte- und Feuchtigkeitsverteilungen,
- die Bestimmung der Eigenschaften des Porengefüges (z.B. Permeabilität, Verteilung der Porengrößen) und
- die Charakterisierung von Wechselwirkungen des Werkstoffes mit Feuchtigkeit (z.B. Hydratation bei Beton und Plastifizierung, Alterung bei Polymeren).
Bei einem konventionellen NMR-Meßequipment ist es notwendig, das Prüfobjekt in einen umschließenden Sensor einzuführen. Daher erfordert die herkömmliche Meßtechnik bei Anwendungen an großen Bauteilen oder im online Einsatz eine Probenentnahme. In diesen Fällen war bisher eine zerstörungsfreie Prüfung mit NMR nicht möglich.
Völlige Unabhängigkeit der Prüfkörpergröße von der Sensorgeometrie ist dagegen bei der NMR in Aufsatztechnik (One-Sided Access) gegeben. Hiermit werden völlig zerstörungsfreie Messungen bei einseitigem Zugang zum Prüfobjekt ermöglicht. Der Prüfkopf liefert räumlich aufgelöste Meßergebnisse und das gesamte Equipment ist transportabel. Basierend auf dieser neuartigen Meßtechnik wird ein vielseitig einsetzbares, tragbares und batteriebetriebenes NMR-Meßsystem zur Baustoffprüfung entwickelt.