Da Schweißnachbehandlungen von Aluminiumschweißverbindungen nur sehr eingeschränkt möglich sind, kommt der Schweißvorbereitung und -durchführung große Bedeutung zu. Durch den Schweißprozeß werden die elastischen Materialeigenschaften mehr oder weniger stark verändert, Texturen ausgebildet und Eigenspannungen verursacht.Durch die zerstörungsfreie Meßdatenaufnahme und die schnelle Verfügbarkeit der Ergebnisse können Ultraschallverfahren die Optimierung des Schweißprozesse hinsichtlich möglichst gleichförmiger Eigenschafts- und Zustandsänderungen unterstützen. Durch ortskontinuierliche Bestimmung der elastischen Eigenschaften, der Textur und der Eigenspannungen kann die Qualität zerstörungsfrei nachgewiesen werden.
Die aus ermittelten Schallgeschwindigkeiten bei bekannter Dichte berechneten elastischen Module stimmen innerhalb ± 2% mit den im Zugversuch ermittelten Kennwerten überein. Die entlang einer Spur senkrecht zur Schweißnaht zerstörungsfrei bestimmten E-Module für drei, mit unterschiedlichen Parametern verschweißten, Bleche gleicher Legierung korrelieren mit den entlang der gleichen Meßspuren festgestellten Härtewerten.
Die Stärke der im Grundmaterial und in der Schweißnaht bestimmten Textur und die Breite des Bereiches um die Schweißnaht mit veränderten elastischen Eigenschaften nehmen systematisch mit der Schweißenergie zu.
Die in Grundmaterial und Wärmeeinflußzone unterschiedlich ausgebildete Gefügestruktur verursacht nur vernachlässigbar kleine Veränderungen der Materialkennwerte, deren Kenntnis zur quantitativen Spannungsanalyse notwendig ist. Zur Spannungsanalyse in der Schweißnaht sind andere elastische Kennwerte in die Berechnung aufzunehmen. Mit den experimentell ermittelten Kennwerten wurden die parallel und senkrecht zur Schweißnaht wirkenden Schweißeigenspannungen ermittelt. Die Übereinstimmung der Ergebnisse mit denen des Bohrlochverfahrens ist innerhalb der für beide Verfahren typischen Ungenauigkeiten.