In der stationären Durchstrahlungsprüfung ist ein hoher Automatisierungsgrad erreicht worden, der es gestattet, auch in der Serienprüfung mit vollautomatischen Systemen zu arbeiten. Ein typisches Anwendungsgebiet ist die Prüfung von Leichtmetallfelgen in der Automobilindustrie. Zur Prüfung von Schweißnähten existieren auch diverse automatisierte Prüfsysteme. Stationäre Anlagen werden z.B. bei der Rohrleitungsfertigung in steigendem Maße eingesetzt. Der Einsatz mechanisierter bzw. automatisierter Durchstrahlungsprüfsysteme im Anlagenbereich ist durch komplizierte Anlagengeometrien nur begrenzt möglich. Bisher wurden Systeme auf der Basis von Röntgenbildverstärkern und massiven Manipulatoren eingesetzt. Insbesondere bei dickwandigen Rohrleitungssystemen, mediengefüllten Leitungen und kompakten Anlagenkomponenten wird nur eine unbefriedigende Bildqualität aufgrund der hohen Streustrahlungsanteile erreicht.Durch Kombination einer mobilen Röntgenröhre mit einer Zeilenkamera und einem Manipulator wurde ein automatisiertes Durchstrahlungssystem aufgebaut. Es werden die ersten Ergebnisse zur Prüfung von Rundschweißnähten an kerntechnischen Anlagen vorgestellt. Mit Hilfe eines Manipulationssystems wird die Röntgenröhre und eine für diese Anwendung entwickelte Photodioden-Zeilenkamera um 180° Versetzt entlang der Rundnaht gedreht. Ein Vorteil dieser Anordnung besteht in der definierten Strahlgeometrie, bei der wie bei einer Zentralaufnahme immer durch den Mittelpunkt gestrahlt wird und somit z.B. alle radial verlaufenden Risse mit hohem Kontrast abgebildet werden können.
Ein weiterer Vorteil dieser Technik ist die Ausblendung der Streustrahlung durch einen geeigneten Schlitzkollimator direkt vor der Zeilenkamera. Die gemessene Streustrahlreduktion im Detektorbereich beträgt mehr als 98%, Nach einmaligem Einrichten kann die gesamte Rohrleitung umfahren werden. Das mehrfache Einrichten für die bei der Handprüfung erforderlichen Teilaufnahmen ist nicht erforderlich. Die Aufnahmezeit für eine Rundschweißnaht entspricht etwa der Prüfzeit bei manueller Prüfung.
Durch die optimierte Einstrahlgeometrie in Kombination mit der Mehrwinkel-Radiographie ist auch der sichere Nachweis feiner, kritischer Risse möglich. Sobald mehrere Projektionen unter verschiedenen Einstrahlwinkeln vorliegen, kann eine Schichtrekonstruktion nach dem Prinzip der digitalen Laminographie zur besseren quantitativen Bewertung (Tiefenlagebewertung) bis hin zur vollständigen 3D-Rekonstruktion von rißartigen Anzeigen vorgenommen werden. Es werden Meßergebnisse zur Prüfung wassergefüllter Leitungen und zur Rißtiefenbestimmung vorgestellt.