Die Reaktordruckbehälter (RDB) in deutschen SWR-Kernkraftwerken werden in einem Zyklus von vier Jahren einer wiederkehrenden Prüfung mit Ultraschall unterzogen. Im zylindrischen Bereich des RDB erfolgt die Prüfung der Rund- und Längsnähte sowie der Stutzeneinschweißnähte und Stutzeninnenkanten von außen mit Hilfe eines Manipulators der sich auf fest installierten vertikalen Führungsschienen bewegt. Bedingt durch die bisher eingesetzte konventionelle Ultraschallprüftechnik mußten die Prüfkopfsysteme häufig ausgewechselt und die einzelnen Bereiche mehrfach mit unterschiedlichen Prüfkopfsystemen geprüft werden. Darüber hinaus erforderte das bisherige Manipulatorkonzept die Montage verschiedener Ausleger, um alle Fahrbereiche zu erreichen. Mit dem Einsatz der fortschrittlichen Gruppenstrahler-Ultraschalltechnik und mit neuartiger Robotertechnik wurde eine Prüfgerätesystem realisiert, das eine Halbierung der Prüfzeiten und damit eine deutliche Kosteneinsparung ermöglicht.Die von Siemens KWU entwickelten speziellen Gruppenstrahler-Prüfköpfe können in Verbindung mit dem US-Prüfgerät SAPHIR nicht nur eine Vielzahl von Einkopf-Prüffunktionen mit variablen Einschallwinkeln übernehmen, sondern unter Verwendung der LLT-Technik ersetzen Sie darüber hinaus auch jeweils eine Tandemanordnung von mehreren Prüfköpfen, die bisher notwendig waren, um gemäß dem KTA-Regelwerk Fehler mit senkrechter Orientierung in verschiedenen Tiefenzonen zu detektieren. Nur vier Gruppenstrahler-Prüfköpfe in jeweils um 901 gedrehter Anordnung sind für eine simultane Prüfung auf Längs- und Querfehler erforderlich, wobei jeder Prüfbereich nur noch einmal abgefahren werden muß. Zusätzlich ist für die Prüfung der Stutzeninnenkanten ein weiterer lateral schwenkender Gruppenstrahler-Prüfkopf vorhanden. Mit insgesamt fünf Prüfköpfen sind alle notwendigen Funktionen abgedeckt, so daß während der gesamten Prüfdurchführung kein Wechsel des Prüfkopfsystems mehr erforderlich ist.
Der neue universelle Prüfroboter wurde so konzipiert, daß er in allen deutschen SWR-Kernkraftwerken eingesetzt werden kann. Mit Hilfe seines um 3600 schwenkbaren Arms kann er alle Prüfbereiche direkt erreichen, wodurch die bisher notwendigen Unterbrechungen der Prüfdurchführung für den Anbau unterschiedlicher Ausleger entfallen. Der Roboter wurde mit einem neuartigen dezentralen Steuerungssystern mit intelligenten Antriebsmodulen ausgerüstet, die als Verbindung zum übergeordneten Steuerrechner nur noch ein gemeinsames dünnes Kabel mit dem seriellen Feldbus 'Profibus DP' benötigen.