Die dynamische WirbeIstromprüfung mit rotierenden Sonden ist ein anerkanntes Verfahren bei der Rissprüfung an Bohrungen in Flugzeugstrukturen mit dem Ziel, kleine Ermüdungsrisse aufzudecken. Die Prüfung wird typischerweise mit Einfrequenzgeräten durchgeführt.Dieser Beitrag zeigt die Ergebnisse der Prüfung von Nietbohrungen an typischen Flugzeugstrukturen während einer "tear down"-Untersuchung mit der Wirbelstrom-Mehrfrequenztechnik. Dabei stehen die Klassifizierung der Anzeigen und die Bewertung der Risslänge im Bereich bis 2mm im Vordergrund. Das eingesetzte Prüfgerät erlaubt die dynamische Wirbelstromprüfung mit vier gleichzeitig arbeitenden Frequenzkanälen und Speicherung der Signale mit hoher Signaldynamik. Damit ist die Analyse und Evaluierung der Signale sowohl online als auch nach der Prüfung mit den gespeicherten Signalen möglich.
Die niedrigen Frequenzen geben zusätzliche Informationen zur Bestimmung der Risslänge und haben Vorteile bei der Klassifizierung der Signale sowie bei der Erkennung verdeckter Fehler. Es werden die Ergebnisse von der kombinierten Auswertung der Signalparameter der Mehrfrequenzprüfung den Ergebnissen der Einfrequenzprüfung gegenübergestellt. Dabei ist zu erkennen, daß die Fehlalarmrate durch die bessere Unterscheidbarkeit zwischen Risssignalen und Störsignalen erheblich vermindert wird.
Die von Hand geführte Rotiersonde mit dem integrierten Positionsgeber stellt zusammen mit der bildgebenden Software eine einfach anzuwendende Möglichkeit zur direkten Evaluierung und Bewertung der Signale mit höherer Sicherheit und verringertem "human factor" im Vergleich zur konventionellen Einfrequenzprüfung dar.