Zweck des Zusammenschlusses der verschiedenen Partner zu einem F&E-Konsortium ist, alle erforderlichen Gesichtspunkte von der Grundlagenforschung bis zur Anwendungstechnik berücksichtigen zu können und damit praxisnah und zielgerichtet arbeiten zu können.Die Definition der praktischen Prüfaufgaben und der Rahmenbedingungen für die Anwendung am Flugzeug kommen von Lufthansa und Dasa, grundsätzliche Untersuchungen und Simulationen steuert Uni Giessen (IAP) bei, die SQUIDs (Supraleitende Quanten-Interferenz-Detektoren) und die dafür erforderliche Systemtechnik kommen vom Forschungszentrum Jülich und die entsprechende Kühltechnik von ILK Dresden. Rohmann bringt die erforderlichen Wirbelstrom-, Geräte- und Systemkenntnisse ein, integriert die Komponenten zum Gesamtsystem und verantwortet die Gesamt-Projektleitung.
Aufgabe des F&E-Projekts ist, tiefliegende Schädigungen wie Ermüdungsrisse und Korrosion an Flugzeugkomponenten mit SQUID-Techniken besser, sicherer und in größeren Materialtiefen nachzuweisen. Die Erzeugung der Wirbelströme im Prüftriaterial erfolgt dabei auf relativ konventionelle Weise über elektromagnetische Induktion, die Messung der magnetischen Effekte der Wirbelströrne jedoch erfolgt mit SQUIDs, den empfindlichsten heute bekannten MagnetfeldMeßsensoren.
Im Rahmen des Projekts waren mehrlagige Nietbleche, Bolzenverbindungen dicker Strukturkomponenten und Felgen verschiedenster Typen zu untersuchen. Nach den ersten Grundsatzversuchen konnten tatsächlich sehr rasch SQUID-Meßsysteme aufgebaut werden, die unabhängig vom Einfluß des Erdmagnetfelds und in jeder beliebigen räumlichen Orientierung arbeiten und dabei noch mit Geschwindigkeiten bis über 1 m/sec bewegt werden können. Außerdem konnte noch eine weitere Anforderung realisiert werden, nämlich der Betrieb in nächster Nähe starker elektromagnetischer Störquellen. Damit waren die äußeren Randbedingungen für den sicheren, problemlosen Betrieb in rauher Umgebung erfüllt.
Unter diesen Bedingungen konnte dann an den genannten Prüfteilen gezeigt werden, daß der Nachweis der gesuchten Schäden mit den SQUID-Systemen sehr gut möglich ist und daß die neuen Prüfverfahren der Wirbelstromprüfung mit SQUID-Technik ein sehr hohes Anwendungspotential aufweisen.