Senkrecht liegende, flächenhafte Risse in Eisenbahnschienen können, insbesondere wenn sie im Schienensteg auftreten, kapitale Schienenbrüche verursachen. Hieraus resultiert die Notwendigkeit, diese Defekte bereits im Frühstadium, d.h. bei kleiner Rißausdehnung zuverlässig nachzuweisen.Die Detektion dieser Fehler mit Hilfe transienter Ultraschallsignale erweist sich als kompliziert, da bei der Wechselwirkung der elastischen Wellen mit dem Riß und auch mit den Schienenbegrenzungen zahlreiche Modenumwandlungen auftreten. Diese haben nicht nur eine Schwächung des Primärsignals zur Folge, sondern erzeugen im A-Bild auch neue Reflexe, was die Ergebnisinterpretation zusätzlich erschwert.
Mit Hilfe einer speziell auf die gegebene Prüfsituation angepaßten und optimierten EFIT-Version gelingt es, die Ultraschallausbreitung in der fehlerbehafteten Schiene modelltheoretisch aufzuklären. Die Ergebnisse der numerischen Rechnungen werden mit experimentellen Messungen an verschiedenen Testkörpern mit künstlich eingebrachten Rissen verglichen. Für senkrecht einfallende Longitudinal- und Scherwellensignale mit einer Mittenfrequenz von 2.25 MHz zeigt sich eine qualitativ sehr gute Übereinstimmung zwischen Theorie und Experiment,
Die hier vorgestellten Ergebnisse bilden die Grundlage für weiterführende Untersuchungen mit veränderter Riß- und Schienengeometrie, In diesem Zusammenhang soll geklärt werden, inwieweit eine systematische Klassifizierung verschiedener Fehlertypen im Rahmen der hier verwendeten Prüfanordnung möglich ist.
Das auf die oben beschriebene Prüfsituation angepaßte Programm zeigt exemplarisch, daß der EFIT-Code nicht nur für Testkörper mit rechtwinkligen Abmessungen sondern auch bei komplexeren Bauteilgeometrien erfolgreich eingesetzt werden kann.