Lumineszenz-Speicherfolien (Imaging Plates - IP) sind ein neues Medium für die filmlose, digitale Radiographie (Computed Radiography - CR). Diese Technologie basiert auf dem Prinzip der stimulierten Fotolumineszenz (Photo Stimulated Luminescence-PSL). Spezielle Leuchtstoffe wurden entwickelt, die durch Röntgen- oder g Strahlung metastabil angeregt werden können. Die latente Bildinformation wird durch Stimulierung mit Laserlicht ausgelesen. Die Lichtemission ist abhängig von der empfangenen Dosis. Das durch den Abtastlaser generierte Licht wird von einem Fotovervielfacher erfaßt, elektronisch verarbeitet und digital abgespeichert. Die digitalen Radiographien können auf einem Monitor angezeigt oder auf einen Film ausgedruckt werden.Der wichtigste Vorteil dieser Technik besteht darin, daß sie empfindlicher als die herkömmliche Filmradiographie ist, und daß sie dank der direkt digital ausgelesenen Speicherfolien Möglichkeiten zur automatischen Bildverarbeitung bietet. Die ersten Richtlinien für die Anwendung der CR in der ZfP wurden schon ausgearbeitet und werden diskutiert.
Die digitale Radiographie ist im Vergleich zur Filmradiographie unter routinemäßigen Bedingungen in einer petrochemischen Anlage mit Ir-192 getestet worden. Die Bildqualität wird visuell und im Vergleich zu digitalisierten Filmen ausgewertet. Die Korrosionsprüfung und die Wanddickenbestimmung von Rohrleitungen werden auf herkömmliche Weise auf dem Bildschirm ausgeführt. Die Wanddickenbestimmung basiert auf der Projektionstechnik durch Korrektur mit einem bekannten Vergrößerungsfaktor sowie auf der Bewertung der PSL-Rate im zentralen Bereich der Rohrleitungen. Numerische Hilfsmittel zur Wanddickenbestimmung werden vorgestellt.