Bei den mit Hilfe des Röntgenverfahrens untersuchten Schweißstoßverbindungen in den Trägern der 155 betriebenen Eisenbahnbrücken wurden insgesamt 15875 Röntgenbildern angefertigt. Zu den bei den modernen Brückenkonstruktionen unzulässigen Fehlerklassen R4 und R5 wurden insgesamt 4123 Schweißstellen (26%) eingerechnet. Die gefährlichsten Fehler, d.h. Risse, wurden auf 437 Röngenbildern entdeckt.Einer der untersuchten und in diesem Vortrag vorgestellten Objekte war die Eisenbahnbrücke auf einer eingleisigen Eisenbahnlinie. Die freigelagerte Fachwerkskonstruktion mit einer Sparinweite von 52,0 m verfügt über einen nach oben offenen unteren Kastengurt mit vier Stoßschweißstellen an den senkrechtgeordneten Wänden. Die Stoßstellen sind beidseitig in ihrem mittleren Teil (in der halben Höhe) mit 6,0 mm starken Lasche zugedeckt. Bei den 16 röntgendurchgestrahlten Schweißverbindungen wurden insgesamt 48 Röntgenbildern gemacht. Zu den Fehlerklassen R4 und R5 wurden insgesamt 40 Bildern (83,3%) eingerechnet. An 10 Schweißstellen wurden 16 Längsrisse mit der Länge von 7 bis 210 mm festgestellt. Bei den nächsten zwei Röntgenuntersuchungen nach 9 und 23 Betriebsjahren wurden keine neuen bzw. weiteren Rissbildungen festgestellt.
Um den Einfluß der Laschen und der Rissenbildung in den Stoßschweißstellen auf die Verteilung der Spannungen in dem Querschnitt des unteren Kastengurtes zu bewerten wurden die DMS-Untersuchungen durchgeführt. Es wurden hier untersucht: eine Schweißverbindung an einem Fachwerk mit Rissbildung im Schweißstellenbereich und eine analoge Verbindung an einem zweiten "gesundem" Fachwerk. Die mittlere Gurtspannung, bezogen auf Eigengewicht und gemessen bei einer statischen Belastung mittels zwei Dampfloks vom typ TY-43, betrug 56,4 MPa. Sie ist kleiner als die Dauerschwingungsfestigkeit von Zrj = 64 - 81 MPa, die bei dem Warren-Verfahren erreicht wurde. Eine erweiterte Analyse der bei den Röntgen- und DMS-Untersuchungen gewonnenen Ergebnisse der Schweißverbindungen wurde in dem Vortrag dargestellt.