Das Bild-Verbesserungssystem für Videoskope besteht im wesentlichen aus zwei System-Komponenten, die im Videoprozessor des Videoskopes integriert sind.Die erste Komponente ist ein elektronisches Langzeitbelichtungs-Integrationssystem, die zweite ist ein rechnergestütztes Kontrastverbesserungsystem.
Beide Systemkomponenten können einzeln oder in Kombination eingesetzt werden und so das durch das Videoskop und den Videoprozessor erzeugte Monitorbild entscheidend verbessern. In vielen Anwendungsfällen wird durch diese Methoden ein auswertbares Videobild erst ermöglicht.
Mit dem Langzeitbelichtungs-Integrationssystem werden sehr dunkle Videobilder, bis hin zur Normalbelichtung, aufgehellt. Die Verbesserung des Bildes erfolgt durch Digitalisierung des analogen Videosignals, wobei durch die Addition bzw. Überlagerung der dunklen digitalen Einzelbilder in einem digitalen Bildspeicher und anschließendes zeitverzögertes Auslesen aus dem Bildspeicher die Aufhellung erreicht wird. Das so entstandene Bild auf dem Monitor ist absolut störungsfrei und zeigt kein Bildrauschen, wie es bei analoger elektronischer Empfindlichkeitssteigerung (Gain up) sichtbar wird. Die digitale (Restlicht-) Aufhellung ist der analogen Signalverstärkung um mehrere Zehner-Potenzen überlegen. Große Rohre und Behälter können so mit einem Videoskop ausgeleuchtet und auf den Zustand hin geprüft werden.
Mit dem ebenfalls im Videoprozessor integrierbaren Kontrast-Verbesserungssystem können feinste Strukturen, z.B. Risse oder Verformungen in Oberflächen von Rohren etc., sichtbar gemacht werden. Diese feinen Strukturen sind trotz Verwendung hochauflösender Videosysteme kaum oder oft gar nicht erkennbar. Das Kontrast-Verbesserungssystem ist nicht mit der Kontrasteinstellung am Monitor zu verwechseln. Durch zu hohe Kontrasteinstellung im Monitor verschlechtert sich eher die Detailerkennbarkeit des Bildes. Bei dem neuen Verfahren handelt es sich um ein rechnergestütztes digitales Bildbearbeitungsverfahren in Echtzeit. Die Bildbearbeitung erfolgt ohne Zeitverzögerung on-line, wobei die unterschiedlichen Bearbeitungsmethoden beliebig variiert werden können. Die Software für die Bearbeitung ist auf Hardware-Komponenten im Rechnersystem integriert. Die Regulierung der unterschiedlichen Bearbeitungsmethoden erfolgt über einzelne Regler direkt am Videoprozessor. Entsprechend der vorhandenen Oberflächenstruktur kann die Kontrastverstärkung (edge enhancement) stufenlos eingestellt werden. Die Kontrastverbesserung wird durch programmgesteuerte Addition und Subtraktion nahe beieinander liegender Bildelemente (Pixel) erreicht. Die Hintergrundbeleuchtung (back light) hellt nur dunkle Bildanteile stufenlos auf. Bei Rohrinspektionen z.B. kann so tief in ein Rohr hineingeleuchtet werden, ohne daß der Vordergrund überstrahlt wird. Mit einer Detaileinstellung kann entsprechend der vorhandenen Oberfläche die Erkennbarkeit feinster Strukturen variiert werden. Eine Schaltung für Bildteilung gestattet immer die Gegenüberstellung vom Normal- zum veränderten Bild. Die Bild-Manipulation kann sowohl in Live Modus als auch im digitalen Standbild (Freeze Frame) erfolgen. Durch die Kombination beider Verfahren kann aus einem standardmäßig sehr schlechten, nicht verwertbaren Videobild ein Bild mit extrem hoher Detailerkennbarkeit erzeugt werden.