Im Rahmen des europäischen CANDIA-Projektes (Cost Reduction by Advanced Non Destructive Inspection of Aeronautical Structures) werden an der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung Methoden für die Datenfusion entwickelt.Um Daten verschiedener ZfP-Verfahren miteinander vergleichen zu können, ist ein Austausch von Meßdaten zwischen verschiedenen Anwendern notwendig. Dieser Datenaustausch wird durch das aus dem TRAPPIST-Projekt (Transfer Processing and Interpretation of 3D NDT Data in a Standard Enviroment) hervorgegangene Datenformat ermöglicht, welches von dem TRAPPIST-Projektpartner Electricitä de France (EDF) weiterentwickelt wird. Dabei wurde die Arbeit der CEN-Arbeitsgruppe CEN TC 138 AHG 3 berücksichtigt, die sich mit der Definition eines europaweiten methodenübergreifenden Standard-Datenformats in der ZfP beschäftigt.
Ein einheitliches Datenformat ist die Basis für alle verfahren- und anwenderübergreifenden Methoden der Datenfusion. Es können Meßdaten gleicher Verfahren zum Beispiel aus verschiedenen Aufnahmepositionen ebenso verglichen werden, wie Daten verschiedener Verfahren in einen Betrachtungsraum zusammengeführt werden können. Besonders aussagekräftig wird diese Fusion, wenn Fehleranzeigen direkt in den dreidimensionalen Geometrien der CAD-Daten der inspizierten Körper visualisiert werden können.
Durch die Fusion von Meßdaten verschiedener ZfP-Verfahren und die Einbindung von CAD-Daten erhöht sich die Zuverlässigkeit von Prüfaussagen, wodurch eine erhebliche Kostenreduktion zum Beispiel bei der Wartung von Flugzeugen ermöglicht wird.