Nach der neuen Norm EN12543-1 sind Brennflecke von industriellen Röntgenröhren mit einem spezifizierten Brennfleckscanner zu vermessen bzw. Meßergebnisse anderer Methoden (traditionelle Lochkamera oder Schlitzkamera) nur verwendbar, wenn eine enge Übereinstimmung der Ergebnisse der Filmmethoden mit den Ergebnissen des Scanners gewährleistet ist.Der Scanner bietet u.a. den prinzipiellen Vorteil, auch im oberen Spannungsbereich bis zu 450 kV verläßliche Ergebnisse zu liefern, wo die Loch- und Schlitzkameras versagen. Hieraus ergibt sich erstmals die Möglichkeit, industrielle Röntgenröhren im kompletten Spannungsbereich von 0 bis 450 kV im Hinblick auf die Brennfleckgröße und deren Abhängigkeit von den Betriebsparametern zu bestimmen.
In diesem Beitrag soll ein bei Philips M entwickelter Brennfleckscanner kurz vorgestellt werden. Er ist nach den Vorgaben in EN 12543-1 gebaut worden. Die Währungen mit dem Scanner zeigen, daß einige Kriterien in EN12543-1 schärfer gefaßt werden sollten, uni eine bessere Vergleichbarkeit der Ergebnisse verschiedener nach Norm gebauter und betriebener Scanner zu erreichen. In dem Spannungsbereich, der sowohl der Scanmethode als auch der Filmmethode nach EN 12543-2 und -3 zugänglich ist, ist eine sehr gute Übereinstimmung der Ergebnisse der verschiedenen Methoden festzustellen.
Schwerpunktmäßig, werden dann Meßergebnisse für eine 450 kV-Röntgenröhre und eine 160 kV-Röntgenröhre präsentiert. Es zeigt sich in diesen Beispielen sehr deutlich, daß die Brennfleckgröße im Rahmen der Meßgenauigkeit des Scanners sich innerhalb des für die Applikationen relevanten Spannungsbereiches praktisch nicht ändert. Dies bedeutet, daß für Applikationen, bei denen die Brennfleckgröße direkt in eine Abstandsvorschrift einmündet (z,B. bei der Schweißnahtprüfung), problemlos die Betriebsspannung, variieren werden kann,
Eine Ausnahme von der Konstanz der Brennfleckgröße bilden gittergesteuerte Röntgenröhre deren Fokusgröße durch gezielte Wald der Gitterspannung innerhalb gewisser Grenzen variiert werden kann.