Das Projekt MISTRAL wird im Rahmen des BRITE-EURAM-Programmes von der EU gefördert. Vorhabensziel ist eine Verbesserung der Aussagekraft und der Zuverlässigkeit zerstörungsfreier Prüfungen an metallischen Komponenten durch den Paralleleinsatz mehrerer Prüftechniken und die Verschmelzung deren Ergebnisdaten zu einem Gesamtprüfergebnis. In diesem Vortrag soll speziell die Kombination der Ultraschall- mit der Wirbelstromprüftechnik betrachtet werden. Ein zentraler Punkt bei der Fusion von Daten verschiedener Quellen ist die Übereinstimmung der Bezugssysteme. Durch den Einsatz einer kombinierten Ultraschall-/Wirbelstromsonde wird dieses Problem optimal gelöst, wobei gleichzeitig die Abmessungen des Prüfkopfsystems und die Anzahl der Prüffahrten minimiert werden. Für die Verschmelzung der Meßdaten wurde die dezentrale Fusion realisiert: Zunächst wird jede Prüftechnik für sich bearbeitet, diese Einzelergebnisse werden zum Gesamtergebnis zusammengefaßt. Dadurch ergibt sich vorteilhafterweise eine Unabhängigkeit der Fusion-Tool-Architektur von den Feinheiten der Prüftechnik. Die Plausibilitäten der Einzelergebnisse werden gemäß der Dempster-Shafer-Theorie kombiniert. Im Ergebnis erhält man Evidenzintervalle, die über Annahme oder Ablehnung einer möglichen Prüfaussage entscheiden. Praktische Ergebnisse aus dem MISTRAL-Projekt werden vorgestellt.