Fernrohrleitungen gelten bezogen auf die beförderte Transportmenge mit Abstand als die sicherste und ökonomischste Form
des Transportes von Gasen oder Flüssigkeiten. Jedoch hat sich auch hier gezeigt, daß Werkstoffschädigungen in Form von
Korrosion oder Rissen oft früher als erwartet zu einem Leitungsversagen mit manchmal katastrophalen Folgen führen können.
Andererseits ist der Zustand vieler Leitungen auch nach Erreichen der Auslegungsdauer so gut, daß sie weiterhin mit
ausreichender Sicherheitsreserve betrieben werden können. Voraussetzung für eine zuverlässige Zustandsbewertung ist in
jedem Fall die rechtzeitige Erkennung und Quantifizierung von Werkstoffschädigungen. Dazu werden sogenannte intelligente
Molche eingesetzt, die unter Verwendung von zfP-Verfahren in der Lage sind, bis zu mehreren hundert Kilometer lückenlos
auf bestimmte Schädigungstypen zu prüfen.
Während die Erfassung von Korrosionsschäden mittels Ultraschall- bzw. Streuflußmolchen seit einigen Jahren Stand der
Technik ist, war eine zuverlässige Rißprüfung von Fernrohrleitungen aufgrund der wesentlich komplexeren technischen
Anforderugen in der Vergangenheit nicht möglich. Mit dem von Pipetronix entwickelten Rißprüfmolch UltraScan CD steht nun
weltweit erstmals ein Prüfsystem zur Verfügung, daß die für eine Leitungsbewertung erforderlichen Randbedingungen
bezüglich Nachweisempfindlichkeit, Zuverlässigkeit und Aussagesicherheit erfüllt. Mit dem System wurden inzwischen mehr
als tausend Kilometer Fernrohr.eitunaen unterschiedlicher Art und Durchmesser erfolgreich inspiziert.
In dem Beitrag werden Prüfanforderungen, Prüfkonzept und Datenauswertung vorgestellt. Anhand von Beispielen aus der
Prüfpraxis (Spannungskorrosionsrisse, rißähnliche Fehler, Einschlüsse, Laminationen etc.) wird die Leistungsfähigkeit des
Systems demonstriert. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Möglichkeit der Rißtiefenbestimmung eingegangen.