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| I N H A L T |
Bisher erfolgte die Erfassung des Streufeldes eines Schadens in einem Drahtseil entweder summarisch am ganzen Seilumfang, in zwei 1 80°-Sektoren aufgeteilt oder in vier sich überlappenden 1 80°-Sektoren. Neu wird die detaillierte Erfassung des magnetischen Streufeldes eines Drahtseils, aufgeteilt in 24 bis 60 Sektoren, je nach Seildurchmesser, unter Zuhilfenahme des sog. Hall-Effektes von Halbleitern und durch die fortschreitende Erweiterung der Kapazitäten eines Personal-Computers möglich. Die bildliche Darstellung des hoch aufgelösten magnetischen Streufeldes und die vielfältigen Möglichkeiten der Auswertung der gewonnenen Daten liefern neue Entscheidungsunterlagen.
Nachstehend werden die beiden bisherigen Prüfverfahren in Erinnerung gerufen und das bildgebende Verfahren vorgestellt.
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![]() | Röntgenaufnahmen des Seils mit den Diagrammanzeigen in obiger Abbildung, die Drahtbrüche sind im Originalfilm natürlich besser erkennbar.
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Der Erfassung der magnetischen Felder dient der Hall-Effekt (nach Edwin Hall, 1879). Diese Sonden geben im Betrieb eine dem auf den Sensor einwirkenden Magnetfeld proportionale Spannung ab. 24-60 Hallsonden werden rund um das Seil angeordnet und einzeln an den Multiplex-Verstärker angeschlossen.
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Während dem Prüfvorgang wird das Seil mit dem Prüfgerät abgefahren (Tragseile) oder das Seil läuft durch das stationäre Prüfgerät (Zug- und Förderseile). In Schritten von vorerst 0,6 mm Seillänge werden die Hallspannungen der Sensoren registriert und abgespeichert. Die Abbildung des Streufeldes erfolgt längs der Seilachse. Mit den am Seilumfang gesammelten Daten wird ein Bild der abgewickelten Seiloberfläche erzeugt. Die numerischen Werte können vielfältig weiterverarbeitet und als Graustufenbilder, Falschfarbenbilder oder Reliefdarstellung aufbereitet werden.
Beispiel 1: Tragseil 46 mm Durchmesser mit Außendrahtbruch
Magnisches Streufeld im freien Seil und beim Drahtbruch --- Streufeld im freien Seil --- Streufeld beim Drahtbruch |
Da es sich hier, wie aus dem Bild ersichtlich, sowohl in der Mitte des Drahtbruches als auch im drahtbruchfreien Seil um homogene magnetische Streufelder handelt, ist eine Messung des Querschnittsverlustes bzw. eine Eichung der Querschnittsmessung möglich. Das sichtbar gemachte Streufeld erlaubt die Messung des Querschnittes in Kenntnis der Meßbedingungen, es ist nicht mehr eine "blinde" Messung. Die Erfahrung wird zeigen, in welchem Maß Messungen in inhomogenen Streufeldern korrigiert werden müssen
Streufeld in zwei Querschnitten durch das Tragseil, die Differenz der beiden Felder entspricht dem Querschnitt des gebrochenen Drahtes (1,7 % des Seilquerschnittes):
Schwieriger wird das Erkennen und Bewerten innerer Seilschäden. Wie lassen sich innere Drähtbrüche von Schweißstellenanzeigen unterscheiden? Wie gut sind innere Drahtbrüche bei überlagerter, innerer oder äußerer Korrosion erkennbar?
Viele Erfahrungen liegen noch nicht vor. Die Seilprüfung aber lebt sehr stark von der Erfahrung, eben weil die Prüfgeräte nur indirekt, über das magnetische Streufeld eines Seils, Aufschluß über den Zustand geben. Die vorliegenden Beispiele mögen aber zeigen, daß die Fehlererkennbarkeit derjenigen der Durchstrahlungsprüfung eher überlegen ist.
Beispiel 2: Tragseil 46 mm Durchmesser mit 4 Innendrahtbrüchen: 36 Hallsonden am Seilumfang, Seilabschnitt 1,4 m lang, Bruchweite 1-3,5 mm (aus Gammaaufnahmen, das Streufeld bei kleinen Bruchweiten ist proportional zur Länge des Drahtendenabstandes) Querschnittsanteil eines gebrochenen Drahtes 0,92 %:
Beispiel 3: Tragseil 60 mm Durchmesser mit 9 Innendrahtbrüchen:
Beispiel 4: Litzenseil 33 mm Durchmesser mit 7 Drahtbrüchen) Die Fragestellung in diesen Fall lautete: Ist immer derselbe, (fehlerhafte) Draht gebrochen oder sind verschiedene Drähte gebrochen ? 32 Hallsonden am Seilumfang, Seilabschnitt 4,798 m lang, Querschnittsanteil eines Drahtes: 1,26 %: Die hochaufgelöste Streufeldaufzeichnung unten rechts und die flache Verteilung der magnetischen Streutelder in der linken Darstellung erlauben den Schlul3, daß keine inneren Drahtbrüche vorliegen.
Die Auswertung einer einzelnen Sonde (einer Datenzeile) erlaubt die kontinuierliche Messung der Seilschlaglänge.
Beispiel 5: Tragseil 47 mm Durchmesser mit äußerer Korrosion 36 Hallsonden am Seilumfang, Seilabschnitt 3 m lang mit örtlicher Korrosion. Die Fragestellung lautet: Werden durch die Anzeigen der äuBeren Korrosion die Anzeigen möglicher innerer Drahtbrüche übertönt?
![]() | Die hochaufgelöste Streufeldaufzeichnung unten rechts und die flache Verteilung der magnetischen Streufelder in der linken Darstellung erlauben den Schluß, daß keine inneren Drahtbrüche vorliegen. |
Für die drei Prüfverfahren können die folgenden Leistungen erwartet werden:
Bis die Erfahrungen mit dem bildgebenden Verfahren ausreichend gefestigt sind, wird fallweise auf die Durchstrahlungsprüfung noch nicht vollständig verzichtet werden können.
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