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| I N H A L T |
Diese Tests bestätigten die Hauptmerkmale dieser Technik, welche gleichzeitig die wichtigsten Vorteile gegenüber der konventionellen Ultraschallprüfung darstellen:
| a) | es besteht kein physikalischer Kontakt mit dem Objekt, d.h. für eine Prüfung bedarf es gar keines Koppelmediums. Das Verfahren funktioniert auch im Vakuum und an sehr heißen Oberflächen; | |
| b) | die Entfernung zum Objekt kann bis zu 2 Meter, im Extremfall bis zu 4 Meter betragen; | |
| c) | eine große Fläche kann bei Verwendung eines aus einem Spiegelsystem bestehenden Scanners mit relativ hoher Geschwindigkeit abgetastet werden; | |
| d) | die gewohnt hohen Anforderungen bezüglich des Einstrahlwinkels der extern generierten Ultraschallwellen gegenüber der Bauteiloberfläche werden in dramatischer Weise reduziert, da bei Laser-Ultraschall die Ausbreitung der an der Oberfläche generierten Wellen immer senkrecht zur Normalen in das Bauteilinnere geschieht; | |
| e) | optional kann während einer Ultraschallprüfung gleichzeitig die äußere Form des Bauteils erfaßt werden. Diese Informationen über die Kontur einer möglicherweise komplexen Struktur können mit dem Ergebnis einer Prüfung überlagert werden, was eine bessere visuelle Interpretation und Bestimmung innerer Fehler ermöglicht, siehe Bild 1 und Bild 2; | |
| f) | diese Technik ermöglicht schließlich die gleichzeitige Untersuchung von verschiedenen Materialkombinationen innerhalb eines Objekts, z.B. Metallteile in der Nähe oder innerhalb von kohlefaserverstärkten Kunststoffen, /4/. | |
![]() Bild 1: Darstellung des Ergebnisses einer Prüfung mit Laser-Ultraschall an einem gewinkeltem Bauteil aus kohlefaserverstärktem Material. Die innenliegenden, künstlichen Fehler sind deutlich zu erkennen, ihre Lage in Bezug zur Bauteilgeometrie jedoch nicht. |
Bild 2:
Das gleiche Prüfergebnis wie in Bild 1. Hier wurde jedoch die während der Prüfung simultan gemessene Information über die Kontur des Bauteils dem Prüfergebnis überlagert. Die Lage der Fehler in Bezug zur Form des Bauteils läßt eine deutlich bessere Analyse zu.
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Wegen den oben genannten Eigenschaften ermöglicht Laser-Ultraschall eine schnelle und effiziente Untersuchung von komplexen Bauteilen, insbesondere dann, wenn diese beispielsweise noch in der Produktion und heiß beziehungsweise noch an einem Flugzeug befestigt sind.
Wenn Versuche oder Abnahmemessungen nur an kleineren Teilen vollzogen werden müssen, so kann in der Praxis der Aufbau eines Laser-Ultraschall-Meßsystems ziemlich aufwendig oder teuer sein. Auf der anderen Seite kann selbst mit einem Serienprüfsystem die automatische Inspektion von Bauteilen, welche größer als der gewöhnlich abzutastende Bereich sind, nicht in einem Schritt durchzogen werden. Es ist daher offensichtlich, daß für solche Anwendungen eine individuelle Anlage entwickelt werden muß.
Die Herausforderungen, welche mit der Übertragung der Laser-Ultraschall-Technologie aus dem Labor heraus in das industrielle Umfeld verbunden sind, haben, alleine schon wegen den verschiedenen praktischen Anforderungen, zu mehreren Systemkonfigurationen geführt. Diese werden hier im Folgenden kurz vorgestellt. Der Stand der Technik stellt aber zur Zeit ein automatisches Prüfsystem für große Flugzeugteile dar, welches 1996 in Betrieb genommen wurde. Damit wurde definitiv gezeigt, daß Laser-Ultraschall ein Verfahren ist, welches - trotz fehlender Prüfnormen - bereits als hochwertiges Meßinstrument akzeptiert wurde. Letztendlich bietet es die Möglichkeit, die Erwartungen an die Prüfung modernster Materialien und Bauteilen zu erfüllen.
![]() Bild 3: Prinzipieller Aufbau eines Systems zur Prüfung eines Bauteils mittels Laser-Ultraschall (englisch: LUIS = Laser Ultrasonic Inspection System) |
In der Praxis beinhalten alle Systeme sowohl einen Laser für die Erzeugung wie auch einen Laser für die Messung von Ultraschallsignalen. Diese zwei Einheiten können beispielsweise durch Glasfaser miteinander verbunden und somit getrennt voneinander untergebracht werden, siehe Bild 3. Das sogenannte Basissystem für eine Untersuchung mit Laser-Ultraschall zeichnet sich u.a. dadurch aus, daß es einen festen Laserstrahl hat, d.h. keine Abtastvorrichtung besitzt. Soll nun eine Oberfläche geprüft werden, so muß jedes zu untersuchende Objekt auf einen mechanischen Verschiebetisch befestigt werden. Normalerweise erreichen solche Systeme einen maximalen Abtastbereich von ca. 15 cm x 15 cm. Von einem PC überwacht, erlaubt die gesamte Systemgeschwindigkeit keine Echtzeit-Berechnung aller benötigten Ergebnisse. Ferner verringert die eingeschränkte Laserleistung ebenfalls die Einfalls-, Reflektions- und Sammelwinkel, welche nahezu senkrecht zur Oberfläche stehen sollten. Auch die Meßtiefe ist auf maximal 16 mm beschränkt. Mit diesen Merkmalen ausgestattet eignet sich ein solches Basissystem insbesondere für grundlegende Untersuchungen mit Laser-Ultraschall, hauptsächlich an flachen und kleineren Materialproben.
| a) | ein energiereicher Erzeugungsstrahl, um stärkere Ultraschallwellen zu generieren, welche tiefer in das Material eindringen können; |
| b) | im allgemeinen stärkere Laser, um die Anforderungen hinsichtlich des Auftreff-, des Reflektions- und des Sammelwinkels zu reduzieren; |
| c) | ein Abtastsystem mit beweglichen Spiegeln, um zu vermeiden, daß die zu prüfenden Teile während des Abtastvorgangs bewegt werden müssen. Gleichzeitig ermöglicht dies, Bauteile oder Strukturen zu untersuchen, welche auf den Boden liegen, in selber Höhe oder sogar höher als das System angebracht sind, wie beispielsweise an Flugzeugen; |
| d) | ein leistungsfähiges Rechnersystem, welches die Multitasking-Fähigkeit mit mehreren Prozessoren unterstützt, zwecks verzögerungsfreier Anzeige der A-, B- und C-Scan-Ergebnisse und der Darstellung der Informationen über Kontur und Oberfläche des Bauteils während der Nachbearbeitung (falls diese Option installiert worden ist). |
Bild 4:
Fortgeschrittenes Prüfsystem mit Laser-Ultraschall: LUIS 72L
Ein flexibel verstellbarer Scanner lenkt die für die Erzeugung der Ultraschallwellen notwendige Laserstrahlung auf das komplex geformte Bauteil. Ein solches System kann von nur einer Person vollständig bedient werden.
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Bild 5:
Konzept eines industriellen Prüfsystems mit Laser-Ultraschall: LUIS 747. Eine solche Anlage sieht von, große Bauteile oder Strukturen in einem Durchgang zu prüfen.
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Bild 6:
Industrielles Prüfsystem: Diese Anlage vereint alle Komponenten einer automatisierten Prüfanlage mit Laser-Ultraschall, u.A. eine vollkommen ferngesteuerte Generatoreinheit (rechts, hochgefahren) sowie die Benutzung von linear geführten Wagen, welche mit den Prüfteilen bestückt sind. Das gesamte Prüfvolumen beträgt 12,5 m x 3,5 m x 1,2 m.
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Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von ULTRAOPTEC Inc., Boucherville, Kanada.
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