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| I N H A L T |
Diese Anwendungsart der Thermografie beschränkt sich auf die Aufnahme der Temperaturverteilungen auf den Oberflächen der Meßobjekte, ohne Einflußnahme des Thermografen auf die Wärmeflüsse im Meßobjekt, die für die Oberflächentemperatur des Meßobjektes in erster Linie verantwortlich sind.
Heute sollen an dieser Stelle die Grundprinzipien der Impulsthermografie und deren möglichen, zukünftigen Anwendungen in der vorbeugenden Instandsetzung vorgestellt werden.
Dazu wird auf die Oberfläche des Meßobjektes ein Energiepuls aufgebracht der die Oberfläche kurzzeitig erwärmt. Danach beginnt sich die Oberfläche abzukühlen, da die Wärme in das Innere des Meßobjektes abfließt. Dieser Vorgang der Abkühlung wird nun mit einer für das jeweilige Problem geeigneten Thermografiekamera beobachtet. Wird das Abfließen der Wärmeenergie in das Meßobjekt nicht behindert, beispielsweise durch Materialfehler unter der Oberfläche, kann man ein homogenes Abkühlen beobachten. Sobald jedoch Fehler im Material auftreten, wird der Abkühlungsprozeß gestört. Dies macht sich durch eine unregelmäßige Temperaturverteilung auf der Oberfläche des Meßobjektes bemerkbar.
Die Abbildungen 1 und 2 zeigen diesen Vorgang nochmals schematisch. In der Abbildung 1 wird das Transmissionsverfahren in der Impulsthermografie skizziert. Dabei wird auf der einen Seite durch einen Energiepuls die Objektoberfläche erwärmt. Die Wärmeenergie durchdringt das Meßobjekt und auf der anderen Seite wird beobachtet, wie die Wärme wieder an die Oberfläche tritt. Sofern im Meßobjekt eine Inhomogenität (Fehler) vorliegt, treten an den Punkten T1 und T2 treten kurzzeitig verschiedene Oberflächentemperaturen auf.
![]() Bild 1 |
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An den Fehlerstellen ist die Wärmeleitung anders (i. a. schlechter) als im fehlerfreien Bereich. Die Temperatur T2 ist also niedriger als die Temperatur T1 im ungestörten Bereich. Dieses so erhaltene Wärmebild macht also einen unter der Oberfläche liegenden Fehler quasi sichtbar. Hier aufgrund veränderter Wärmeleitung im fehlerbehafteten Bereich.
Die Abbildung 2 zeigt das Prinzip des Reflexionsverfahrens in der Impulsthermografie. Die Erwärmung erfolgt in gleicher Weise. Nur wird hier auf der erwärmten Seite der Abkühlungsprozeß durch ein für das jeweilige Problem angepaßtes Thermografiesystem beobachtet. In diesem Fall zeigt das so erhaltene Wärmebild an der fehlerhaften Stelle eine höhere Temperatur T2 als im ungestörten Bereich mit der Temperatur T1. Nun lassen sich die eben formal beschriebenen Meßprinzipien der Impulsthermografie natürlich auch mit kurzzeitigem Abkühlen des Meßobjektes durchführen. "Einfach" abkühlen und beobachten wie sich die Wärme wieder ins rechte Lot bringt. Das prinzipielle Vorgehen bleibt das gleiche. Dies ist dann interessant, wenn das Meßobjekt wärmer als die Umgebung ist, bzw. wenn ein Wärmestrom von innen nach außen auf die Oberfläche besteht.
Eindrückliche Beispiele der Impulsthermografie (Transmissions- und Reflexionsverfahren) aus der ZfP (die Daimler-Benz Aerospace stellte unserem Büro freundlicherweise Thermogramme zur Verfügung, die unterschiedliche Anwendungen illustrieren):
![]() Bild 3 - Bild 4 - Bild 5 |
Die Abbildungen 3, 4 und 5 zeigen drei Bilder mit z. T. fehlerhaften Wanddicken. So ist in Abb. 3 die Wanddicke ziemlich homogen 0,9 mm. In der Abb. 4 und 5 sind Schwachstellen durch die höheren Temperaturen (gelb-rot Farbcodierung) zu erkennen. Die Erwärmung wurde in diesem Falle mit Heißluft bewerkstelligt.
![]() Bild 6 |
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Die Auswahl der Energielieferanten hängt im wesentlichen von der Wärmeleitfähigkeit des zu prüfenden Materials und der Geometrie des Prüflings ab.
Nun sind diese eben beschriebenen Anwendungen in Labors mit immer gleichbleibenden Randbedingungen und für das jeweilige Meßproblem speziell entwickelten Meßaufbauten durchgeführt worden. Und zwar sehr erfolgreich. In der vorbeugenden Instandsetzung ist jedoch mit solchen Randbedingungen in aller Regel nicht zu rechnen. Somit bleibt als nächster Schritt die Anpassung an die Problemstellungen der vorbeugenden Instandsetzung.
Gleichzeitig soll der Leser durch die Beispiele ermuntert und angeregt werden, sich über noch ungelöste oder schlecht gelöste Probleme in seinem täglichen Arbeitsbereich - der vorbeugenden Instandsetzung - Gedanken zu machen, inwieweit die Impulsthermografie ein probates Inspektionsverfahren darstellen könnte.
Unser Büro arbeitet z. Z. daran, Anwendungen der Impulsthermografie aus der ZfP, für Problemstellungen der vorbeugenden Instandsetzung zu adaptieren.
So sind wir augenblicklich dabei, in einem großen Chemiekonzern Materialabtragungen an Rohrverzweigungen von Produktleitungen anhand der Impulsthermografie rechtzeitig festzustellen. Dabei ist viel Pionierarbeit zu leisten. Das Meßprozedere soll schnell, effizient, zuverlässig, reproduzierbar und vergleichsweise einfach zu handhaben sein.
Im gleichen Konzern werden wir in Kürze auch erste Versuche unternehmen, Ablösungen von innenliegenden Keramikschichten an Behältern von außen festzustellen. Dies soll in enger Zusammenarbeit mit der MTU München geschehen.
Weitere Aktivitäten sind im Ultraleichtflugzeugbau, bei Windkraftwerken (Windräder) und im Schiffsbau geplant.
Die Innovation lebt vom Gedankenaustausch und kundmachen von noch zu lösenden Problemen. Vielleicht konnte dieser kleine Streifzug durch die Impulsthermografie den einen oder anderen Leser anregen, durch spezielle Anwendungsverfahren der Thermografie, Problemstellungen in seinem täglichen Arbeitsbereich, der Instandhaltung, anzugehen.
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