| DGZfP-JAHRESTAGUNG 2001 Zerstörungsfreie Materialprüfung | ZfP in Anwendung, Entwicklung und Forschung Berlin, 21.-23. Mai 2001 -Berichtsband 75-CD | START |
|
In der Kraftwerkstechnik werden immer weiter optimierte Anlagenwirkungsgrade erreicht, die eine hohe Materialauslastung bedingen. Setzt man dies in die Anwendung der zerstörungsfreien Prüfung um, so bedeutet dies folgende Herausforderungen:
Abb 1: Anwendungsgebiete an der Turbine, Beispiele |
4.1 Tannenbaumnuten an Radscheiben
Für die Befestigung der Schaufeln an den Radscheiben gibt es verschiedene Ausführungsformen: Bei diesem Design sind die Tannenbaumnuten axial ausgerichtet in einer Doppelreihe angeordnet.
![]() Abb 2: Tannenbaumnuten in Doppelanordnung mit Prüfgeometrie |
4.1.1 Prüfkonzept
Das Prüfkonzept für die Auffindung der von dem Formgrund ausgehenden Fehler benützt den Vorteil der konischen Geometrie, um eine Abtastung über die gesamte Länge der Tannenbaumnuten zu gewährleisten (linke und mittlere Darstellung). Der Gruppen-strahler-Prüfkopf schwenkt horizontal und erfaßt damit die gesamte Tannenbaumgeometrie unter verschiedenen Aspektwinkeln, um so eine Redundanz an Signalinformation zu erhalten und auch Orientierungsschwankungen der eventuellen Fehler abzudekken (linke Darstellung).
4.1.2 Erperimentelle Ergebnisse
Aufgrund der relativ klaren geometrischen Verhältnisse wurde rasch in das Stadium der Versuche mit den Gruppenstrahler-Prüfköpfen übergegangen:
![]() Abb 3: Ergebnisdarstellung vom Testkörper mit Fehleranzeigen |
Die Projektionsbilder mit Überlagerung aller Schwenkwinkelergebnisse in jeweils ein Bild zeigen die Formanzeigen, bedingt durch den Grund und die Spitze der Tannenbaumgeometrie. Im D-Bild stellen sich diese Formechos als schräg verlaufende Linien dar, dazwischen sind deutlich die Anzeigen der beiden Fehler mit 2 mm Tiefe erkennbar.
Die Software bietet nun die Möglichkeit die formbedingten Anzeigen aus den Projektionsbildern herauszuschneiden, so daß sich als Deutliches Prüfergebnis die Darstellung der beiden Fehler ohne Formechoüberlagerung ergibt.
![]() Abb 4: Ergebnisdarstellung, Formechos ausgeblendet |
4.2 Schaufelfüsse der Turbinenlaufschaufeln
Hier liegt eine kompliziertere Prüfgeometrie vor:
Das untere Ende der Schaufel ist stark gekrümmt und schneidet den Schaufelfuß sichelförmig an.
4.2.1 Prüfkonzept
Durch diese Geometrie besteht an beiden Enden an der Saugseite eine Möglichkeit der Prüfkopfauflage, um die Fehlerlagen in der Tannenbaumgeometrie zu erreichen (siehe Abbildung 5).
Die Fehlerlagen in der Mittenposition der Längsachse des Schaufelfußes werden lediglich durch Ankopplung an der Druckseite am unteren Ende der Schaufel erreicht (Abbildung 6).
Für beide Fälle erfordert die Prüfgeometrie einen Vertikalschwenk des zu verwendenden Gruppenstrahlerprüfkopfes. Damit fällt die Möglichkeit des horizontalen Schallschwenks weg, die Manipulation muß den Anstellwinkel angepaßt einstellen können.
4.2.2 Experimentelle Ergebnisse
![]()
Abb 5: Prüfkopfpositionen an der Kopfseite |
Die den Prüfpositionen zugeordneten A-Bilder zeigen für die 2 mm tiefen Nuten einen Nutz-Stör-Abstand von über 12 dB.
Abb 6: Prüfkopfposition auf der Schaufel |
Aufgrund der umfangreichen Vorversuche mit konventionellen Prüfköpfen zur Simulation verschiedener ("vertikaler") Einschallwinkel, aber auch zur Optimierung der Prüffrequenz, konnten die Parameter der Gruppenstrahlerprüfköpfe zuverlässig bestimmt werden.
Ein Beispiel zum oben gezeigten Fehler Nr. 6 soll dies demonstrieren:
![]() Abb 7: Prüfergebnis mit Gruppenstrahlertechnik in Projektionsdarstellung |
| Herausgeber: DGfZP, Programmierung: NDT.net | START |