Die Abkürzung RADAR steht für "RAdiation Detection And Ranging".
Darunter verstand man in der ersten Hälfte des Jahrhunderts ursprünglich ein
Verfahren zur Ortung metallischer Gegenstände in Luft oder Wasser.
Das Radar-Verfahren beruht auf dem Impuls-Echo Prinzip: Von einem
Impulsgenerator wird ein sehr kurzer elektrischer Impuls (Halbwertsbreite <
1 ns) erzeugt, der von der Sendeantenne in das zu untersuchende Material
abgestrahlt wird. Dieser elektromagnetische Impuls wird an Grenzflächen
reflektiert, an denen sich die dielektrischen Eigenschaften des Materials
ändern, und von der Empfangsantenne detektiert. Insbesondere treten also
Reflexionen an der Oberfläche und der Rückseite der zu untersuchenden
Strukturen auf sowie an Inhomogenitäten im Material. Sowohl die Intensitäten
der Reflexionen als auch die Laufzeiten sind abhängig von den dielektrischen
Eigenschaften. Ist die Ausbreitungsgeschwindigkeit im Material bekannt, so
läßt sich aus der Laufzeit die Position des Reflexionszentrums bestimmen.
Dabei muß berücksichtigt werden, daß die Dielektrizitätszahl und damit die
Ausbreitungsgeschwindigkeit von der Temperatur und vom Feuchtegehalt abhängt.
Dieser Effekt wird bei der Durchführung von Feuchtemessungen ausgenutzt.
Das Georadar wird seit mehr als 20 Jahren für geologische Untersuchungen
und zur Grundwassersuche eingesetzt. Neuere Entwicklungen auf dem Gebiet der
Hochfrequenztechnik ermöglichen den Einsatz von Antennen im Frequenzbereich
bis zu 2,5 GHz, so daß die örtliche Auflösung des Verfahrens im cm-Bereich
liegt. Aus diesem Grund wurde das Radar-Verfahren in den letzten 5 Jahren
erfolgreich für Strukturuntersuchungen und Feuchtemessungen im Bauwesen
eingesetzt. Strukturuntersuchungen werden zur Analyse des Schichtaufbaus, zur
Dickenbestimmung und zur Ortung von Ablösungen an mehrschichtigen Bauteilen
durchgeführt (z. B. Dickenmessung von Betonsohlplatten und von Straßenbelägen,
Ortung von Ablösungen von Vorsatzschalen usw.). Radar eignet sich sehr gut zur
Lokalisierung von schlaffer und vorgespannter Bewehrung in Beton sowie von
metallischen Ankern und Trägern in Mauerwerk. Für die Bestimmung der Position
von Hohlstellen in Beton und Mauerwerk ist das Verfahren nur unter bestimmten
Voraussetzungen einsetztbar. Das Radar-Verfahren läßt sich gut zur
Durchführung von Feuchtemessungen anwenden, tiefenaufgelöste Ergebnisse lassen
sich jedoch nicht erzielen. Dazu sei auf das Verfahren Mikrowellen-Transmission
hingewiesen.