| DGZfP-JAHRESTAGUNG 2001 Zerstörungsfreie Materialprüfung | ZfP in Anwendung, Entwicklung und Forschung Berlin, 21.-23. Mai 2001 -Berichtsband 75-CD | START |
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Acoustic emission analysis is a well-known volume sensitive technique suitable for analysing the damage mechanisms and kinetics in reinforced and filled plastics, whereas laser- extensometry describes the local surface strain as an image of the inner defect and failure processes. Although the combination of both of these testing techniques permits the determination of local material parameters and a temporal damage assignment, in conventional tensile testing it is problematic, because temporally and locally different relaxation conditions arise due to the heterogeneous and aelotropic material and load state. These effects can be compensated only insufficiently even by an integral strain control. The application of local strain control due to the location of the maximum specimen strain leads within the failure relevant specimen section to nearly constant deformation and relaxation conditions and yields in combination with acoustic emission testing a damage kinetics much more according to real stress situations. For different reinforced polyamide materials with varying orientations and contents of glass fibres the deformation and damage behaviour will be shown and practical effects for different strain control algorithms will be discussed and evaluated.
Laserextensometrie
Der konventionelle Zugversuch ist auch heute eine der wesentlichsten Techniken zur Prüfung des mechanischen Werkstoffverhaltens. Jedoch lassen sich im konventionellen Zugversuch nur integrale Daten über den aktuellen Dehnungszustand des Prüfkörpers gewinnen, während der Dehnungszustand über die Prüfkörperlänge aber lokal variabel ist. Damit ist es nicht möglich, im konventionellen Zugversuch Einblicke in die lokal ablaufenden Dehnungs- und Schädigungsvorgänge zu erhalten.
Durch Einsatz der Laserextensometrie gelingt es, die lokale Dehnungsverteilung zu bestimmen und so die Unterschiede im lokalen Dehnungsverhalten des Prüfkörpers festzustellen. Daraus lassen sich dann Rückschlüsse auf die Mechanismen ziehen, die zu einer Schädigung und schließlich zum Versagen eines Werkstoffes führen. Bei der Laserextensometrie wird die Oberfläche eines Prüfkörpers mittels eines Lasers, der über eine Ablenkeinrichtung gesteuert wird, in Längsrichtung abgescannt (Bild 1). Auf die Oberfläche des Prüfkörpers wurden zuvor alternierend helle und dunkle Markierungen aufgebracht. Die hellen Markierungen reflektieren das Licht des Lasers diffus in einen Sensor, mit dessen Hilfe so die aktuelle Breite der Markierungen und damit die lokalen Dehnungen des Prüfkörpers gemessen werden können.
Bild 1: Laserextensometer, Prinzipskizze
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Bild 2: Parallelscanner, Messprinzip
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Schallemissionsprüfung
Bei mechanischer Beanspruchung von Werkstoffen entstehen infolge der Erzeugung struktureller Defekte Schallereignisse, die bezüglich ihrer Häufigkeit, Energie, Frequenz, Dauer, Gestalt und Verteilung für die Art dieser Defekte und den Entstehungsmechanismus charakteristisch sind. Diese Schallereignisse können mit einem einzelnen Sensor oder zur Ortung der Position ihres Auftretens mit mehreren Sensoren aufgezeichnet und für die Bewertung der Schädigungskinetik herangezogen werden. Dazu wird ein akustischer Sensor mit Hilfe eines Schallkopplungsmediums am Prüfkörper angebracht, um den akustischen Widerstand möglichst gering zu halten. Der Sensor muss außerhalb des Messfeldes des Laserextensometers am Prüfkörper angebracht werden, um unerwünschte Beeinflussungen des Spannungsfeldes auszuschließen, die sich durch eine scheinbare Querschnittsvergrößerung des Prüfkörpers ergeben. Die vom Sensor detektierten Schallereignisse sind sehr niederenergetisch und müssen daher über einen Vorverstärker geleitet werden, um sie dann über beliebige Entfernungen an eine Mess- und Auswertungseinheit übertragen zu können, in der sie aufgezeichnet werden (Bild 3a).
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Bild 3: Schallemissionsprüfung, Prinzipskizze (a) und Foto (b)
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Lokale Dehnungsregelung
Ziel bei jeder Werkstoffprüftechnik ist es, möglichst definierte Messbedingungen zu gewährleisten, um reproduzierbare und aussagekräftige Werkstoffkennwerte zu erhalten. Beim Zugversuch betrifft das in erster Linie die Relaxationsbedingungen, die einen entscheidenden Einfluss auf das Dehnungs- und Schädigungsverhalten eines Werkstoffes unter mechanischer Belastung ausüben, und die unmittelbar von der Dehngeschwindigkeit abhängen. Die Dehngeschwindigkeit wird beim konventionellen Zugversuch integral durch die Zugprüfmaschine vorgegeben. Ein Blick auf die lokale Verteilung der Dehngeschwindigkeit zu verschiedenen Zeitpunkten (Bild 4a) zeigt jedoch deutliche Unterschiede der lokalen Dehngeschwindigkeiten zur integralen, wobei sowohl sehr starke Abweichungen zu höheren Werten, als auch zu niedrigeren bis zu negativen Werten möglich sind, die einer partiellen Kontraktion entsprechen. Die Inhomogenität der lokalen Dehngeschwindigkeiten zeigt deutlich, dass beim konventionellen Zugversuch lokal nicht von definierten Bedingungen ausgegangen werden kann. Die lokalen Unterschiede in den Relaxationsbedingungen führen dazu, dass die ermittelten lokalen Werkstoffkennwerte eigentlich nicht miteinander vergleichbar sind, da sie unter unterschiedlichen Prüfbedingungen ermittelt werden.
Im zeitlichen Verlauf (Bild 4b) zeigt sich überdies, dass die lokalen Dehngeschwindigkeiten nicht ortskonstant sind und teilweise großen Veränderungen am gleichen Ort unterliegen. Damit sind selbst die für des selben Bereich zu verschiedenen Zeitpunkten gemessenen Werte nicht mehr vergleichbar.
![]() (a) | ![]() (b) |
| Bild 4: Orts- (a) und Zeitabhängigkeit (b) der lokalen Dehngeschwindigkeit für ausgewählte Zeiten bei PA6, gespritzt, 10 M.-% Glasfaseranteil | |
![]() Bild 5: Dehnungsregelung, Prinzipskizze |
Dehnungsregelung
![]() Bild 6: Regelalgorithmen der lokalen Dehnungsregelung |
Umgekehrt lässt sich auch der Bereich der minimalen lokalen Dehnung (Bild 6d) zur Regelung des Prüfsystems einsetzen. Hierbei werden die lokale Dehngeschwindigkeit und die Relaxationsbedingungen jedoch nur nach unten hin begrenzt, während nach oben weiterhin keine Beschränkung vorhanden ist. Daher ist mit diesem Regelmechanismus auch keine Verbesserung der Aussagekraft zu erhalten.
Lokale Dehnungsverteilung
Erhält man im konventionellen Zugversuch den zeitlichen Verlauf der integralen Dehnung, so werden mittels der Laserextensometrie lokale Dehnungswerte bestimmt, die dreidimensional als Dehnungsverteilung dargestellt werden können (Bild 7a). Dabei lassen sich deutlich die Unterschiede im lokalen Dehnungsverhalten der einzelnen Prüfkörperbereiche erkennen. Insbesondere wird deutlich, dass die Bereiche minimaler (rot) bzw. maximaler (blau) Dehnung nicht ortsstabil sind, sondern im Verlauf des Versuches durchaus sehr unterschiedliche Bereiche des Prüfkörpers betreffen können. Im vorliegenden Beispiel zeigt sich erst gegen Ende des Versuches die Herausbildung einer ortsstabilen Zone maximaler Dehnung, an der auch letztlich das Versagen des Werkstoffes statt fand.
Bild 7: Lokale Dehnungsverteilung (a) und mechanische Heterogenität (b) für PA6, 20 M.-% Glasfaseranteil
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Die Heterogenität kann sowohl als zeitliche Funktion dargestellt (Bild 7b), als auch als einzelner Werkstoffkennwert an einer definierten Position angegeben werden, beispielsweise als Bruchheterogenität zum Zeitpunkt des Werkstoffversagens. Damit gelingt es, die mittels der Laserextensometrie ermittelten Daten über die lokale Dehnungsverteilung in einer leicht handhabbaren und aussagekräftigen Form auszudrücken.
Schallemissionen
Die Analyse der an auf verschiedene Art präparierten Prüfkörpern aufgenommenen akustischen Emissionen zeigt sowohl bei längs gefrästen als auch bei gespritzten Prüfkörpern mit einem Glasfaseranteil von 10% eine trimodale Verteilung der Energie der Schallereignisse im zeitlichen Verlauf (Bild 8b, c).
Zu Beginn des Zugversuches dehnen sich die Werkstoffe linearelastisch. Da dabei keine Schädigungen im Werkstoff hervorgerufen werden, kommt es hier auch noch nicht zu akustischen Ereignissen. Mit dem Einsatz der plastischen Deformation ist auch ein Onset akustischer Ereignisse zu verzeichnen, der das Auftreten struktureller Schädigungen anzeigt. Hierbei entsteht ein relativ schmales und hochenergetisches Energieband, das durch eine Ablösung der Glasfasern vom Matrixmaterial (Debonding) verursacht wird. Anschließend erfolgt durch die zunehmende Dehnung eine Ausrichtung der Glasfasern in Zugrichtung, was zum Auftreten eines zweiten, wesentlich niederenergetischeren und diffuseren Energiebandes führt. Im Verlauf der weiteren Aufdehnung des Matrixmaterials kommt es schließlich zum Pull-out der Glasfasern aus den Faserkanälen. Durch die Reibung der Glasfasern am Matrixmaterial im Faserkanal entstehen wieder Schallereignisse relativ hoher Energie, wobei sich das entsprechende Energieband jedoch über einen wesentlich größeren Bereich erstreckt. Mit zunehmender Dehnung nimmt die Energie der Pull-out-Emissionen dann wieder ab, bis es zum Werkstoffversagen kommt.
a) quer gefräst
| b) längs gefräst
| c) gespritzt
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| Bild 8: SEA-Energie-Zeit-Diagramme von PA6-Prüfkörpern mit 10 M.-% Glasfasern | ||
Dehnungsregelung
Vergleicht man die Ergebnisse der Laserextensometrie des ungeregelten (Bild 9a) mit dem integral geregelten Versuch (Bild 9b), so lässt sich weder bei den ermittelten integralen Werkstoffkennwerten noch beim Verlauf der Heterogenität ein signifikanter Unterschied feststellen. Da der Übergang zur integralen Dehnungsregelung lediglich irrelevante Prüfkörperbereiche ausschließt und systematische Fehler minimiert, entspricht dies auch völlig den Erwartungen. Ebenso ergeben sich keine wesentlichen Änderungen bei der Regelung nach dem lokalen Dehnungsminimum (Bild 9c), was infolge der unverändert undefinierten Relaxationsbedingungen ebenfalls verständlich ist. Demgegenüber zeigt sich jedoch bei der Regelung nach dem lokalen Dehnungsmaximum (Bild 9d) eine deutliche Veränderung sowohl des qualitativen als auch des quantitativen Dehnungsverhaltens. Deshalb sollen im Folgenden hier nur der integral geregelte und der nach dem lokalen Dehnungsmaximum geregelte Versuch im Vergleich betrachtet werden.
a) konventionell
| b) integral geregelt
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c) lokales Minimum
| d) lokales Maximum
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| Bild 9: Heterogenität von PA6 mit 10 M.-% Glasfaseranteil für verschiedene Regelalgorithmen | |
a) integral geregelt
| b) lokales Maximum
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| Bild 10: lokale Dehnung von PA6 mit 20 M.-% Glasfaseranteil für integrale Regelung (a) und Regelung nach dem lokalen Dehnungsmaximum (b) | |
![]() Bild 11: Anzahl und Energie der Schallereignisse bei PA6 mit 10 M.-% Glasfaseranteil für integrale Regelung (a) und Regelung nach dem lokalen Dehnungsmaximum (b) |
![]() Bild 12: Verteilung der Anzahl der Schallereignisse über die Amplitude bei PA6 mit 10 M.-% Glasfaseranteil für integrale Regelung (a) und Regelung nach dem lokalen Dehnungsmaximum (b) |
![]() Bild 13: Kraft-Zeit- und Heterogenität-Zeit-Diagramme von PA6 mit 10 M.-% Glasfaseranteil für integrale Regelung (a) und Regelung nach dem lokalen Dehnungsmaximum (b) |
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