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| DGZfP-JAHRESTAGUNG 2002 ZfP in Anwendung, Entwicklung und Forschung | |||||
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Korrosionsmapping an RohrleitungenUwe Zscherpel, Oleksandr Alekseychuk, Carsten Bellon, Uwe Ewert, BAM BerlinPeter Rost, Markus Schmid, BASF AG, Ludwigshafen Kontakt: U. Zscherpel, U. Ewert, C. Bellon ZusammenfassungIm Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojektes wurde von BASF AG und BAM in den letzten Jahren der Stand der Technik auf dem Gebiet der Tangential-Radiographie von Rohrleitungen analysiert und die Auswerteverfahren weiterentwickelt. Es entstanden für diese bis heute nicht genormte Technik verschiedene PC-Anwendungen, sie wurden auf ihre Genauigkeit und Anwendungsbreite hin untersucht :
EinleitungSeit Jahrzehnten wird die tangentiale Projektionsradiographie (Schattentechnik) zur Wanddickenbestimmung von Rohrleitungen eingesetzt (siehe Bild 1). Der besondere Vorteil der Durchstrahlungstechnik bei der Zustandsüberwachung von Rohrleitungen liegt in der Durchführung dieser Prüfung im laufenden Betrieb, d.h. die Rohrleitung kann gedämmt und mediengefüllt sein (siehe Bild 2). Bei der herkömmlichen Auswertung der Projektionsradiographie wird die Dicke der Schattenprojektion der Rohrwand auf dem Durchstrahlungsfilm mit dem Lineal vermessen (siehe Bild 3). Aus diesem Wert wird unter Berücksichtigung der Projektionsgeometrie (Vergrößerungsfaktor) die tatsächliche Wanddicke berechnet (Formeln siehe Bild 4). Die Bestimmung der Wanddicke ist deshalb nur entlang der abgebildeten Mantellinien (in der Projektionsebene) des Rohres möglich. Zusätzlich erlaubt jedoch diese Methode im gesamten abgebildeten Rohrabschnitt den Korrosionszustand des Rohres visuell zu beurteilen, da sich erodierte Stellen der Rohrwand als dunklere Schatten (geringere Wanddicke) auf dem Film abbilden. Falls jedoch diese Erosionsstellen vermessen werden sollen, sind in der Regel weitere Projektionsaufnahmen aus anderen Einstrahlrichtungen notwendig, damit die zur Messung notwendigen Mantellinien genau durch diese Erosionsstellen verlaufen.
PC-gestützte Wanddickenmessung
Durch den Einsatz der digitalen Radiographie lässt sich diese herkömmliche Untersuchungsmethode weiterentwickeln. Dazu werden die Durchstrahlungsfilme mittels geeigneter Scanner digitalisiert oder es kommen Speicherfolien-Systeme oder Flachdetektoren zum Einsatz, die direkt digital ausgelesen werden. Bei BASF AG werden für die Projektionsradiographie als Film AGFA F8 mit RCF-Fluoreszenz-Folien eingesetzt, die gegenüber dem AGFA D7 mit Pb-Folien die Belichtungszeit auf ca. 7 % verkürzen, allerdings auf Kosten von Abbildungsschärfe und Signal/Rausch-Verhältnis. Nach der herkömmlichen Filmentwicklung werden die Filme mit einem Scanner "Diagnostic Pro" der Firma Vidar mit 300 dpi digitalisiert (siehe Bild 5). Ein digitalisierter Film 30x40 cm² wird in einer Datei von 33 MByte im 16-Bit-TIFF-Format gespeichert. Im Rahmen des gemeinsamen F&E-Projektes hat die BAM eine Auswertesoftware "wtScope" entwickelt, die erstmalig alle wesentlichen Anforderungen für die erfolgreiche Anwendung der digitalen Projektionsradiographie berücksichtigt :
In den Bildern 6 und 7 ist der Bildschirmaufbau für typische Anwendungen zur Auswertung der tangentialen Projektion gezeigt. Das Programm besitzt 3 Fenster. Oben links werden die Geometriedaten sowie die Tabelle mit den Messwerten dargestellt. Im rechten Fenster wird die Radiographie gezeigt, in der interaktiv mit der Maus die Lagen der Profile (Auswertebereich) zur automatischen Auswertung durch den tangentialen Wanddickenalgorithmus bestimmt werden. Im Fenster links unten wird der Verlauf der gemessenen Wanddicke im Auswertebereich zusammen mit dem ausgewählten Wanddickenprofil sowie der daran bestimmten Lage der Wandinnen- und -aussenkante angezeigt.
Nach Auswertung aller interessierenden Rohrwanddickenbereiche kann diese Auswertung als ASCII-Datei mit den Verweisen auf Filmdaten und verwendeten LUT-Tabellen abgespeichert werden. Dadurch lässt sich jederzeit die Auswertung wieder reproduzieren. Außerdem kann ein Protokollblatt für Word zur einfachen Protokollierung der Auswertung auf Knopfdruck erstellt werden (siehe Bild 8).
Ein wesentlicher Punkt im F&E-Projekt war die Optimierung des automatischen Wanddickenalgorithmus'. So konnte gegenüber den bisherigen Ergebnissen (siehe [4] und [5]) durch eine adaptive Glättung zur besseren Positionsbestimmung der Innenkante eine wesentliche Verbesserung der Genauigkeit gerade bei großen Wanddicken erreicht werden (siehe Bild 9, BASF neu gegenüber BASF alt [4] bzw. CTPWT [5]).
In Bild 10 wird ein weiterer Vorteil der PC-gestützten Auswertung deutlich: mit dem neuen, adaptiven Algorithmus sind jetzt auch noch Wanddicken sicher auswertbar, bei denen im Bild visuell keine Rohrinnenkante mehr sichtbar ist. Dadurch kann der Anwendungsbereich der tangentialen Projektionsradiographie um mehrere mm Wanddicke ausgedehnt werden. Auswertung der MuldenkorrosionZusätzlich zur Analyse der tangentialen Projektion können durch Auswertung der Strahlungsintensität am Detektor (digitalisierte Filmschwärzung, linearisierter Digitalwert des Speicherfoliensystems oder Digitalwert des Flachdetektors) in Abhängigkeit von bekannten Wanddicken aus den Schwärzungsänderungen an Erosionsstellen im Inneren der Rohrabbildung die resultierenden Wanddicken-änderungen in Durchstrahlungsrichtung bestimmt werden. Dazu muss der effektive Absorptionskoeffizient für die vorliegende Filmaufnahme bekannt sein. Dieser kann z.B. aus der bekannten Nennwanddicke des Rohres und einer weiteren bekannten Wanddickenänderung aus dieser Aufnahme selbst ermittelt werden. Das kann z.B.ein Bildgüteprüfkörper sein. Die Erprobung dieses Verfahrens hat auch gezeigt, dass es möglich ist, effektive Absorptionskoeffizienten aus ähnlichen Aufnahmen zu verwenden, wo die Durchstrahlungsanordnung, Detektor (Film/Folien-System), Strahlenquelle und durchstrahlte Wanddicke gleich sind.
Die mathematischen Grundlagen dazu sind in [6] dargestellt. In Bild 11 und 12 wird die praktische Umsetzung im Programm "wtScope" gezeigt. Das Modul zur Korrosionsauswertung (Muldenvermessung) besitzt 2 Auswertungsmodi : die µeff -Bestimmung und die Tiefenmessung. Bild 11 zeigt die Bestimmung von µeff aus 2 bekannten Wanddicken. Ist µeff bekannt, können anschließend Wanddickenunterschiede in Durchstrahlungsrichtung, relativ zu einer bekannten Nennwanddicke am Referenzpunkt, vermessen werden. Aus der Standard-Abweichung der Grauwerte lässt sich auch der Fehler dieser Auswertung abschätzen. KorrosionsmappingEin weiteres Problem sind Korrosionsmulden, die sich in der Wand befinden, von deren Mantellinie die tangentiale Projektion vermessen wird (siehe Bild 13). Diese Korrosionsmulden lassen sich mit den vorgestellten Algorithmen nicht vermessen. Diese Korrosionsmulden lassen sich vermessen, nachdem ein fehlerfreies Hintergrundbild vom Originalbild subtrahiert wurde. Ein solches Vorgehen ist in Bild 14 gezeigt. Mittels Medianfilterung in Richtung der Symmetrieachse des Rohres wurde ein Hintergrundbild erzeugt, das keine Korrosionsmulden enthält. Dabei sollte die Größe des Medianfehlers mindestens doppelt so groß wie Ausdehnung der Muldenkorrosion sein.
Diese Vorgehen lässt sich nicht nur auf einzelne Korrosionsmulden anwenden, sondern ist auch auf die komplette Projektionsradiographie anwendbar. Unter der Voraussetzung, dass das untersuchte Rohr gerade und symmetrisch ist, lässt sich durch eine Median-Filterung in Richtung der Rohr-Symmetrieachse ein "Modellbild" der unkorrodierten Rohrleitung erzeugen. Durch Subtraktion dieses Hintergrundbildes vom originalen Durchstrahlungsbild (Der Grauwert muss in diesem Falle proportional der durchstrahlten Wanddicke sein) und anschließender Farbkodierung des Differenzbildes erhält man ein Bild, in dem direkt der Wanddickenunterschied in Durchstrahlungsrichtung mittels geeigneter Farbskala ablesbar ist (siehe Bild 15). Literatur :
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