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| DGZfP-JAHRESTAGUNG 2003 ZfP in Anwendung, Entwicklung und Forschung | |||
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Anwendung von Linienarrays zur schnellen und wirtschaftlichen Prüfung von FlugzeugkomponentenRainer Meier, intelligeNDT Systems & Services, ErlangenRudolf Henrich, Airbus, Bremen Kontakt: Meier Rainer Dipl.-Ing. 1. EinführungDurch die Einführung der Phased Array Technik wurde die mechanisierte und automatisierte Ultraschallprüftechnik nachhaltig beeinflusst. Die Fähigkeit der ArrayPrüfköpfe, verschiedene Wellenarten unter unterschiedlichen Einschallwinkeln elektronisch gesteuert erzeugen zu können, führte zu vereinfachten mechanischen Prüfaufbauten und zur schnelleren und wirtschaftlicheren Prüfdurchführung. Zum Beispiel wurden bei der Prüfung von Reaktordruckbehältern in Kernkraftwerken durch konsequente Nutzung von Array prüfköpfen in Verbindung mit dem leistungsfähigen Ultraschallsystem SAPHIR bzw. SAPHIR plus (siehe Abb. 1) die Prüfzeiten innerhalb von wenigen Jahren mehr als halbiert! Ein vergleichbarer Innovationsschub ist nun für verschiedene Anwendungen durch die Markteinführung der Linienarrays zu erwarten. Im Schwerpunkt dieses Vortrages sollen Prüfanwendungen von Linienarrays in der Fertigung und Wartung von Flugzeugkomponenten stehen.
Ein Linienarray weist eine lineare Anordnung vieler Arrayelemente auf, wobei für einen einzelnen A-scan nur eine Untermenge der Arrayelemente als aktive Elementgruppe genutzt wird. Um einen Scan in Arraylängsachse auszuführen, wird die aktive Elementgruppe von Prüftakt zu Prüftakt weitergeschaltet (elektronischer Scan). Je nach Arrayauslegung und Anwendungsfall erfolgt das Weiterschalten jeweils um ein Element, in Sonderfällen um mehrere Elemente. Effektiv kann auch ein Scanabstand von einer halben Elementbreite erzielt werden, z.B. dadurch, dass abwechselnd von Takt zu Takt einmal eine gerade und darauffolgend eine ungerade Elementanzahl aktiviert wird. Das Funktionsprinzip eines Linienarrays zeigt die Abb. 2, Fotos eines ausgeführten Arrays sind in Abb. 3 und 4 dargestellt.
Nach unserem Verständnis ist im Allgemeinen ein Linienar ray mit der zugehörenden Elektronik so ausgelegt, dass es die Funktionalität eines Gruppenstrahlerprüfkopfes umfasst und somit zumindest in bestimmten Grenzen die Möglichkeit der Schrägeinschallung und der elektronischen Fokussierung bietet (siehe Abb. 5). Linienarrays machen in vielen Fällen, vor allem bei schmalen Prüfflächen, ein mechanisches Versetzen des Prüfkopfes überflüssig. Der mechanische Aufbau der Prüfeinrichtung samt Steuerung wird damit einfacher,die Prüfzeit wird verkürzt. Für einfache Prüfaufgaben, vor allem in der Wartung, bietet sich eine "teilmechanisierte" Prüftechnik an: Das Linienarray wird entlang einer z.B. mittels Saugnäpfen befestigten Schiene geführt, die Position mit einem Positionsgeber gemessen. Diese einfache Prüftechnik weist bezüglich der Ergebnisdarstellung alle Vorteile und Möglichkeiten der automatisierten Prüfung auf.
Grundlegende Entwicklungen zur Linienarraytechnik wurden durch Firma intelligeNDT im Rahmen des vom BMB+F geförderten MaTech-Verbundprojektes "Charakterisierung von CFK-Strukturen mit zerstörungsfreien Prüfverfahren" durchgeführt. Weitere Partner in diesem Projekt sind die Airbus Forschung und Entwicklung, Bremen, die Technische Universität Hamburg-Harburg und das Ingenieurbüro Dr. Hillger, Braunschweig. 2. Besonderheiten in der Anwendung von ArraylinealenMit Arraylinealen kann Kontakt- oder Tauchtechnik angewandt und sowohl in Impuls-Echo als auch in Durchschallung gearbeitet werden. Kontakttechnik bietet sich vor allem für solche Fälle an, wo mit relativ einfachen Mitteln eine halbautomatisierte Prüfung realisiert werden soll (siehe Abb. 6). Da Arraylineale aufgabengemäß relativ lang sind und die zu prüfenden Komponenten in den seltensten Fällen eine exakt ebene Oberfläche aufweisen, ist sicherzustellen, dass Koppelspaltschwankungen keine Amplitudenschwankungen verursachen. Dies wird durch geeignete Wahl des Vorlaufstreckenmaterials erreicht.
Bei Frequenzen oberhalb ca. 5 MHz wird die Schallschwächung in Kunststoffvorlaufstrecken sehr groß. Insbesondere werden die hochfrequenten Signalanteile sehr stark gedämpft, die resultierende Prüffrequenz liegt weit unterhalb der Nennfrequenz. Hier bietet es sich an, Wasser als Vorlaufstreckenmaterial in einer geschlossenen Vorlaufkammer zu verwenden. Diese Vorlaufkammer wird nach oben hin durch die Prüfkopfsohle und nach unten hin durch eine Membran abgegrenzt. Der Abstand zwischen Membran und Prüflingsoberfläche beträgt wenige 1/100 mm, das Arraylineal wird wie ein Kontakttechnikprüfkopf gehandhabt. Bei dieser Technik ist die richtige Materialwahl für die Membranfolie sehr wichtig, damit das Ultraschallsignal nichtbeeinträchtigt wird. Bei Verwendung der Vorlaufkammertechnik ist es auch einfach möglich, den Ultraschallstrahl quer zur Arraylänge über eine Zylinderlinse zu fokussieren (siehe Abb. 7). Wenn nun auch noch in Arraylängsrichtung über elektronische Verzögerung fokussiert wird, dann erreicht man eine sehr hohe prüftechnische Auflösung.
3. Anwendungsbeispiele in Durchschallungs- und Impuls-Echo-TechnikBei den folgenden Beispielen wurden Linienarrays mit einer Prüffrequenz von 4 MHz, 64 Elementen und einer Einzelelementabmessung von 8 mm ´ 0,7 mm verwendet. Das gesamte Array ist ca. 45 mm lang, damit ergibt sich eine Prüfbreite pro Scan von ca. 40 mm. Die Piezoelemente sind hoch bedämpft, die HF-Signale sehr kurz, wie das an einer CFK-Komponente aufgenommene A-Bild in Abb. 8 zeigt.
3.1 Prüfung einer ebenen CFK-Platte in Durchschallung (Tauchtechnik)
3.2 Prüfung der ebenen Platte in Impuls-Echo-Technik (Tauchtechnik)
3.3 Prüfung der ebenen Platte in Kontakttechnik
Die Gleichmäßigkeit des Ultraschall echos über alle Arrayelemente hinweg wird in Abb. 13 demonstriert: Das Rückwandecho liegt im gesamten Prüfbereich innerhalb einer Toleranz von ± 1 dB. Selbst im li nken Bereich des Bildes, wo das Array leicht von der Oberfläche abgehoben wurde (zu erkennen am weglaufenden Rückwandecho), verändert sich die Echoamplitude nicht.
3.4 Stringerprüfung Die Abb. 14 zeigt ein Stringerstück, in das von der vorderen Stirnseite eine 1 mm Zylinderbohrung eingebracht wurde. Bei einer Arrayposition nahe der Stirnseite wurde das in Abb. 15 gezeigte B-Bild aufgenommen: Sehr deutlich ersichtlich ist das Rückwandecho, das sich in der Mitte im Bereich des Steges verliert. Die im Foto Abb. 14 zu erkennende Klebeschicht liefert ein mehr oder weniger starkes Zwischen echo, das im B-Bild ebenfalls erkennbar ist. Die 1 mm Zylinderbohrung tritt in der Mitte des Stegbereiches deutlich hervor.
In der Abb. 16 wird das Projektionsbild der Stringerprüfung dargestellt. Die Bereiche im C-Bild mit hohem Echo (schwarze Farbe) stellen die parallele Rückwand dar. Im Bereich des Steges im Zentrum sowie im Bereich fliehender Rückwände verschwindet das Rückwandecho. Die Geometrie in der Seiten- und Endansicht wirkt komplex, ist aber auf die sich ändernden Wanddicken zurückzuführen. Die 1 mm Zylinderbohrung ist in 6 mm Tiefe einwandfrei zu erkennen.
3.5 Erhöhung der Auflösung zur Fehlercharakterisierung
Bei Prüffrequenzen von 10 MHz und mehr können durch Fokussierung (Zylinderlinse und elektronisch) Fokusdurchmesser von 0,6 mm und kleiner erreicht werden, was eine sehr gute Auflösung ermöglicht. 4. Entwicklungstrend bei Prüfanlagen und in der WartungDie Kostendegression im Bereich elektronischer Bauteile macht vielkanalige Ultraschallsysteme samt Elektronik zur Schallbündelsteuerung immer preiswerter. Dieser Trend wird sich weiterhin fortsetzen. Prüfanlagen mit mehreren parallelen Linienar rays sind in der Diskussion. Der Anschaffungsaufwand für die Sensorik ist zwar relativ hoch, durch geeignete konstruktive Maßnahmen kann aber der Verschleiß sehr gering gehalten werden und Teilausfälle von Arrayelementen sind nach unseren Erfahrungen äußerst selten. Somit ist mit langer Lebensdauer zu rechnen. Das Problem der Ankopplung langer Arrays an unebene Oberflächen ist bei richtiger Auslegung lösbar. Damit ist - ausgehend vom heutigen hohen Stand der Prüfanlagen für Luftfahrtkomponenten - eine Beschleunigung der Prüfdurchführung und in Grenzen auch eine Vereinfachung der Prüfmechanik erreichbar. Für kleinere Aufgaben in der Fertigungsprüfung und in der Wartung von Flugzeugen eröffnet die Anwendung von Linienarrays überhaupt erst eine wirtschaftliche, objektive und dokumentierte Prüfung. Dies betrifft sowohl CFK-Komponenten, als auch Bauteile aus Aluminium. Folgende Bauteile bzw. Prüfaufgaben eignen sich besonders für die Anwendung von Linienarrays:
Als Lösung kommen
Aufgrund der Vorlaufstreckentechnik mit Triggerung auf das Eintrittsecho sind bei Impuls-Echotechnik die zu prüfenden Wandstärken auf 30 bis 40 mm (CFK) bzw. 15 bis 20 mm (Aluminium) begrenzt. Bei Durchschallung können auch noch größere Wanddicken geprüft werden. Bei komplexeren Bauteilen ist die Einschallrichtung wegen der akustischen Anisotropie der CFK-Materialien relativ zur Faserrichtung zu optimieren. 5. AusblickUnser derzeitiger Handlungs- und Entwicklungsschwerpunkt betrifft die Entwicklung höherfrequenter Linienarrays bis 20 MHz, sowie die Miniaturisierung der zugehörigen Elektronik. Damit werden in Kürze kompakte und leistungsfähige Komponenten zur Verfügung stehen, die sich auch für einen Einsatz im Bereich der Flugzeugwartung hervorragend eignen werden. | |||||||||||||||||||||
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