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| DGZfP-JAHRESTAGUNG 2003 ZfP in Anwendung, Entwicklung und Forschung | |||
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320 kV Mikrofokusröntgenröhre und Flächendetektor, eine Kombination für die 3D-CT?Y. Onel, B. Illerhaus, J. GoebbelsBundesanstalt für Materialforschung und -prüfung, Berlin Kontakt: Onel Yener Dipl.-Ing. ZusammenfassungUm die Einsatzfähigkeit der 3D-Mikro-CT auf größere oder höher schwächende Bauteile auszudehnen, wurde an der BAM ein weiterer Tomograph errichtet, der mit einer Strahlenquelle mit höherer Energie und mit einem großflächigen zweidimensionalen Detektor ausgestattet ist. Als Strahlenquelle wird eine Mikrofokusröntgenröhre mit einer Maximalspannung von 320 kV, und als Detektor ein Flächendetektor aus amorphem Silizium eingesetzt. Maßnahmen der Streustrahlunterdrückung, der Temperaturstabilisierung und der Vorverarbeitung der Projektionsbilder wurden durchgeführt. 1. Beschreibung der 320 kV Röhre und des FlächendetektorsUm große oder stark schwächende Bauteile hochaufgelöst und schnell tomographisch untersuchen zu können, wurde an der BAM zusätzlich zu den bestehenden Tomographen [1,2] ein weiterer errichtet. Dabei wird eine Mikrofokusröntgenröhre [3] mit einer Maximalspannung von 320 kV eingesetzt. Hier wird zunächst eine Standartmikrofokusröhre mit 200 kV benutzt. Anstelle des auswechselbaren Targets auf Erdpotential wird nun ein auf Öl gekühltes Target mit 120 kV aufgesetzt. Dadurch vergrößert sich die maximal durchstrahlbare Materialdicke um etwa 50%. Die Brennfleckgröße bleibt unter gleichen Bedingungen einer konventionellen Mikrofokusröhre gleich. Wegen des auf Hochspannung liegenden Targets beträgt der minimal mögliche Abstand zwischen dem Brennfleck und dem Röhrenfenster 35 mm. Daher sind geometrische Vergrößerungen nur bis zu ca. 1:30 möglich. Als Detektor wird ein Flächendetektor aus amorphem Silizium verwendet [4], der mit einer "Lanex fast" Szintillationsfolie bestückt ist (Abb. 1). Die empfindliche Fläche des Detektors ist in 1024 ´ 1024 Elemente unterteilt, die jeweils 400 ´ 400 mm2 groß sind. Die Belichtungszeit pro Projektion liegt in der Regel zwischen einer Sekunde und vier Sekunden und damit liegt die Messzeit für ein 3D-Tomogramm unter einer Stunde. Das gemessene Signal wird direkt im Detektor mit einer Dynamik von 16-Bit digitalisiert. Das Signal-Rausch-Verhältnis des Detektors beträgt im dunklen Zustand 1 zu 3000 und damit liegt das elektronische Rauschen deutlich unter dem Rauschen der Röntgenphotonen.
Die minimale Abtastschrittweite des Systems, d.h. die Ortsauflösung einer 3D-CT-Aufnahme, beträgt 35 mm, und erscheint damit der Untersuchung von größeren Objekten angepaßt. 2. Möglichkeiten der Anlage2.1 Charakterisierung von frostgeschädigten Betonproben
Die Betonprobe wurde zunächst zu Frost-Tau-Wechsel-Zyklen unterzogen und dann im trockenen Zustand tomographiert (Abb. 3 links). Danach wurde die selbe Probe im befeuchteten Zustand erneut tomographiert (Abb. 3 Mitte). Nach einer exakten Positionierung kann aus beiden Tomogrammen ein Differenztomogramm gebildet werden, das nur die Wasserverteilung in der Probe als positive Dichte wiedergibt (Abb. 3 Rechts). Neben einigen Anreicherungen des Wassergehalts in Rissen zeigt die dargestellte Ebene eine gleichmäßige Verteilung des Wassergehalts außerhalb der Steine. Der zerstörte Stein rechts in der Probe enthält die gleiche mittlere Wasserkonzentration (von ~ 10%) wie das umgebende Bindemittel und ist daher im Differenzbild nicht sichtbar.
2.2 Charakterisierung von Elektronenstrahlschweißnähten
2.3 Charakterisierung von oxydativer Schädigung keramischen Hybridwerkstoffen
2.4 Charakterisierung von Leichtmetallgußteilen mit Hilfe von Vorverarbeitung der Projektionsbilder
Diese Problematik kann behoben werden, wenn die physikalischen Vorgänge, die bis zur Digitalisierung des Projektionsbildes eingreifen, mathematisch beschrieben und entsprechende Algorithmen zur Kompensation der negativen Einflüsse eingeführt werden. Die Verwaschung im Projektionsbild kann durch eine numerische Entfaltung mit der inversen der Verwaschungsfunktion, die energieabhängig ist, korrigiert werden. Leider ist die experimentelle Bestimmung der exakten Verwaschungsfunktion mit großem Aufwand verbunden. Daher werden mathematisch entworfene Modelle zur Hand genommen. Die Abschwächung einer polyenergetischen Röntgenstrahlung beim Durchdringen eines Objekts erfolgt abhängig von der Energie verschieden stark, so daß das Spektrum zu höheren Energien verschoben wird. Dieser Effekt der Aufhärtung der Strahlen wird mittels einer Korrekturfunktion weitgehend behoben. Sind Detektoreigenschaften und Röhrenspektrum bekannt, so können hier theoretische Werte errechnet werden, in der Regel wird man aber einige Proben gleichen Materials aber verschiedener Dicke durchstrahlen und die Korrekturfunktion experimentell ermitteln. Die beiden letzten Phänomene sind in ihrer Wirkung auf das Projektionsbild scheinbar entgegengesetzt. Bei einer tomographischen Aufnahme ist der Abstand zwischen Objekt und Detektor so groß, daß die Streustrahlung, die vom Objekt verursacht wird, als homogener Untergrund in geeigneter Weise abgezogen werden kann. Berücksichtigt werden muß dann noch, daß der reale Meßwert bei so hoher Schwächung unterhalb oder im Bereich des Signalrauschen liegen kann und eine dynamisch angepaßte Rauschunterdrückung verwendet werden sollte, um Nulldurchgänge zu vermeiden. Abbildung 7 rechts zeigt die Auswirkung der Vorverarbeitung der Projektionsbilder auf eine Ebene aus dem 3D-Tomogramm. Die eingezeichneten Linien sind unten im Grauwertprofil wiedergegeben. Durch die verwendeten Korrekturen haben jetzt die Bereiche, in denen kein Material sein sollte, einen Grauwert von kleiner als 10 Prozent des Maximums. Die jetzt bestimmbar gewordenen Wandstärken wurden mit Messungen am realen Objekt verglichen. Es wurde ein durchgängiges Untermaß von 1 bis 2 Pixel für die Ergebnisse aus der Tomographie festgestellt. 3. Verbesserung des ProjektionsbildesSeit dem Beginn der 3D-CT in den 1990er Jahren werden Flächendetektoren als bildgebende Komponenten eingesetzt. Bei Verwendung einer Korrektur für die geometrische Kissenverzerrung der meistens verwendeten Bildverstärker ergab die Rekonstruktion ein dem menschlichen Auge erkennbar geometrisch richtiges Bild, das aber von starken Fehlern bei der Materialdichte begleitet war. Die Erkennbarkeit von Fehlern wie Lunkern oder Einschlüssen ist aber trotzdem gegeben. Die Einführung von großflächigen Detektoren auf der Basis von amorphem Silizium und deren schneller Verbreitung in der Medizin führte auch zu ihrem Einsatz in der zerstörungsfreien Materialprüfung. Mit der nun verfügbaren höheren Dynamik erschien eine Rückentwicklung von Querschnitszeichnungsdaten aus den CT-Bildern naheliegend. Um dies zu ermöglichen müssen aber zunächst mehrere Korrekturmechanismen berücksichtigt werden. Die numerische Vorverarbeitung der Projektionsbilder wurde in Kapitel 2.4 vorgestellt. Zu den Korrekturmaßnahmen zählt auch die Beseitigung von vermeidbarer Streustrahlung von Gegenständen die im Strahlungsfeld sind, sowie die Unterdrückung von Nebenstrahlung aus der Röhre, die nicht vom eigentlichen Brennfleck erzeugt wird. Als nächstes sollte der Detektor auf +/-0.5 °C temperaturstabilisiert werden. Eine Absenkung der Arbeitstemperatur des Detektors wirkt sich zudem günstig aus. 4. Zusammenfassung und AusblickMit der beschriebenen Anlage ist eine genaue und schnelle 3D-Bauteilanalyse möglich. Die reguläre Prüfzeit beträgt 45 Minuten, die minimale Ortsauflösung 35 mm und es können bis zu 2000 Pixel breite CT-Bilder aufgenommen werden. Die maximale Objektgröße für eine CT-Aufnahme wird in erster Linie bestimmt durch die maximale Durchstrahlungslänge von 170 mm Aluminium bzw. 45 mm Stahl. Dem allgemeinen Wunsch der industriellen Anwender folgend wäre eine weitere Steigerung der durchstrahlbaren Materialdicke durch eine effizientere Umwandlung der Röntgenstrahlen und durch den Einsatz höherer Strahlungsenergie möglich.Diese Untersuchungen wurden durch Unterstützung der DFG ermöglicht. Literatur
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