Schwerpunkt der hier vorgestellten Arbeit ist die Optimierung verschiedener Ultraschallmethoden für die Prüfung keramischer Grünlinge. Das größte Problem liegt hierbei in der Ankopplung des Ultraschalls an das Material. Herkömmliche Methoden, wie die Ankopplung mit Wasser oder Öl entfallen, da sie in jedem Falle zur Eigenschaftsveränderung oder Zerstörung des Grünlings führen. Einen Ausweg bietet hier die Möglichkeit der trockenen Ankopplung. In der vorliegenden Arbeit werden verschiedene Verfahren der trockenen Ankopplung, bezogen auf ihre Empfindlichkeit und laterale Auflösung von Defekten, untersucht. In Kontakttechnik ist es sehr schwierig, die laterale Auflösung eines realen Fehlers im Grünkörper zu analysieren. Es werden Untersuchungen vorgestellt, die mit Hilfe einer geeigneten Vorrichtung die Anwendung der Tauchtechnik für die Grünlingsprüfung erlauben. Als weitere Möglichkeit werden Tests mit luftgekoppelten Ultraschallprüfköpfen durchgeführt.
Das Ziel dieser Entwicklungen ist eine flächenhafte Ultraschallprüfung der Grünkörper. Es werden erste Ergebnisse aus der Kombination unterschiedlicher Ankopplungstechniken und Ultraschallparameter erörtert.
Kriterien für die Wahl des Sendeimpulses und die Auswahl der Prüfköpfe können aus dem komplexen Frequenzgang des Übertragungsweges Sender-Probe-Empfänger entnommen werden. Der Betrag dieser komplexen Größe ist der Amplitudengang:

(1) Nach Bild 1 sind die Frequenzen mit der geringsten Dämpfung bei 50, 130 und 600 kHz feststellbar. Bei diesen Frequenzen sollte der Sendeimpuls hinsichtlich einer guten Durchschallbarkeit genügend große harmonische Anteile beinhalten.
Bild 1: Empfangsimpulse im Zeit- und Frequenzbereich (FFT) bei verschiedenen Prüfkopfkombinationen - Für FFT: Blackman-Fensterung im Zeitbereich |
Bei digitaler Registrierung und einer Sendespannung von ca. 800 V ließ sich eine Meßunsicherheit der Laufzeit von 0,42 µs an SSiC-Proben mit mind. 40 mm Dicke und einer Prüffrequenz von 600 kHz erreichen. Diese Meßunsicherheit wurde im wesentlichen durch die Reproduzierbarkeit in den Ankoppelbedingungen Prüfkopf/ Prüfkörper bestimmt.
Die erzielte Meßunsicherheit an einem Hubel mit 372 mm Länge und einer Prüffrequenz von 50 kHz (Ankopplung an abgetrennten Stirnseiten) betrug 0,27%.
Eine weitere Versuchsreihe umfaßte die Einschätzung der Möglichkeiten, welche die Kontakttechnik unter Verwendung konventioneller Prüfköpfe für die Grünlingsprüfung bietet. Es wurde an verschiedenen Prüfkörpern mit mehreren Kontakttechnik-Prüfköpfen gearbeitet. Die Nennfrequenzen der Prüfköpfe lagen bei 1 MHz und 2 MHz. Gemessen wurde mit dem Impuls-Echo-Verfahren.
Als Ultraschallgerät kamen Ultraschallsystem Hillscan 3000 der Fa. Dr. W. Hillger bzw. ein Gerät USIP12 der Fa. Krautkrämer zum Einsatz.
Bild 2 und Bild 3Bild 2: A-Bild einer in Kontakttechnik georteten 2 mm Sacklochbohrung in 28 mm Tiefe bei einer Wandstärke von 33 mm, Impuls-Echoverfahren, Verstärkung 81dB, Breitbandprüfkopf 1 MHz Bild 3: A-Bild einer SiC-Keramik (Dicke 32mm),Impuls-Echoverfahren, Kontakttechnik, Prüfkopf: Breitbandprüfkopf 1 MHz |
Bild 2 und 3 zeigen A-Bilder von in Siliziumkarbid-Grünkörpern eingebrachten Modellfehlern, die bei Untersuchungen in Kontakttechnik aufgezeichnet wurden. Bei den verwendeten Prüfkörpern handelt es sich um einen Stufenkeil und einen mit Sacklochbohrungen versehenen Ring, die aus gepreßten Grünkeramikteilen gefertigt wurden. Der Ring ist mit Sacklochbohrungen unterschiedlicher Tiefe und Durchmesser versehen. Die kleinste noch reproduzierbar zu registrierende Kreisscheibe hatte einen Durchmesser von 2 mm und lag in einer Tiefe von 28 mm.
Bei der Verwendung von Prüfköpfen ohne Schutzschicht ist mit Abrieb der Keramik zu rechnen. Die Oberfläche des Prüflings paßt sich an den Prüfkopf an. Somit konnte bei entsprechend größerem Anpreßdruck ein höheres Ultraschallsignal gegenüber den Prüfköpfen mit einer Schutzschicht erzeugt werden. Die Gefahr der Beschädigung der Probekörperoberflächen ist für die Keramikgrünlinge jedoch gegeben.
Mit Hilfe des Impuls-Echo-Verfahrens in Kontakttechnik wurden die Longitudinalwellengeschwindigkeiten von SiC-Grünkörpern bestimmt, um die Grenzen der möglichen erkennbaren Dichteunterschiede aufzuzeigen. Es wurde ein 1MHz Prüfkopf der Firma Panametrics verwendet. Die kleinsten noch sicher zu unterscheidenden Dichteunterschiede lagen bei 0,017 g/cm³ für SiC (Bild 4) und bei 0,023 g/cm³für Al2O3.
Bild 4: Ermittlung der möglichen erkennbaren Dichteunterschiede an SiC- Biegestäben |
![]() Bild 5:Tauchtechnikvorrichtung zur Ultraschalluntersuchung keramischer Grünkörper |
Die Probekörper können nun mit Hilfe einer Scananlage abgetastet werden. Die besseren Prüfergebnisse brachte die zuletzt genannten Vorrichtung mit PE-Folien. Der zwischen der Silikonsack und Probe auftretende Luftspalt und die Dämpfung durch das Siliconmaterial selbst sind so stark, daß derzeit noch keine verwertbaren Echos aus den Grünkeramikproben bei der erstgenannten Prüfvorrichtung erzeugt werden konnten. Vorrichtung und Prüftechnik sollen deshalb optimiert werden.
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Bild 6: C-Scan unterschiedlich dichter Biegestäbe
Bild 7: Aufzeichnung der Rückwandechoabsenkung einer SiC-Probe mit eingelagertem vorgepreßtem SiC-Pulver Bild 8: Eingelagerte Teflonscheiben in SiC-Scheiben in einer Tiefe von 9 mm simulieren flächige Rißbereiche. es wurde die Amplitude des Fehlerechos beurteilt. |
Bild 9 und Bild 10 Bild 9: Signal einer mit 2 kapazitiven Prüfköpfen durchschallten Plexiglas-Probe Bild 10: Ultraschallsignal von 5 mm dicken ungesinterten SiC-Biegestäbe in Durchschallung |
Die Frequenzanalyse der Ultraschallsignale zeigten, daß die maximalen Amplituden je nach durchschallter Probendicke zwischen 300 und 800 kHz lagen. Die luftgekoppelte US-Prüfung ist daher für die reine Fehlerdetektion z.Z. weniger geeignet, bietet aber die Möglichkeit der flächenhaften Bestimmung der Dichteverteilung an schallweichen Werkstoffen. Die derzeit in Luftkopplung durchschallbaren Materialdicken betragen 10 mm Plexiglas und Siliziumnitrid, bzw. 5 mm Siliziumkarbid. Die Anzeigen aus Siliziumkarbid betragen lediglich 6 dB über dem Grundrauschen.
Die laufenden Arbeiten zielen in Richtung der Erforschung der Möglichkeiten, die sich durch diese Technik ergeben. Ziel weiterer Untersuchungen ist eine flächenhafte Charakterisierung des gesamten Probenvolumens in Durchschallung.
The paper was presented at the DGZfP annual NDT confernce in Dresden in May '97
The Paper was presented on: Focus on Ceramic and Thickness Measurement in UTonline 10/97
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