(1)
Die Empfangsempfindlichkeit M ermöglicht die Bestimmung des Empfangsschalldrucks PE aus der gemessenen Leerlaufspannung UE, während die Sendeempfindlichkeit S angibt, welcher Sendestrom IS benötigt wird, um am Ort des Empfangsprüfkopfes den Schalldruck PE zu erzeugen Aus Gl. (1) erhält man für den Empfangsschalldruck PE:
(2)

(3)
wobei (a2 die Größe der
Schwingeroberfläche, ( und c die Dichte und
Schallgeschwindigkeit des Ausbreitungsmediums, die
Beugungsverluste, ( der
Schallschwächungskoeffizient, z der Abstand
zwischen Sende- und Empfangsprüfkopf und r ein
Reflexionsfaktor sind, der mögliche Reflexionen der
Ultraschallwelle im Schallausbreitungsmedium
berücksichtigt. Bei Verwendung des universellen
Reziprozitätsparameters J, der für jede
beliebige Sender-Empfänger-Anordnung gilt,
können die Sende- und Empfangsempfindlichkeiten S
und M von Ultraschallprüfköpfen und der
Betrag des Empfangsschalldrucks PE
direkt aus den Gleichungen (1) und (2) - also ohne die
sonst notwendigen Korrekturen - bestimmt werden [6]. Wenn keine Schwächungs- und
Reflexionsverluste auftreten (=0, r=1), stimmt der
universelle Reziprozitätsparameter J im
Grenzfall ebener Wellen (PE/PO = 1) mit dem
Reziprozitätsparameter für ebene Wellen
[4] und im Fernfeld
mit dem
Fernfeldreziprozitätsparameter
[1, 4] überein, wobei L die
Ultraschallwellenlänge ist.

(Radius 22.5 mm) und einer planparallelen Platte (Dicke 45 mm) im Frequenzbereich von ca. 2 MHz bis 12 MHz Impulsechomessungen durchgeführt (s. Bild 2). Die bei 3 MHz, 6.5 MHz und 10 MHz gemessenen Sendeströme IS und Leerlaufspannungen UE sind in Tabelle 1 eingetragen. Die in Tabelle 1 für die beiden Testkörper angegebenen normierten Laufwege s = z L / a² wurden aus den in Tabelle 2 angegebenen Kenngrößen der Testkörper und des Prüfkopfes berechnet. Die zur Bestimmung des Reziprozitätsparameters J benötigten Beugungsverluste |PE/P0| des Halbzylinders und der planparallelen Platte {s. Gl. (3)} wurden dem Bild 3 entnommen, in dem die logarithmierten Beugungsverluste G als Funktionen des normierten Laufweges s dargestellt sind [7, 8, 9]. Aus UE, IS und J wurden die Prüfkopfkenngrößen M und S und der Empfangsschalldruck PE
| Tabelle 1: Meßwerte und daraus berechnete Prüfkopf- und Schallfelddaten | |||||||
| Größe | 3 MHz | 6.5 MHz | 10 MHz | ||||
| Einheit | pl. Platte | Halbzyl. | pl. Platte | Halbzyl. | pl. Platte | Halbzyl. | |
| UE | V | .1409 | .0967 | .1137 | .0483 | .0839 | .0294 |
| IS | A | .1222 | .1160 | .0936 | .1074 | .2630 | .2965 |
| s | 4.38 | 2.19 | 2.02 | 1.01 | 1.31 | 0.65 | |
| G | dB | -4.38 | -7.40 | -2.45 | -10.68 | -2.27 | -12.39 |
| LM | dB | -109.8 | -109.7 | -110.7 | -110.8 | -116.5 | -116.5 |
| LS | dB | 111.0 | 108.1 | 112.1 | 103.8 | 106.5 | 96.36 |
| LS0 | dB | 37.44 | 37.55 | 36.58 | 36.51 | 30.81 | 30.80 |
| J | W/MPa² | 9.12 | 12.93 | 7.30 | 18.85 | 7.16 | 22.95 |
| PE | kPa | 43.4 | 29.5 | 38.7 | 16.6 | 55.5 | 19.5 |
| P0 | kPa | 71.9 | 69.1 | 51.3 | 56.8 | 72.1 | 81.2 |
| P0 | mW | 7.13 | 6.58 | 3.63 | 4.44 | 7.16 | 9.10 |
Bild 3:
Berechnete Beugungsverluste G=20 lg |PE/P0| im Halbzylindertestkörper
und in der planparallelen Platte als Funktion des
normierten Laufweges s.
berechnet {s. Gl. (1) und (2) und Tabelle 1}. Die logarithmierten Sende- und Empfangsempfindlichkeiten LM und LS sind in Bild 4 über der Frequenz f aufgetragen. Bild 4a zeigt, daß die aus den Impulsechomessungen an der planparallelen Platte und am Halbzylinder ermittelten Empfangsempfindlichkeiten sehr gut übereinstimmen. Dies muß auch so sein, denn die Empfangsempfindlichkeit M ist als das Verhältnis aus Leerlaufspannung UE und Empfangsschalldruck PE definiert {s. Gl. (1)}. Die Empfangsempfindlichkeit ist also unabhängig von dem verwendeten Testkörper. Sie hängt nur von den Übertragungseigenschaften des Ultraschallempfängers ab und ist deshalb eine charakteristische Größe des Prüfkopfes. Im Gegensatz dazu sind die an der planparallelen Platte und am Halbzylinder ermittelten Sendeempfindlichkeiten sehr verschieden (s. Bild 4b). Auch dies folgt
| Tabelle 2: Kenngrößen der Testkörper und des Prüfkopfes | |||||||
| Größe | Symbol | Einheit | Wert | ||||
| Schallgeschwindigkeit | c | m/s | 5890 | ||||
| Dichte | d | kg/m³ | 7800 | ||||
| Schwächungskoeffizient | a | dB/m | <2 bei mhz) tr> | Reflexionsfaktor | r | 1 (Totalreflexion) | |
| Laufweg | z | mm | 90 (pl. Platte), 45 (Halbzyl.) | ||||
| Schwingerradius | a | mm | 6.35 | ||||
| Ultraschallfrequenz | f | MHz | 2 - 12 | ||||
| Wellenlänge | L=c/f | mm | 2.95 - 0.491 | ||||
Bild 4:
Aus Impulsechomessungen an zwei verschiedenen
Testkörpern ermittelten Empfangs- und
Sendeempfindlichkeiten LS0 =
20 lg (S / Sref) eines Kontaktprüfkopfes als
Funktion der Ultraschallfrequenz f. (Mref = 1 V / Pa,
Sref = 1 Pa / A).
aus Gl. (1): Die Sendeempfindlichkeit ist nämlich der Quotient aus Empfangsschalldruck PE und Sendestrom IS. Da die Beugungsverluste in den beiden Testkörpern verschieden sind (s. Bild 3), muß also auch bei gleichem Sendestrom - d.h. bei gleichen Sendeschalldruck P0 - der Empfangsschalldruck PE in der planparallelen Platte von dem im Halbzylindertestkörper abweichen. Die Sendeempfindlichkeit S ist also keine charakteristische Größe des Prüfkopfes, sondern nur eine für die Kalibrierung benötigte Hilfsgröße.
Bild 5: Aus Impulsechomessungen an zwei verschiedenen
Testkörpern ermittelte charakteristische
Sendeempfindlichkeit LM =
20 lg (M/Mref) (So / So.ref) des Kontaktprüfkopfes
als Funktion der Frequenz f. ( So.ref = 1 Pa m² /
A).
(4)
Bild 5 zeigt, daß die Sendeempfindlichkeit S0 unabhängig von dem
verwendeten Testkörper ist. Sie gibt an, welche
Stromdichte
erforderlich ist, um in
der Prüfkopfoberfläche den Sendeschalldruck P0 zu erzeugen (s. Bild 1). S0 hängt nur von den
piezoelektrischen Eigenschaften nicht aber von der Form
und Größe der Prüfkopfes ab [6]. Sie ermöglicht deshalb den
Vergleich des Übertragungsverhaltens verschiedener
Prüfköpfe und ist wie die
Empfangsempfindlichkeit M eine charakteristische
Größe des Prüfkopfes. Aus der in Bild 5
dargestellten Sendeempfindlichkeit S0
und dem gemessenen Strom IS
läßt sich der in der
Prüfkopfoberfläche erzeugte Sendeschalldruck P0 bestimmen. Geht man davon aus,
daß der Prüfkopf wie eine starre Kolbenmembran
schwingt [9], d.h. daß der
Sendeschalldruck P0 an
jedem beliebigen Ort der Prüfkopfoberfläche
gleich groß ist, erhält man für die vom
Prüfkopf insgesamt abgestrahlte Ultraschalleistung Po:
(5)
Die bei den Frequenzen 3 MHz, 6.5 MHz und 10 MHz berechneten Werte der charakteristischen Sendeempfindlichkeit S0 ,des Sendeschalldrucks P0 und der vom Prüfkopf abgestrahlten Ultraschalleistung P0 können ebenfalls aus Tabelle 1 entnommen werden.
Durch die Einführung des universellen Reziprozitätsparameters, der für jede beliebige Sender-Empfänger-Anordnung gilt, können die Sende- und die Empfangsempfindlichkeiten von Prüfköpfen ohne die sonst notwendigen Korrekturen bestimmt werden. Es zeigt sich, daß die Sendeempfindlichkeit im Gegensatz zur Empfangsempfindlichkeit von dem verwendeten Testkörper und der Größe und Form des Prüfkopfes abhängt. Die Sendeempfindlichkeit ist deshalb nur eine bei der Prüfkopfkalibrierung verwendete Hilfsgröße. Für den Vergleich der Übertragungseigenschaften verschiedener Sendeprüfköpfe eignet sich dagegen die sogenannte charakteristische Sendeempfindlichkeit, die sich ebenfalls aus den Meßgrößen Leerlaufspannung und Sendestrom berechnen läßt. Es wird auch gezeigt, wie aus der charakteristischen Sendeempfindlichkeit der Sendeschalldruck und die von dem Prüfkopf insgesamt abgestrahlte Ultraschalleistung bestimmt werden können.
Burkhard Fay was
born in Braunschweig, Germany, on December 5, 1937. He
received the M.S. degree in physics in 1965 the Ph.D.
degree in 1970, both from the Technische Universität
Braunschweig. He was with the Institut für
Technische Physik of the Technische Universität
until 1969. In 1969 he joined the Physikalisch Technische
Bundesanstalt, Braunschweig, where he is now head of the
Laboratory "Ultrasonics". His main research
interests are ultrasonic backscattering, transducer
calibration, and thermal effects in ultrasonic fields. |
Gerhard Ludwig was born
in Gotha, Germany, on March 9, 1938. He received the
Dipl. lng. degree in electrical engineering from the
Fachhochschule Braunschweig Wolfenbüttel in 1965.
Since 1965 he has been with the PhysikalischTechnische
Bundesanstalt, Braunschweig. His main activities are in
the field of ultrasonics, especially the field of
hydrophone calibration. Email: Gerhard.Ludwig@ptb.de |
Hans
Peter Reimann was born in Braunschweig, Germany, on
November 26, 1951. He received the Dipl. Ing. degree in
electrical engineering from the Fachhochschule
Braunschweig Wolfenbüttel in 1983. Since 1983 he has
been with the Physikalisch Technische Bundesanstalt,
Braunschweig. His main interests are in the field of
ultrasonics, especially the calibration of contact
transducers. |
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Rolf Diederichs 1.July 1996, info@ndt.net