| Abb. 8 oben: Geometrie zur Erläuterung der Berechnungen unten: Geometrie zur stroboskopischen Messung der Schallfelder in der Einschallebene |

so resultiert beispielsweise für die l-Welle

Ein mechanischer Schnitt in der x-y- Ebene bedeutet für die Ultraschallwellen eine zusätzliche Randbedingung in der Form
mit dem Normalenvektor,
d.h. in Komponentenschreibweise
Für die hier vorausgesetzten isotropen Materialien nimmt das Hooksche Gesetz die Form

mit den Laméschen Konstanten
und an. Einsetzen der obigen Ausdrücke für in diese Gleichung liefert für die t-Welle
, d.h. die Randbedingung ist schon für die Volumenwelle erfüllt, ein zusätzlicher Schnitt stört diese Welle also nicht. Entfernen der oberen Halbebene, wie in Abb. 8 angedeutet, ändert die Ausbreitung der Transversalwellen in der betrachteten Näherung nichtund macht diese Welle einer Messung zugänglich. Die gleiche Argumentation gilt für die l-Welle wegen
nicht.
Motiviert durch diese Erkenntnisse wurde eine Reihe von Messungen in der Anordnung von Abb. 8 unten durchgeführt, wobei Sensoren, die auf verschiedene Auslenkungskomponenten ansprechen, eingesetzt wurden. Piezoelektrische Stiftsonden erfassen z.B. die Normalauslenkung senkrecht zur Oberfläche, elektrodynamische Wandler verschiedene Verschiebungskomponenten in der Oberfläche. Denkbar ist auch der Einsatz von Laser-Interferometern zur Messung der Normalkomponente. Über diese Ergebnisse wird an anderer Stelle berichtet. In Abb. 9 ist nur beispielhaft eine Folge von Aufnahmen mit einer piezoelektrischen Normalsonde wiedergegeben, wobei durch einen Winkelprüfkopf eine Transversalwelle eingeschallt wurde. Es zeigte sich deutlich, daß alle Wellenmoden einschließlich der Modenwandlung an der Testkörperkante wiedergegeben werden. Dies ist insofern bemerkenswert, da offensichtlich der Energieverlust der l-Welle durch die erzwungene Abstrahlung von Schalleistung in das Volumen (wegen nicht erfüllter Randbedingung) nicht so stark ist, daß sich dies in der Aufzeichnung bemerkbar machen würde. Andererseits ist die piezoelektrische Punktsonde, wie deutlich zu sehen ist, auch ausreichend empfindlich für die Horizontalbewegung der Schnittfläche. Bei uns im Hause durchgeführte numerische Simulationen (2D-EFIT) dieser Aufnahmesituation zeigen eine gute Übereinstimmung mit den experimentellen Bildern. Über diesen Vergleich wird an anderer Stelle berichtet.