In einem von der EU geförderten Forschungsvorhaben sollte eine neuartige, bis zu 800 °Carbeitende Piezokeramik, sowie ein entsprechend einsetzbarer Prüfkopf entwickelt werden. Durch die konsequente Weiterentwicklung eines bestehenden Prüfkopfkonzeptes und die Verwendung neuer Materialien, konnte dieses Ziel soweit es den passiven Teil des Prüfkopfes betrifft, verwirklicht werden. Die neuen Piezokeramiken erwiesen sich dagegen bei 800 °Cfür den Prüfkopfbau als zu unempfindlich, so daß momentan die maximal mögliche Einsatztemperatur bei ca. 650 °Cliegt..
Die Vor- und Nachteile der genannten Konzepte sind folgende:
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Abb. 1: Änderung der Verstärkung in Abhängigkeit vom Anpreßdruck für eine konstante Echohöhe
Ausgehend von diesen Überlegungen, ist, gerade unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit, d.h., wenn für spezielle Prüfprobleme Prüfköpfe relativ schnell und zuverlässig funktionierend aufgebaut werden müssen, das Konzept nach (b), das mit dem größten Entwicklungspotential und wurde daher favorisiert.
In ihr kann außerdem der komplette Prüfkopf allerdings ohne Gehäuse montiert werden. Notwendige Einstellungen, z.B. Federkräfte, lassen sich so während der Erprobung ermitteln und optimieren. Außerdem kann durch das Fehlen des Gehäuses gegebenenfalls der Ausfall von Einzelkomponenten erkannt und diese dann ersetzt werden, was bei geschlossenen Prüfköpfen nicht mehr möglich ist.
43KB Abb. 2: Meßeinrichtung zur Ermittlung relevanter Prüfkopfparameter
Bedingt durch die gewählte Flüssigkeitskopplung und die als Abschluß vorgesehene l/2-Schutzschicht, müssen alle Prüfkopfkomponenten mit einem definierten Druck zusammengepreßt werden. Die hierfür vorgesehenen Tellerfedern, sowohl aus Inconel wie auch aus Nimonic 90, erwiesen sich für den vorgesehenen Temperaturbereich als nicht geeignet.
Langzeitversuche mit Nimonic 90-Tellerfedern zur Feststellung der Standzeit ergaben, daß die verwendeten Federn bis max. 600 °C- bis auf einen geringfügigen Federkraftabfall am Versuchsanfang - stabil sind. Bei 700 °Cist ein stetiger Abfall der Federkraft um 0,7 N/Std zu beobachten, so daß die max. Einsatzzeit bei ca. 100 Std. liegen dürfte. Eine Erhöhung der Standzeit könnte, wie neue Berechnungen ergaben, eventuell durch eine Vergrößerung des Außendurchmessers zu erreichen sein. Diese Federn entsprechen dann in ihren Abmessungen aber nicht mehr der Norm und müßten - bei einem entsprechenden Preis - speziell angefertigt werden. Aus diesem Grund wurde nach Alternativen zu den Tellerfedern gesucht.
Die sich theoretisch einstellende Federkraft bei einem Volumen von 628 mm3 (Luftsäule: ¯ 20 mm, h = 20 mm) beträgt, bezogen auf die Raumtemperatur, bei 800 °Cca. 115 N. Diese Kraft reicht bei weitem aus, da die Koppelmittel bei diesen Temperaturen bereits sehr dünnflüssig sind.
Eingeschlossen wurde die Gassäule in einem oben und unten verschlossenen Metallbalg. Dies hat zwar den Nachteil, daß das resultierende Luftvolumen verkleinert wird, aber den Vorteil, daß bereits bei Raumtemperatur ein definierter Anfangsfederdruck eingestellt werden kann.
Die Versuche ergaben, daß luftgefüllte Metallbalgen bei hohen Temperaturen aufgrund der Oxydation des Balgenmaterials und den damit verbundenen Verlust des Luftsauerstoffes nicht geeignet sind.
Mit Argon gefüllte Metallbalgen erwiesen sich dagegen, sowohl bei den Kurz- wie bei den Langzeitversuchen, als gut geeignet (Abb. 3).
5KB Abb. 3: Federkraft über der Temperatur eines Metallbalges
Bei den ersten Versuchen wurde eine Probefeder, ¯ ca. 46 mm, Höhe ca. 23 mm, ausführlich getestet. Dabei wurde diese Feder während 8 Heizperioden mit insgesamt 257 Std. einer Temperatur von 800 °C ausgesetzt, wobei die eingestellte Federkraft ca. 50 N bei einem Federweg von 3,5 mm betrug. Die bei kalter Feder eingestellte Kraft sank zwar beim Aufheizen geringfügig ab, stabilisierte sich aber bei ca. 42 N (Abb. 4).
Auch die Federn in der für den Prüfkopf benötigten Größe (¯ ca. 20 mm) zeigten bei Versuchen dieses positive Ergebnis, so daß diese Keramikfedern vollkommen den gestellten Anforderungen genügen.
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Abb. 4: Federkraft über der Temperatur einer Keramikfeder
Versuche ergaben, daß sowohl Sintermetalle wie auch poröse Keramiken verwendet werden können. Dabei besitzen die Keramiken den Vorteil, daß sie bezüglich ihres Schallwellenwiderstandes besser an die Piezokeramik angepaßt sind, dafür aber abgedichtet werden müssen.
Da bei niedrigschmelzenden Metallen wegen ihrer elektrischen Leitfähigkeit Kurzschlußgefahr besteht und Salze einerseits wegen ihrer schlechten Benetzungsfähigkeit und andererseits wegen ihrer hohen Verdunstungsrate ausscheiden, bleiben als mögliche Mittel nur niedrigschmelzende Gläser, sogenannte Glaslote, übrig.
Die Versuche mit diesem Glaslot ergaben allerdings auch, daß es bei höheren Temperaturen mit den anderen Prüfkopfkomponenten reagiert und es zur Bildung von FePO3 kommt. Um diese Korrosion zu vermeiden, müssen die mit "NaPoLi" in Berührung kommenden Teile durch eine Beschichtung, z.B. SiO2 , geschützt werden.

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Abb. 5: Aufbau eines Hochtemperatur-Prüfkopfes für Dauertemperaturen
bis ca. 650 °C