| Problemorientierte Prüfkonzepte für austenitische Schweiß- und Mischschweißverbindungen << ..... < ..... > |
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4.4 ..... Experimentelle Untersuchungen mit vertikal und horizontal polarisierten Transversal- und Longitudinalwellen an Engspaltschweißnähten 4.4.1 .. Vergleich zwischen vertikal und horizontal polarisierten Transversalwellen und Longitudinalwellen 4.4.2 .. Interface- Reflektivität der Engspaltschweißnaht |
Auf der prüfkopffernen Oberfläche ist die TH-Welle der Longitudinalwelle überlegen, weil sie den Winkelspiegeleffekt nutzen kann. Die TH- Welle muß mit EMUS- Prüfköpfen erzeugt werden, wobei die EMUS- Technik bis heute noch keine routinemäßige Schweißnahtprüfung zuläßt.
![]() Abb 4.11: TH-, Tv und L Wellen- Testkörper ![]() A-scan 1 A-scan 2 A-scan 3 A-scan 4
Abb 4.12: Tv und L,- Wellen- Testkörper ![]() A-scan 1 A-scan 2 A-scan 3 A-scan 4 Abb 4.14: "Scheinanzeige" aus der Nahtmitte der Engspaltschweißnaht; Prufkopf: MB 4 SN |
Der Vergleich an einem 45°-Engspaltschweißnaht-Testkörper nach Abb. 4.11, in dem 2 mm tiefe Nuten durch das Grundmaterial und durch das Schweißgut angeschallt wurden, lieferte ein überraschendes und ein erwartetes Ergebnis:
Die Uberprüfung der mit Tv- Wellen erzielten Ergebnisse mit 45°Transversalwellen- Prüfköpfen bestätigte das überraschende Ergebnis: am Testkörper nach Abb. 4.12 konnten die Nuten sowohl durch das Grundmaterial wie auch durch das Schweißgut mit gutem Signal / Stör- Abstand nachgewiesen werden.
Diese auf den ersten Blick erstaunlichen Ergebnisse finden ihre Erklärung in Schallstrahlverfolgungsrechnunugen [148], s. a. Kapitel 2, die nach
Abb 4.13 einen guten Schalldurchgang der Tv-Welle durch eine Engspaltschweißnaht erwarten lassen.
Bei der Prüfung mit 45°-Transversalwellen- Prüfköpfen im Wurzelbereich der Engspaltschweißnaht stören Anzeigen, die nach Abb. 4.12 schallwegmäßig nicht dem Winkelspiegel, der aus der prüfkopffernen Oberfläche und der Schweißnahtflanke gebildet wird, zuzuordnen sind. Aus den beiden Beispielen leitet sich die Hypothese ab, daß die Interface-Reflexionen ihre Ursache überwiegend in der Schweißnahtmitte haben könnten. Folgender Versuch bestätigt dies: Ein 'Engspalttestkörper', der links und rechts neben der Schweißnaht symmetrisch zur Schweißnahtmitte Begrenzungsflächen aufweist, wurde mit zwei Kreisscheibenreflektoren, in der vorderen und hinteren Schweißnahtflanke liegend, modifiziert. Die Einschallung mit 0°-Longitudinalwellen- Prüfköpfen zeigt, daß die 'Interfaceanzeige' zwischen den Kreisscheibenreflektoren, also in der Mitte der Schweißnaht liegt, Abb. 4.14.
Wäre die Hypothese, daß die Interfacereflexionen überwiegend aus der Schweißnahtmitte stammen, richtig - dies muß experimentell jedoch noch gründlicher abgesichert werden - ergäbe sich für die Prüfpraxis, daß mit genauen Manipulationssystemen und hochauflösenden bildgebenden Prüfverfahren Reflektoranzeigen in der Schweißnahtflanke problemlos von den Interfaceanzeigen getrennt werden könnten.
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