| Problemorientierte Prüfkonzepte für austenitische Schweiß- und Mischschweißverbindungen << ..... < ..... > |
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4.5 ..... Ergebnisse der Prüfung von austenitischen Schweißnähten, Mischnähten und Plattierungen 4.5.1 .. Austenit- und Mischnaht 4.5.2 .. Overlay- und Backlay 4.5.2 1 Overlay 4.5.2 2 Backlay 4.5.3 .. Engspaltschweißnaht 4.5.3.1 Klassische Tandemtechnik 4.5.3.2 LLT-Technik 4.5.3.3 Einkopf- Wellenumwandlungstechnik (Nebenecho 1) |
![]() A-scan 1 A-scan 2 A-scan 3 A-scan 4
Fig 4.15: Prüfung von Plattierungen und austenitischen Schweißnähten mit TH - Wellen, EMUS- Gruppenstrahler [104]
Abb 4.16:Verschiedene Schweißnahttypen Abb 4.17:Testkörper mit Pufferung und Plattierung I; Prüfkopf: KWUSEL45° 1,5MHz
Abb 4.18:Testkörper mit Pufferung und Plattierung II; Prüfkopf: KWU SEL 45° 1, 5 MHz |
Diese Defizite lassen sich voraussichtlich mit Hilfe der horizontal polarisierten Transversalwelle (TH oder SH) beseitigen. Labormessungen mit EMUS- Prüfköpfen und deren erste praktische Anwendungen bestätigen diese Vorhersage [104], Abb. 4.15.
Im folgenden werden Erprobungen und Qualifizierungen der unterschiedlichen Prüftechniken beschrieben.
Abb. 4.16 zeigt schematisch einen Ausschnitt aus der Vielfalt von Mischnähten, die es in der Praxis zu prüfen gibt. Die Abbn. 4.17 und 4.18 belegen, daß auch in diesen Gefügestrukturen Erfolge bei der Prüfung zu erzielen sind. Der verwendete 45°-SEL- Prüfkopf eignet sich natürlich nur für tiefere Fehlerpositionen. Im prüfkopfnahen Oberflächenbereich werden Kriechwellenprüfköpfe, 70°SEL- Prüfköpfe sowie die ADEPT- Prüfköpfe gute Ergebnisse liefern. Abb. 4.19 dokumentiert andererseits eindrucksvoll die Defizite der Prüftechniken: Longitudinalwellen liefern keine Prüfeffekte an kleinen Oberflächenreflektoren, die üblichen (vertikal polarisierten) Transversalwellen durchdringen das Gefüge nicht [128].
In den Abbn. 4.20 und 4.21 ist dargestellt, wie der jeweilige Riß im Schweißgut mit einem Wellenumwandlungsprüfkopf von der Grundmaterialseite aus detektiert wird. Zu beachten sind die Nebenecho 1- Komponenten, sie sind signifikant für tiefere Risse.
Diese Verfahren der Schweißnahtreparatur wurden bisher nur in größerem Umfang in den USA angewendet.
Mit Overlay- Auftragsschweißungen (Bandage) wird die Integrität rißbehafteter Rohrleitungen für einen begrenzten Zeitraum gewährleistet. Die reparierten Rohrstücke werden nach Ablauf vorgeschriebener Betriebszeiten ausgetauscht.
Die Backlay- Struktur ist schweißtechnisch ähnlich aufgebaut wie das Overlay. Das Backlay wird auf die Rohrinnenseite im Bereich der Schweißnähte aufgetragen; die Backlay- Dicke wird auf der Rohrinnenseite ausgespart, so daß die ursprüngliche Kontur erhalten bleibt. Das Backlay beseitigt die Anfälligkeit gegenüber Spannungsrißkorrosion, die bei unstabilisierten Rohrleitungswerkstoffen (z.B. AISI 304 / DIN 1.430) auftreten kann. (Solche Werkstoffe werden im Rohrleitungsbau der Kerntechnik in Deutschland nicht verwendet )
![]() Nut | Sound direction | Signal/Stör-Abstand [dB] | Chen& | Lehmannn SET/ 2 MHz RTD | SET45/ 1,5MHz MWB | 45N4 MWB | 45N4 MWB | 45N4 MWB | 45N4 1 | durch Grundwerkstoff | 24 | 26 | 16 | 14 | 18 | 16
| 2 | 1 | 22 | 0 26 | 0 12 | 0 12 | 0 14 | 0 16 | 0 3 | 1 | 2 0 | 0 0 | 0 0 | 0 0 | 0 0 | 0 0 | 0 4 | 1 | 2 0 | 0 0 | 0 0 | 0 0 | 0 0 | 0 0 | 0 5 | durch Grundwerkstoff | 2 | 2 | 2 | 2 | 2 | 0
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Abb 4.20:
Testkörper mit Anschwingriß; Prüfkopf WSY 70-2, Wellenumwandlung
Abb 4.21:
Rißdetektion in austenitischem Scheißgut; Prufkopf WSY 70-2
Abb 4.22:
Nachweis tiefer Risse unter dem Overlay mit LLT-Prüfkopf | |||||||||||||||||
Der heutige Stand der Prüftechnik ist etwa folgendermaßen: Detektiert werden können nur tiefe Risse unter dem Overlay, die etwa bis in das obere Viertel der Wand unter einer Overlay- Schweißung reichen. Ferner lassen sich Herstellungsfehler im Overlay auffinden. Zur Detektion tiefer Risse werden 60°- LongitudinalwellenPrüfköpfe mit 2 MHz vorgeschlagen [33].
Versuche mit der LLT-Technik liefern an tiefen Rissen erstaunlich gute Ergebnisse, da die Overlaystruktur ja einmal mit einer unter ca. 60° verlaufenden Transversalwelle durchsetzt werden muß, Abb. 4.22. Risse, die in die Overlayschweißung hineinreichen, lassen sich mit SEL- Techniken wie dem Kriechwellen- Prüfkopf, dem 70°- SEL- Prüfkopf und dem ADEPT- Prüfkopf nachweisen.
Die Prüfung des Backlays wird an einem Beispiel beschrieben. Eine Rohrdurchführung soll durch eine Backlayschweißung mechanisiert saniert und zerstörungsfrei (mit Hilfe eines Rohrkrabblers) geprüft werden. Vor dem Fräsen und Schweißen müssen die zu sanierenden Schweißnähte einer ASME- Code- gerechten Volumenprüfung unterzogen werden. Nach der Sanierung der Schweißnähte müssen die Reparaturschweißungen auf Volumenfehler geprüft werden. Weil die Anzahl der Systemträger begrenzt ist, ist die Anzahl der Prüfköpfe zu minimieren.
Diese Vorgaben konnten am besten mit 3 MHz- ADEPT- 60°- Prüfköpfen erfüllt werden. Die Kombination von zwei gegensinnig schallenden Köpfen in einem (25 x 25 x 25) mm großen Gehäuse (zwei Prüfrichtungen) lieferte die in Tabelle 4.1 zusammenfassend dargestellte Leistung.
| Tabelle 4.1: Zusammenfassung der in den Abbn. 4.28 bis 4.25 dargestellten Ergebnisse | ||
| Testfehler | Signal/Stör - Abstand | Abb.. |
| Backlay- und Oberflächenprüfung mit D-ADEPT- Prüfköpfen 3 mm Oberflächennut | 20 dB |
Fig 4.23:
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| Prüfung der prüfkopffernen Oberfläche mit einem D-ADEPT-Prüfkopf 2 mm prüfkopfferne Oberflächennut (Wanddicke = 25 mm) | 20 dB |
Abb 4.24:
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| Volumenprüfung mit D-ADEPT- Prüfköpfen 2 mm Querbohrung angeschallt durch eine austenitische Schweißnaht | 20 dB |
Abb 4.25:
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| Volumenprüfung mit D-ADEPT- Prüfköpfen. 2 mm Querbohrung angeschallt durch austenitisches Grundmaterial | 30 dB |
Abb 4.25:
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| Backlay- und Oberfiächenprüfung mit D-ADEPT- Prüfköpfen (1 x 0,5) mm Nut angeschallt durch ein 4 mm dickes Backlay | 20 dB |
Abb 4.23:
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![]() Abb 4.26: Vergleich: Konventionelle Schweißnaht / Engspaltschweißnaht |
Für diesen Schweißnahttyp war neben der Durchstrahlungsprüfung eine vollständige Ultraschallprüfung einschließlich Tandemprüfung gefordert. Die Volumenprüfung konnte mit SEL- Prüfköpfen überwiegend problemlos realisiert werden. Probleme ergaben sich bei der Tandemprüfung, weil die klassische Tandemtechnik im Bereich der Schweißnaht wegen der hohen Interface- Reflektivität versagte.
Alternativ wurde die LLT- Technik und die Nebenecho 1- Methode erprobt und an zwei 4 mm großen und einem 8 mm großen Tandemfehler miteinander verglichen. Die Testfehler lagen alle in 40 mm Tiefe und unterschiedlichen Positionen zur Schweißnaht; die 4 mm Fehler im Grundmaterial und an der prüfkopfnahen Schweißnahtflanke, der 8 mm-Fehler an der prüfkopffernen Schweißnahtflanke (s. Abb. 4.27). Folgende Ergebnisse wurden erzielt:
4.5.3.1 Klassische Tandemtechnik
Das gegebene Prüfproblem wurde danach mit Hilfe der LLT- Technik für die Grundmaterial- und Schweißnahtflankenprüfung und mit
der Nebenecho 1- Methode in Verbindung mit der direkten Longitudinalwelle für die Schweißnahtvolumenprüfung gelöst [170].
Fig 4.27:
Vergleich der Tandem- und der Tandemersatzprüftechniken; Wanddicke des Testkörpers: 80 mm
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