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Die 4. Internationale Konferenz über zerstörungsfreie Prüfung im Bauwesen fand an der Universität von Liverpool vom 8.4. bis 11.4.1997 statt. Die Konferenz wurde vom British Institute of Non-Destructive Testing organisiert und unterstützt von der University of Liverpool, der DGZfP, der Institution of Civil Engineers, der Institution of Highways and Transportation, der Institution of Structural Engineers und der Concrete Society.
Der Vorsitzende des Programmkomitees war Professor J.H. Bungey von der Universität Liverpool. Er wurde assistiert von Professor O. Buyukozturk vom MIT, Professor M.C. Forde von der Universität Edinburg, Prof. A. Long von der Queens Universität Belfast, Dr. S. G. Millard und Dr. M.N. Soutsos von der Universität Liverpool, Professor Dr. T. Oumoto von der Universität Tokio und Dr. H. Wiggenhauser von der BAM. Der von Professor Bungey herausgegebene zweiteilige Konferenzband enthält 64 Beiträge. Sie repräsentieren die wesentlichen ZfP-Applikationen unterteilt nach Anwendungen für Gebäude, Brücken, Tunnel und entsprechende Konstruktionen aus Mauerwerk, Stahlbeton und Stahl sowie für Straßenbeläge. Die Beiträge reflektieren den gegenwärtigen Wissensstand in Bezug auf Zustandsanalysen und Lebensdauereinschätzungen und schließen jüngste Forschungen zur Anwendung zerstörungsfreier Techniken ein, die eine bessere Einschätzung der Verfahren selbst zum Ziel haben. Die internationale Bedeutung der Artikel ergibt sich auch daraus, daß die Autoren aus 22 Ländern von 4 Kontinenten stammen. | ![]() |
An der Konferenz selbst nahmen mehr als 70 Delegierte teil. 52 davon waren Autoren und hielten Vorträge aus ihrem Wissensgebiet. Insgesamt wurden 12 teilweise parallele Sitzungen zu folgenden Hauptthemenbereichen unter jeweiliger Leitung eines anerkannten NDT-Experten durchgeführt:
Den jeweiligen Vorträgen schloß sich eine Diskussion zwischen den Sitzungsteilnehmern an, die in erster Linie dem Erfahrungsaustausch zugute kam. Zwischen den Vorträgen konnten sich die Teilnehmer im Foyer über ZfP-Geräte verschiedener Hersteller anhand von Präsentationen informieren.
Im Eröffnungsvortrag wies Dipl.-Ing. C. Flohrer (HochTief) aus Sicht der Bauindustrie darauf hin, daß der Bedarf an NDT wächst. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, seien verläßliche Ergebnisse wichtig. Nur durch noch engere Zusammenarbeit zwischen NDT-Spezialisten und den Bauingenieuren, durch Standardisierung und qualifiziertes Prüfpersonal seien diese zu erreichen. Hierzu gehören vor allem auch Wiederholungsmessungen; denn ein falsches Ergebnis könne ein gesamtes Meßverfahren in Verruf bringen. Es gelte aus den Erfahrungen zu lernen. Inwieweit Europas größtes Bauunternehmen HochTief an diesem Ziel und an der Weiterentwicklung von zerstörungsfreien Prüfverfahren im Bauwesen mitarbeitet, verdeutlichte Herr Flohrer anhand praktischer Beispiele. Hierzu gehörten u. a. die Ortung von Fugenrissen an Unterwasserbetonkonstruktionen mit dem Impact-Echoverfahren und die Ortung von Bewehrungen und Spannkanälen mit Radar in Kombination mit einem Bewehrungssuchgerät.
Auch der Hauptredner Professor O. Buyukozturk (MIT) wies auf den Bedarf an Standardisierung hin und plädierte für die Entwicklung effizienterer Meßverfahren. Ein Schwerpunkt war hierbei der Einsatz eines Radar Antennenarrays bei Höchstfrequenzen in Zusammenhang mit Modell- und Rekonstruktionsrechnungen.
Einen weiteren Höhepunkt bildeten die Ultraschalluntersuchungen an Beton zur Ortung von Spannkanälen und Verfüllungsmängeln in Spannkanälen. Es hat sich gezeigt, daß sich das in der BAM in VII.31 entwickelte Verfahren der berührungslosen Ultraschallaufnahme mit einem Laservibrometer durchgesetzt hat und nun auch von anderen Arbeitsgruppen eingesetzt wird. Weiterhin wurden verschiedene Anwendungen von SAFT-Rekonstruktionen vorgestellt.
Auffallend war der relativ große Anteil an Forschungsberichten zu den Grundlagen der Radaranwendung im Bauwesen. Es wurden jedoch auch viele praktische Anwendungen vorgestellt. Im Rahmen der Radar-Sitzungen wurde das im letzten Jahr begonnene BriteEuRam Projekt Sub-surface Radar as a Tool for Non-destructive Testing and Assessment in the Construction and Building Industries (RADAR) vorgestellt, an dem auch die BAM beteiligt ist. Von der Concrete Society in UK wurde darauf hingewiesen, daß demnächst Richtlinien zur Durchführung von Radarmessungen als zerstörungsfreie Prüfmethode im Bauwesen herausgegeben werden.
Aus einer Reihe von Beiträgen konnte bereits die Einsicht vieler NDT-Anwender abgelesen werden, daß eine Kombination verschiedener Prüfverfahren die Interpretation der Meßergebnisse wesentlich erleichtert. Ebenso wurde berichtet, daß rechnerische und statistische Verfahren sowohl zur Planung als auch zur Interpretation von Messungen beitrugen.
Abschließend faßte Professor Bungey (Universität Liverpool) die wesentlichen Höhepunkte der Konferenz zusammen. Der Weg zu mehr Akzeptanz in der Industrie führt nach seiner Meinung über gute Ausbildung und Training aber auch über gute Dokumentationen. Festzustellen sei das wachsende Interesse an Tomografieverfahren und bildgebenden Darstellungen überhaupt. Den Forderungen nach mehr Standardisierung schloß er sich an. Während der Bedarf an zerstörungsfreien Prüfungen im Bauwesen wächst, sei man leider allzuoft noch in einer Trouble Shooting Rolle. Professor Bungey stellte einen Bedarf an kleinen Prüffirmen fest, für deren Gründung die NDT-Gesellschaft eine Schlüsselrolle trüge. Am Schluß seiner Rede kündigte er die Fünfte Internationale Konferenz NDT-CE in Japan im Jahr 2000 an.
Professor T. Oumoto lud im folgenden alle Anwesenden zu dieser im April 2000 an der Universität von Tokio in Tokio stattfindenden Konferenz ein.
Ebensogut wie das Konferenzprogramm war das Beiprogramm organisiert. Am Abend des zweiten Konferenztages hatten die Teilnehmer Gelegenheit, das Merseyside Maritime Museum innerhalb der Albert Docks zu besichtigen. Am darauffolgenden Abend fand in Derby and Rathbone Hall das Conference-Dinner statt, zu dem alle Teilnehmer und die Repräsentanten der Universitäten und des British Institute of NDT erschienen. Den Organisatoren der Konferenz sei an dieser Stelle nochmals für die gute Vorbereitung und erfolgreiche Durchführung der Konferenz gedankt.
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