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Probleme mit dem Rißnachweis bei Radreifen des Hochgeschwindigkeitszuges ICE
Die Deutsche Bahn wußte nach Expertenansicht um die Probleme mit dem Rißnachweis bei Radreifen des Hochgeschwindigkeitszuges ICE. "Der Bahn war bekannt, daß die Radreifen auf Risse geprüft werden mußten", sagte Prof. Hermann Wüstenberg, Vorsitzender des Fachausschusses für Ultraschallprüfung der Deutschen Gesellschaft für zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) im Gespräch mit NDTnet.
Zu Beginn der ICE-Entwicklung habe die Bahn auf ein Prüfsystem gesetzt, das bei Rädern mit geringer Laufleistung "gut deutbare Ergebnisse" bringt. Aber bereits im Mai 1996 habe die Bahn AG die Entwicklung eines neuen Prüfsystems eingeleitet, weil sie die Schwächen des alten Systems erkannt hatte.
Lediglich Radreifen mit kürzeren Laufzeiten seien bislang mit der "Oberflächenwellen-Prüftechnik" geprüft worden. Dabei kann mit einem Ultraschall-Impuls die gesamte Lauffläche des Rades in einem Durchgang untersucht werden. "Diese Oberflächenwellen können aber schon durch kleine Störungen, z.B. Wassertropfen oder Ölfilm auf dem Radreifen zu ungenauen Aussagen führen." Insbesondere die Zerrüttungserscheinungen auf der Oberfläche durch längeren Betrieb verfälschen die Prüfaussage. "Wenn es interessant wird, ist die Aussagefähigkeit stark eingeschränkt." Mit zunehmender Laufleistung des Rades seien die Daten zum Rißnachweis immer unschärfer.
Die im Mai 1996 diskutierten neuen Prüftechniken sollten sowohl mit einem erheblich verbesserten Ultraschall-Verfahren und mit einer ergänzenden Wirbelstrom-Prüfung arbeiten. Warum davon bis heute nur die verbesserte (- z.Z in der Erprobung sich befindende - ) Ultraschall-Prüfung und nicht auch die der Bedeutung des Problems angemessene ergänzende Wirbelstrom-Prüfung zu einem redundanten und sicheren Prüfsystem fortentwickelt worden sind, bleibt offen.
Da den Betreibern der Bahn schon sehr früh, spätestens im Mai 1996, die Probleme der von ihnen am Beginn des ICE Betriebes favorisierten "Oberflächenwellen-Technik" bei der Untersuchung von Radreifen bekannt waren, müssen sie nun die Frage beantworten: Was ist in der Zwischenzeit geschehen, um diese bekannte Sicherheitslücke zu schließen?
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