Die große Unbekannte lag im verborgenen: Bisher war keine zuverlässige Aussage möglich über die Qualität und Haltbarkeit der Verbindungen. Hier setzten Glaube und Hoffnung an: Man muß glauben, daß es gut klebt und hoffen, daß es möglichst lange hält. Die Forscher des Saarbrücker Fraunhofer-Instituts für zerstörungsfreie Prüfung IZFP sahen eine Chance, den Klebverbindungen mit einem bewährten Prüfverfahren zu Leibe zu rücken - dem Ultraschall. »Das Prinzip«, so die Spezialistin Dr. Silvia Faßbender, »haben wir klar definiert: Der Ultraschall sendet sinusförmige Ultraschall-wellen aus und wir bewerten das zurückkommende Echo.« Eine fehlerfreie Klebverbindung sendet reine Sinuswellen zurück. Das geschieht aber nur, wenn die sogenannten Rückstellkräfte, das sind die gleichgewichthaltenden Kräfte zu einer äußeren Krafteinwirkung, linear sind. Das heißt umgekehrt: Kehrt eine verzerrte Sinuswelle zurück, so weichen die Rückstellkräfte vom linearen Verlauf ab und es liegt eine schlechte Klebung mit geringer Haftfestigkeit vor. Je stärker die Verzerrung, desto schlechter haftet die Verbindung. »Das Ergebnis«, so Silvia Faßbender, »kann aber noch genauer differenziert werden: Mit dem Ultraschallverfahren können wir sogar Fehlertypen wie Luft, Feuchtigkeit oder Schmutz unterscheiden.« Damit wäre ein Quantensprung in der Klebtechnik geschafft. Nun testen die Fraunhofer-Forscher verschiedene Klebverbindungen, um breite Anwendungsfelder für das Prüfverfahren zu eröffnen.
Dr.-Ing. Silvia Faßbender
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Fraunhofer-Institut für zerstörungsfreie Prüfverfahren
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Rolf Diederichs 30. Jan.1996, info@ndt.net