Theorie und Praxis Regelwerk
Expertverlag 1995
Kontakt & Studium; Bd. 377: Werkstoffe
ISBN-3-8169-1078-5
Mit 340 Seiten, 204 Bildern und 210 Literaturstellen
© Expert Verlag;
D- 71272 Renningen Malmsheim.
Homepage: http:www.expertverlag.de
Unser Kommentar:
Ein Buch welches neben dem speziellen Thema der austenitischen Problemstellung, besonders in den
Kapiteln 4 und 5 mit ca. 100 Seiten, jedoch auch über allgemeine Themen der Ultraschalltechnik und
auf EMAT (EMUS) Prüfköpfe besonders eingeht.
Rolf Diederichs
In dem Maße wie akustisch anisotrope Werkstoffe, zu denen auste
nitisches Schweißgut, austenitische Plattierungen, auch austenitischer Guß und neuerdings auch Hochleistungsverbundwerkstoffe in
sicherheitsempfindlichen Anlagen ebenso wie einkristalline Werk
stoffe, beispielsweise für Turbinenschaufeln gehören, wird es in zu
nehmendem Umfang zur Ausbildung der Ultraschallprüfer gehö
ren, sich mit den Gesetzmäßigkeiten der Schallausbreitung in diesen
Werkstoffen vertraut zu machen.
Dabei muß der Ultraschallprüfer sich mit der Erkenntnis anfreun
den, daß die Ultraschallwellen in diesen Werkstoffen nicht diesel
ben Longitudinal- und Transversalwellen wie in den ihm vertrauten
akustisch isotropen Werkstoffen sind. Die charakteristischen Eigen
schaften dieser Ultraschallwellen, Phasengeschwindigkeiten und
Schwingungsrichtungen (Polarisationen), hängen nun nämlich von
der elastischen Anisotropie des Materials ab, so daß
Weil akustisch anisotrope Werkstoffe wie Schweißgut und Plattie rungswerkstoff andere akustische Eigenschaften als isotrope Werk stoffe haben, müssen sich auch die Prüftechniken unterscheiden: Die Anwendung konventioneller Prüftechniken auf diese Prüfpro bleme kann nur dann Erfolg haben, wenn man dabei die physika lischen Vorgänge bei der Ultraschallausbreitiing kennt. Ohne diese Kenntnisse gibt es auch darüber hinaus keine problemangepaßte Prüftechnik, geschweige denn eine hinreichende Aussagesicherheit bei der Prüfung. Das vorliegende Fachbuch unternimmt es, den für die Ultraschall prüfung akustisch anisotroper Werkstoffe erforderlichen Wissens stoff zusammenzutragen, um das "know-how" und die Prüftechnik der Prüfpraxis besser zugänglich zu machen und die Prüftechnik der Standardisierung näherzubringen. Es werden zunächst die physika lischen Grundlagen der Schallausbreitung in akustisch anisotropen Werkstoffen behandelt, soweit sie für die Ultraschallprüfung dieser Werkstoffe benötigt werden. Dabei wird die Betrachtung alsbald auf einen vergleichsweise einfachen Spezialfall akustisch anisotropen Werkstoffs, den Werkstoff mit Texturanisotropie, für den austeniti sches Schweißgut und austenitischer Plattierungswerkstoff Beispiele sind, eingeengt. Danach werden problemangepaßte Prüfkonzepte erörtert. Die in den letzten Jahren entwickelten Prüftecliniken, ba sierend sowohl auf piezoelektrischer als auch elektromagnetischer Ultraschall-(EMUS-)Wandlung werden vorgestellt. Schließlich wer den Prüfanleitungen, Richtlinien, Normen und Regelwerke, die für diese Prüfungen bisher aufgestellt wurden, behandelt.
Die einzelnen Kapitel sind voneinander unabhängig, so daß das Buch auch zum Nachschlagen geeignet ist. Es wendet sich ent sprechend an den gesamten Leserkreis aus Werkstoffprüfern, Tech nikern, Ingenieuren und wissenschaftlichen Mitarbeitern in Quali tätsstellen von Firmen der stahlerzeugenden und -verarbeitenden Industrie und auch der Hersteller und Verarbeiter der (akustisch anisotropen) Verbundwerkstoffe, der chemischen Industrie, des Kes selbaus und der Energiewirtschaft, in Prüfaufsichts- und Überwa chungsstellen, in Unternehmen und Institiiten des Prüfdienstes.
Das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) hat in den siebziger und Achtziger Jahren die Untersuchungen auf dem Gebiet der UltraschaRprüfung austenitischer Schweißverbin dungen, deren Ergebnisse in diesem Buch dargestellt sind, finanziell gefördert. Dafür danken wir.
Ebenso habe ich für Mitarbeit und Hilfe vieler Kollegen zu danken. Dies gilt in erster Linie für Herrn Dipl.-Ing. Munzikoti K. Vijayen dra, mit ihm zusammen wurde ein Großteil der in den Kapiteln 1 und 2 dargestellten Ergebnisse erarbeitet. Herrn Dipl.-Ing. Klaus Matthies danke ich für Diskussionen und wertvolle Hinweise. Herr Wolfgang Gieschler hat bei der Herstellung des Satzes umsichtig und kenntnisreich geholfen, wofür ich ebenfalls danke.
E. Neumann Berlin, im Dezember 1994