DGZfP-JAHRESTAGUNG 2002

ZfP in Anwendung, Entwicklung und Forschung

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Neue Vorschriften im Strahlenschutz - Was ändert sich in der Praxis für die Radiographie?

H.-J. Malitte, BAM, Berlin,
B. Sölter, DGZfP; K.-O. Cavalar, Pulheim,
E. Reinhardt, StAfA, Köln
Kontakt: B. Sölter, E. Reinhardt, H.-J. Malitte

Zusammenfassung

Mit der vom Bundesministerium für Umwelt novellierten Strahlenschutzverordnung vom 20.7.2001 wurden die Richtlinien 96/29/EURATOM zur Festlegung der grundlegenden Sicherheitsnormen für den Schutz der Gesundheit der Arbeitskräfte und der Bevölkerung gegen Gefahren durch ionisierende Strahlung und die Richtlinie 97/43/EURATOM über den Gesundheitsschutz von Personen gegen Gefahren ionisierender Strahlung bei medizinischer Exposition in innerstaatliches Recht umgesetzt. Die Anpassung der Röntgenverordnung ist zur Zeit noch nicht abgeschlossen, daher wird bezüglich der RöV der derzeitige Novellierungsstand wiedergegeben.

Wichtigste Neuerungen für die ZfP

  • Absenkung der Dosisgrenzwerte für die Bevölkerung und für die Arbeitskräfte.
    Die Dosiswerte für Kat. A- und B- Personen sind der Tabelle 1 zu entnehmen.
  • Tabelle 1:Dosisgrenzwerte im Kalenderjahr
  • Neue Grenzwerte für die Bereiche nach Strahlenschutz- und Röntgenverordnung.
    (siehe Tabelle 2 und Bild 1 )
  • Bild 1: Strahlenschutzbereiche

    Tabelle 2: Bereiche und Grenzwerte nach StrlSchV und RöV
  • Änderungen beim ortsveränderlichen Umgang.
    Abgrenzung und Kennzeichnung bei 40 m Sv/h und kleiner 120 m Sv/Woche. Sowie Beachtung des Bevölkerungsgrenzwertes von 1 mSv/Kalenderjahr. (Dies wird noch in den Musterumgangsgenehmigungen geregelt.)
  • Änderung der ortsveränderlichen Anmeldefristen. Hierzu werden Regelungen in den Musterumgangsgenehmigungen erlassen.
  • Beschäftigung in fremden Anlagen (§ 15 StrlSchV, § 6 RöV)
    Unbefristete Genehmigungen müssen bis zum 1.8.2003 in neue befristete Genehmigungen umgestellt werden. Neuer Antrag erforderlich!
  • Neue Messgrößen und neue Messgeräte innerhalb der nächsten 10 Jahre.
    Derzeitig muß ein Korrekturfaktor von 1,3 für Ir 192, Se 75, Yb 169 und Röntgenstrahlung zwischen 50-400 kV berücksichtigt werden.
  • Erstellung von Strahlenschutzanweisungen für den ortsfesten und ortsveränderlichen Umgang innerhalb von 2 Jahren.
  • Beschäftigung in fremden Anlagen und Betrieb mit fremden Einrichtungen
    (§ 15 StrlSchV, § 6 RöV)
  • Veränderung der Fristen für Unterweisungen. Unterweisung (Belehrung) jetzt 1x jährlich.
  • Genehmigungspflicht für alle Röntgeneinrichtungen in der technischen Radiographie, ausgenommen Hochschutz- und Vollschutzgeräte.
  • Die Fachkunde im Strahlenschutz muss jetzt alle 5 Jahre aktualisiert werden. übergangsvorschriften sind der Tabelle 3 zu entnehmen.
  • Tabelle 3: Übergangsvorschriften für die Fachkundeaktualisierung
  • Neue Freigrenzen. Daraus ergibt sich evtl. eine Erhöhung der Deckungsvorsorge.
  • Aufnehmen der Uranabschirmungen in Arbeitsbehältern und Kollimatoren in die Umgangsgenehmigung.

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