DGZfP-JAHRESTAGUNG 2003

ZfP in Anwendung, Entwicklung und Forschung

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Über die Anfänge der europäischen Konferenzen für zerstörungsfreie Prüfung

Hermann-Josef Kopineck, Dortmund
Prof. Dr. rer. nat. Dr.-Ing. E. h. Hermann-Josef Kopineck, von 1974-1983 Vorsitzender des DGZfP-Vorstandes
Kontakt: Kopineck Hermann Josef Prof.Dr.Dr.-Ing.E.h.

1 Einleitung:

Vor rund 25 Jahren, an den Tagen 24.-26.April 1978, fand in Mainz die erste Europäische Konferenz für Zerstörungsfreie Prüfung statt, zu der die DGZfP die Fachkollegen aus den Nachbarländern Europas eingeladen hatte. Als damaliger Vorsitzender hatte ich, der Autor, die Freude und Ehre, viele ZfP-Freunde aus Europa und insbesondere auch die Präsidenten der europäischen ZfP- Gesellschaften in Mainz willkommen zu heißen.
Damit wurde ein zwei Jahre vorher geträumter Traum Wirklichkeit, der glücklicherweise bis in diese Zeit anhält. Mit der DGZfP-Jahrestagung 2003 fiel das 25-jährige Jubiläum dieser ersten Europäischen ZfP-Konferenz zusammen, worüber sich die Tagungsorganisatoren und alle Teilnehmer freuen konnten!
Wie begann das nun alles? Und wie setzten sich die Anfänge fort? Darüber soll hier berichtet werden, also über das Thema: "Von den Anfängen der europäischen Konferenzen für Zerstörungsfreie Prüfung" und zudem über deren Fortsetzungen. Dazu muss zunächst in das Jahr 1976 zurückgeblickt werden.

In der ersten Hälfte von 1976 wurde die DGZfP, wie viele andere ZfP-Gesellschaften der Welt, von den französischen COFREND-Kollegen zur 6. Weltkonferenz für ZfP nach Cannes eingeladen. In den Vorstandssitzungen der DGZfP wurden die erforderlichen Vorbereitungen besprochen. Gleichzeitig mit dieser Weltkonferenz-Einladung erhielt die DGZfP eine Einladung zur Teilnahme an einer weiteren Konferenz , die von den ZfP-Gesellschaften der Anliegerstaaten des Pazifischen Ozeans organisiert wurde - zur sogenannten PAN-PACIFIQUE-Conference. Von dieser Einladung inspiriert, habe ich, der Autor, bei einer Vorstandssitzung angeregt, eine äquivalente, regionale Konferenz auch in Europa einzuführen!
Die Vorstandskollegen, Eberhard Mundry und Helmut Schaper, und der Geschäftsführer Wolfgang Bock waren nach langer, hilfreicher Diskussion mit diesem Vorschlag einverstanden. Als nächstmöglicher Zeitpunkt schien das Jahr 1978 geeignet zu sein, mit dem Vorbehalt, die Jahrestagung der DGZfP mit einer solchen internationalen Tagung zu verbinden, um viele Vorträge und Teilnehmer aus der Bundesrepublik für diese Konferenz zu sichern.
Die Ortswahl fiel auf die Stadt Mainz, sowohl wegen ihrer verkehrsgünstigen Lage, wie z.B. Autobahnabfahrt, Nähe zum Frankfurter Internationalen Flughafen, Eisenbahnhaltestelle der Schnellzüge, als auch, weil die Mainzer Rheingoldhalle (Bild 1) ein großzügiges Kongresszentrum mit gekoppeltem Hotel anbot.

Mit Rücksicht auf die internationale ZfP-Welt wurde beschlossen, den genannten Vorschlag bei der Weltkonferenz in Cannes vorzutragen und den Präsidenten und die Mitglieder des ICNDT um ihre Zustimmung zu bitten, nachdem zuvor auch der DGZfP-Beirat diesem Vorhaben zugestimmt hatte.
Dies geschah auch. Als deutsches Mitglied des ICNDT habe ich diesen Vorschlag bei den ICNDT- Sitzungen in Cannes vorgetragen, nachdem ich an den Vortagen bereits einige europäische Kollegen informiert hatte und auf Zustimmung gestoßen war, so u.a. bei den Herren Prof. Paul de Meester aus aus Belgien und Giuseppe Nardoni aus Italien. Dank der Unterstützung durch die vielen europäischen ICNDT-Mitglieder wurde der DGZfP-Vorschlag akzeptiert. Dabei wurde zusätzlich festgelegt, dass alle regionalen Konferenzen stets zwischen den Zeiten der Weltkonferenzen liegen sollen. Diese Regelung gilt noch heute.
Bei den ICNDT-Sitzungen in Cannes wurde noch ein weiterer deutscher Vorschlag angenommen: In den Satzungen des ICNDT war festgelegt, dass den Mitgliedern, die sich für die Zerstörungsfreie Prüfung bzw. für die Belange des ICNDT besonders eingesetzt haben, eine spezielle Ehrung zuteil werden kann: die Verleihung eines "Certificate of distinction". Eine solche Auszeichnung war bis 1976 einigen Präsidenten und Organisatoren zurückliegender Weltkonferenzen zugeteilt worden. Die erste Weltkonferenz in Brüssel 1955, damals noch "Internationale Tagung für zerstörungsfreie Prüfverfahren" genannt, war von den beiden Herren Prof. Dr. Otto Vaupel, BRD, und Prof. Dr. George Homez, Belgien, angestoßen und organisiert worden. Daher haben Herr Dr. Rudi O. Schumacher und ich als deutsche ICNDT-Mitglieder vorgeschlagen, diesen beiden Herren die genannte Ehrung zukommen zu lassen und sie bei der nächsten Weltkonferenz zu überreichen. Dieser Antrag wurde mit großer Zustimmung angenommen!

2 Erste Europäische Tagung für Zerstörungsfreie Prüfung

Nach der Rückkehr von Cannes begann die Arbeit der Vorbereitung dieser Europäischen Konferenz. Zunächst wurden alle Präsidenten der europäischen ZfP-Gesellschaften von dem neuen Vorhaben informiert und sie und ihre Mitglieder um Teilnahme und zugleich um die Einreichung von Vortragsvorschlägen gebeten.
Wir erhielten viel Zustimmung und auch viele Vortragsanmeldungen, von denen die meisten akzeptiert wurden, so dass danach das Programm zusammengestellt werden konnte. Bild 2 zeigt im linken Bildteil die Einbandvorderseite des mit 55 Seiten sehr umfangreichen Programms in deutscher, englischer und französischer Sprache.
Zu dieser großen Resonanz trug sicher bei, dass in allen, auch parallel stattfindenden Konferenzsitzungen Simultanübersetzungen für die Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch angeboten werden konnten, dank der finanziellen Förderung sowohl durch das Deutsche Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) als auch durch die Kommission der europäischen Gemeinschaften (KEG).

Im Vorwort des Einladungs- und Programmheftes hieß es: "... die Tagung möge der Anfang weiterer europäischer ZfP-Aktivitäten sein". Das Europa-E auf dieser Seite wurde nach einem Vorschlag von Wolfgang Bock mit europäischen zerstörungsfreien Merkmalen aufgefüllt, also mit "ZfP, NDT und END".
Auch das Angebot einer Prüfgeräteausstellung fand großen Anklang, so dass die Teilnehmer in Mainz eine umfassende Darstellung der europäischen ZfP-Gerätetechnik erleben konnten, die für viele Teilnehmer erstmalig und bedeutungsvoll war. Aus dem Schriftwechsel mit den damaligen europäischen ZfP-Präsidenten ging die begeisterte Zustimmung für unsere Initiative hervor, die uns natürlich zusätzlich sehr motiviert hat.
Die Erste Europäische ZfP Konferenz (1. ECNDT) fand 1978 in Mainz statt. Ihre Bedeutung und ihr Erfolg lassen sich am besten an den Zahlen ablesen (Bild 2).

Unter dem Hauptthema "Neuere Entwicklungen und besondere Verfahren der ZfP" kamen bei der Konferenz in Mainz mehr als 1400 Fachleute zusammen, davon ca. ein Drittel aus dem Ausland, aus 26 verschiedenen Staaten bzw. Gesellschaften. Durch das bereits genannte umfassende Simultanübersetzungsangebot in drei Sprachen konnten 92 Vorträge, davon 33 aus dem Ausland, ins Programm aufgenommen werden.

Der deutsche Bundesminister für Forschung und Technologie, Herr Dr. Hauff, hatte die Schirmherrschaft über die Tagung übernommen. Dazu hatte der Ministerpräsident des Bundeslandes Rheinland-Pfalz, Herr Dr. Bernhard Vogel, über seinen Minister für Wirtschaft und Verkehr, Herrn Dr. Hollenbrock, ebenso wie der Generaldirektor für Industrie und Verkehr der Kommission der Europäischen Gemeinschaft, Herr Petrik, eine Förderung unserer Konferenz zugesagt.
In der Eröffnungssitzung konnten nicht nur die europäischen Gäste begrüßt werden, sondern auch aus den USA der technische Direktor der ASNT, Herr Anderson, und aus Japan Herr Imoto sowie die Vertreter der eben genannten, diese Konferenz fördernden Institutionen, so der Staatssekretär im BMFT, Herr von Stackelberg, und der für die Forschungsförderung zuständige Direktor der Kommission der Europäischen Gemeinschaft, Brüssel, Herr Evans, sowie der Leiter der Abteilung Stahl, Herr R. Nauche.

Ein wichtiger Punkt dieser Sitzung war die Übergabe der genannten Ehrenurkunden des ICNDT. Ich hatte dem amtierenden Präsidenten des ICNDT, dem australischen ZfP-Präsidenten Herrn Hearth, vorgeschlagen, die Urkunden des ICNDT den Herren Professoren Dr. George Homez und Dr. Otto Vaupel in Mainz zu übergeben, da beide Herren aus Gesundheitsgründen nicht in der Lage waren, an der 1979 in Melbourne stattfindenden Weltkonferenz teilzunehmen. Herr Hearth hatte zugestimmt, aber sein Nichtkommen entschuldigt und Herrn Fifer als seinen Stellvertreter vorgeschlagen. Da Frau Fifer aus Deutschland stammte, flogen beide nach Berlin, wo Herr Bock sie in Empfang nahm und schließlich mit ihnen nach Mainz fuhr. Nachdem ich in der Eröffnungssitzung Herrn Fifer vorgestellt hatte, übergab er in einer bewegenden Ansprache den beiden um die globale ZfP-Verständigung verdienten Herren die Urkunden des ICNDT "Certificate of distinction" (Bild 3), in deren Texten ihre Verdienste besonders hervorgehoben waren. Bild 4 zeigt die Übergabe an Herrn Prof. Otto Vaupel.

Den beiden Herren war die Rührung anzumerken, so dass auch im Zuhörerbereich Taschentücher in Aktion treten mussten. Im Anschluss an die Konferenz erhielt ich von Herrn Homez einen mich erneut tief berührenden Dankesbrief, den er in der in seiner Schulzeit üblichen Sütterlinschrift geschrieben hatte. Auch Otto Vaupel hat später betont, wie überrascht er von dieser Ehrung gewesen sei, ein Grund für Herrn Dr. Schuhmacher und mich, uns zu freuen, dass unser Vorschlag in Cannes solche gute Wirkungen hatte. In der Eröffnungssitzung habe ich über "Gedanken zur Europäischen Zusammenarbeit im Bereich der ZfP" vorgetragen und dabei Themen diskutiert, die in den Besprechungen mit den Präsidenten der ZfP-Gesellschaften weiter vertieft werden konnten. Insbesondere wurde dabei über den Komplex "Harmonisierung der Inhalte der Ausbildung von ZfP-Prüfpersonal" gesprochen.

Zudem berichtete Eberhard Mundry über "Neuere Entwicklungen und besondere Verfahren der ZfP".
Parallel zu den Vortragssitzungen fand ein umfassendes Damen- bzw. Rahmenprogramm statt, das die die Teilnehmer begleitenden Damen zu den kulturellen Höhepunkten der Stadt Mainz und ihrer Umgebung führte, so u. a. in die berühmte Altstadt mit dem ehrwürdigen Dom und zum Gutenberg-Museum, das allen einen umfassenden Einblick in die erste Zeit des Buchdrucks vermittelte. Weiterhin wurde eine Reise in die nördlich von Mainz gelegene Eifel durchgeführt mit Besichtigung des Zentrums der Halbedelsteinfertigung in Idar-Oberstein.
Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz hatte zu einem abendlichen Empfang eingeladen, der insbesondere bei den ausländischen Gästen großen Anklang fand.
Dazu waren an den freien Abenden viele Teilnehmer in den entzückenden Alt-Mainzer Gaststätten anzutreffen, wo der bekannte gute Rheinwein dieser Region eifrig probiert bzw. studiert wurde. Hier wurden auch viele persönliche Bekanntschaften zwischen den Teilnehmern neu geschlossen bzw. bestehende aktiviert.
Zum Abschluss der Konferenz waren die Teilnehmer und ihre Damen zu einem festlichen Abend ins Kurfürstliche Schloß gebeten worden, dessen prunkvoller Saal durch die Mainzer Karnevalsendungen im ZDF unter "Mainz bleibt Mainz!" bekannt war und in dem auch 2003 viele Veranstaltungen der DGZfP-Jahrestagung stattfanden. An jenem Festabend konnten noch einmal die europäischen Kontakte zwischen den Tagungsteilnehmern betont bzw. weiter verbessert werden.
Höhepunkt des Abends war die "Damenrede" von Herrn Professor Dr. Paul De Meester, der in gekonnter, eindrucksvoller Weise einen Lobpreis auf die reizenden Damen sagte, mal in Deutsch, dann wechselnd ins Französische bzw. Englische und ab und zu garniert mit einem flämischen Bonmot aus seiner Heimatstadt Leuven.
Da war es dann ganz natürlich, daß sich bei der Schlussveranstaltung am nächsten Tag Trauer ausbreitete, dass die Konferenz vorüber sei. Diese Trauer wich aber großer Freude, als den Teilnehmern bekannt gemacht wurde, dass die europäischen Präsidenten die Fortsetzung dieser europäischen Tagung beschlossen und dann entschieden hätten, zur nächsten Europakonferenz 1981 nach Wien einzuladen. Mit diesem Schlussakkord ging dann eine erlebnis- und erfolgreiche Woche der europäischen ZfP-Geschichte zu Ende.

Zur Vollständigkeit ist zu bemerken, dass Mainz 78 nicht die erste europäische Zusammenkunft von ZfP-Experten war. Denn veranlasst durch die 1. Weltkonferenz in Brüssel 1955, beschloss die Firma Gevaert ein internationales Symposium für industrielle Radiographie in Antwerpen-Mortsel zu veranstalten, das großen Anklang fand. Danach folgten weitere Veranstaltungen von Gevaert, die 6. und letzte war 1974. Prof. Homez leitete diese Symposia als Tagungspräsident, an denen Experten aus Westeuropa und den USA als Vortragende und auch als Zuhörer teilnahmen. Nach meiner Kenntnis hat u.a. Eberhard Mundry in einem Symposium vorgetragen. Auch soll Dierk Schnitger als junger ZfP-Anfänger bei einer dieser Tagungen gewesen sein.
Mit der Zustimmung des ICNDT bei der Weltkonferenz in Cannes 1976 über den Start der europäischen ZfP-Konferenzen beendete Gevaert seine Veranstaltungsreihe, da deren Themen in speziellen Teilen der europäischen Konferenzen behandelt werden sollten.

3 2. ECNDT, Wien 1981

Wie gerade angedeutet, hatte in Mainz die österreichische ZfP-Arbeitsgruppe, die zum Verein "Eisenhütte Österreich" gehörte, zur zweiten europäischen Konferenz für ZfP für die Zeit vom 14. bis 16. September 1981 nach Wien eingeladen. Der Tagungspräsident, Prof. Dr. Eckehard Krainer, und der Vizepräsident, Dipl.-Ing. Alfred Silber, und viele Mitarbeiter organisierten gemeinsam diese Tagung, die in den illustren Räumen der Wiener k.u.k.-Hofburg (Bild 5) unter dem Ehrenschutz des Bundespräsidenten der Republik Österreich stattfand. Das Generalthema der Tagung war "Neue Entwicklungen und spezielle Verfahren der Zerstörungsfreien Prüfung, physikalische, technologische und wirtschaftliche Grenzen". Berichte dazu waren von 200 Fachleuten angemeldet worden, von denen 150 angenommen und vorgetragen wurden. Erneut hatten die Veranstalter eine Simultanübersetzung in Deutsch, Englisch und Französisch bei allen Vorträgen in zwei Parallelsitzungen ermöglichen können. Präsident Krainer hatte mich gebeten, als Präsident der 1. Europäischen Konferenz nach seiner Begrüßungsansprache ebenfalls ein Grußwort zu sagen. Die europaweite Resonanz auf den Vortragsaufruf und auf die Einladung zur Teilnahme war groß. Einige Zahlen zeigt Bild 6. Es kamen Experten aus 27 europäischen Ländern bzw. ZfP-Gesellschaften und zudem aus 9 überseeischen Staaten in die Stadt Wien, die ebenso wie Mainz durch ihre geographische Lage und günstige Verkehrsanbindung gute Voraussetzungen für alle Teilnehmer bot. Die Zahl von 700 Teilnehmern war erfreulich.

6% der Teilnehmer kamen aus überseeischen und 7% aus osteuropäischen Ländern. Alle Vorträge gliederten sich gut in das genannte Hauptthema der Konferenz ein. So wurden viele Berichte zu den klassischen ZfP-Verfahren gehalten, erweitert um Bereiche der Gamma- und Neutronenradiographie, der Schallemission und der röntgenographischen Spannungsmessung, der Thermographie und der photoakustischen Analyse. Auch das Thema "Ausbildung von ZfPrüfpersonal" wurde in einigen Vorträgen behandelt.

Jeder der drei Konferenztage begann mit einem Hauptvortrag, zu denen europäische Experten geladen worden waren, so Herr Dubressin aus Paris, Herr Mundry aus Berlin und die Herren Birkbeck, Farbley und Wise aus Großbritannien.
Im gastfreundlichen Wien nahmen die Rahmen- und Damenveranstaltungen wieder eine wichtige Stellung ein. Erwähnenswert sind: ein Begrüßungscocktail in der Wiener Hofburg und ein Heurigenabend im bekannten Wiener Vorort Grinzing. Die Wiener Tagung war insgesamt gesehen sehr erfolgreich und fand große Zustimmung und breite Resonanz bei den Teilnehmern, so dass die Ankündigung einer 3. Europäischen ZfP-Konferenz für 1984 in Florenz und eine entsprechende Einladung dazu von Präsident Nardoni mit großem Beifall aufgenommen wurde.

4 3. ECNDT, Florenz 1984

Wie eben bemerkt, hatte beim Treffen der europäischen Präsidenten in Wien der Präsident der italienischen ZP-Gesellschaft AIPnD, Herr Giuseppe Nardoni, beantragt, die 3. Europäische ZfP-Konferenz in Italien zu veranstalten. Als Tagungsort hatte Herr Nardoni Florenz vorgeschlagen. Dieser Vorschlag war gerne angenommen worden.

Mit großer Energie stürzte sich AIPnD in die Kongressvorbereitung. Schon 1982 erhielten die europäischen ZfP-Gesellschaften einen informativen Brief der AIPnD über Ort und Zeit der geplanten 3. Europäischen ZfP-Konferenz, der 3. ECNDT, und kurz danach die Einladung mit Vortragsaufruf und dem Angebot einer Geräteausstellung. Die Eröffnungssitzung fand im Palazzo dei Congressi statt. Der AIPnD-Präsident, Herr Giuseppe Nardoni, von befreundeten Kollegen gerne als "Caro Amico Seppi" begrüßt, hatte mit seinen Mitarbeitern, insbesondere Herrn Professor Tonolini, die Hauptarbeit der Kongressvorbereitung geleistet. Er begrüßte die zahlreichen Teilnehmer und Gäste, und vor allem die Ehrengäste. Danach waren die beiden Präsidenten der vorhergehenden Konferenzen, Herr Krainer und ich, gebeten worden, ein Grußwort zu sprechen. Auch Paul Höller konnte der Bitte um einen kurzen Beitrag folgen und sprach über Forschung und Entwicklung in der ZfP mit Schwerpunktarbeiten seines Instituts in Saarbrücken. Ebenso berichtete Herr Klyev aus Moskau über spezielle Arbeiten und Probleme der ZfP in der Sowjetunion.
Einige Zahlen der Konferenz sind in Bild 7 zusammengestellt.

An den Vorträgen in vier Parallelsitzungen nahmen ca. 1000 Delegierte aus 36 Ländern bzw. von europäischen ZfP-Gesellschaften, einschließlich Italien, teil.
Im Anschluß an die Konferenzeröffnung wurde eine große Geräteausstellung eröffnet.
58 Aussteller aus 36 Ländern boten ihre Geräte und Anlagen an. Zusätzlich zu den genannten Teilnehmern kamen weitere 500 Personen, die nur die Ausstellung besuchen wollten. Daraus kann die damalige Bedeutung der Ausstellung bzw. Konferenz für die italienische Industrie ersehen werden.

Die meisten der dargebotenen Vorträge betrafen wieder die klassischen ZfP-Verfahren, dazu solche mit Schwerpunkt auf besondere Anwendungen, wie Stahlindustrie, Verkehrstechnik, Luftfahrt, Schweißtechnik, Sicherheitsprobleme und wirtschaftliche Fragen, Materialeigenschaften, Off-Shore-Technik und zudem Fragen der Ausbildung und Qualifikation von ZfPrüfpersonal.
Neben den Vortragssitzungen gab es viele Sondersitzungen, so z.B. der Präsidenten der europäischen ZfP-Gesellschaften. In einer dieser Sitzungen konstituierten sich die Präsidenten auf Vorschlag von Herrn Nardoni als "EUROPEAN COUNCIL ON NDT", abgekürzt ECNDT. Sie legten dabei wiederum Ort bzw. Gesellschaft für die nächste Tagung fest, nämlich: gemäß einem Angebot des "British Instituts for NDT" wurde zur 4. Europäischen ZfP-Konferenz nach London eingeladen mit Zeitpunkt September 1987. Außerdem konnten bei den Besprechungen Bestrebungen zu Harmonisierung und Qualifizierung der Ausbildung von ZfP-Personal vereinbart werden. Daneben wurden in den vielen schönen Gaststätten von Florenz - außer Fachgesprächen - auch neue Bekanntschaften über Ländergrenzen hinweg geschlossen.
Die europaweite Bedeutung der Konferenz kann auch aus der Aufteilung der Vortragenden abgelesen werden: aus Italien und der Bundesrepublik Deutschland kamen gleichwertig etwa 21 %, aus Frankreich ca. 12 %, aus Großbritannien ca. 8 %, aus der Sowjetunion 7 %. Neben Experten der europäischen Gesellschaften hatten sich auch Besucher und Vortragende aus den USA, aus Japan, Kanada und Taiwan angemeldet.
Für das umfangreiche Damen- und Rahmenprogramm bot die reizvolle Stadt Florenz viele Möglichkeiten. So gab die Stadt einen Empfang im alten Rathaus, dem Palazzo Vecchio, in der Kirche Santa Croce (Bild 8) fand eine feierliche Preisverleihung statt, umrahmt von musikalischen Darbietungen, so u.a. durch das Orgel-Trompetenkonzert von Saint Saens, das die bekannte Begleitmusik zu den Eurovisionsdarbietungen im Fernsehen enthält, wodurch erneut der europäische Charakter der Konferenztage herausgestellt werden konnte. Präsident Nardoni gab in seiner Ansprache bekannt, daß Professor Tonolini den Maximilian-Kolbe-Preis, den internationalen Journalistik-Preis, erhalten würde für seinen wertvollen Beitrag bei der Gestaltung der italienischen ZfP-Zeitung "Il Giornale delle Prove non Distruttive". Schließlich war für ein festliches Bankett eine alte toskanische Medici-Villa ausgesucht worden.
Die möglichen Ausflüge in den Abendstunden in die zahlreichen rustikalen Restaurants boten gute Gelegenheit zur erneuten Ausweitung persönlicher Bekanntschaften und Freundschaften.

Für die deutschen Teilnehmer hatte die DGZfP eine Gruppenreise organisiert, an der sich viele Mitglieder beteiligten. Die Rückreise begann mit einer Autobusfahrt nach Pisa, wo natürlich der "Schiefe Turm" besichtigt und auch bestiegen wurde. Auf dem Rückflug zunächst nach Frankfurt trennten sich dort die Reisenden der verschiedenen Bundesländer in spezielle Weiterflüge. Viele Teilnehmer aus NRW zogen das Angebot der Lufthansa zur Fahrt im Lufthansa- Express dem Weiterflug vor. Dabei gab es eine letzte Möglichkeit, das Erlebte erneut zu diskutieren. Wir konnten festhalten, dass sich mit der Florenz-Tagung die europäischen Konferenzen endgültig etabliert hätten und dass daher mit Interesse bereits auf die Tagung in London gewartet würde.

5 4. ECNDT, 1987 London

Die 4. Europäische ZfP-Konferenz fand vom 13. bis 17. September 1987 in London statt. Sie stand unter der Schirmherrschaft Seiner königlichen Hoheit, des Prinzen Philipp, Herzog von Edinburg, und fand in dem relativ neuen Konferenzzentrum "Königin Elisabeth II." (Bild 9) statt. Bei der feierlichen Eröffnung der Konferenz wurden die Teilnehmer sowohl vom Präsidenten des BINDT, Herrn Dr. Oates, als auch vom Bürgermeister - in festlichem Ornat - herzlichst begrüßt. Dr. Oates erhielt als Kennzeichen seines Amtes als neuer ECNDT-Präsident eine von Herrn Nardoni entworfene silberne Medaille, in die die Silhouetten der drei Grazien aus dem Gemälde "Prima Vera" von Botticelli und die Namen der Präsidenten der bisherigen Europäischen ZfP-Konferenzen eingraviert waren. Oates versprach, die Medaille nach der Konferenz in London weiterzugeben.

Laut Teilnehmerliste hatten sich 700 ZfP-Experten aus 36 Staaten und nahezu allen europäischen ZfP-Gesellschaften angemeldet.115 Personen nahmen zudem nur am Rahmen- bzw. Damenprogramm teil.
Spezielle Übersichtsreferate betrafen ausgesuchte Themen. Sie waren daher besonders gut besucht. So berichtete Viktor Hauk über "Verfahren zur Bestimmung von Eigenspannungen, Stand der Technik und Entwicklungsrichtungen" und Rudolf Trumpfheller über "Benutzung der ZfP zur Zuverlässigkeitsprüfung von druckführenden Komponenten in Kernenergieanlagen" sowie Paul Höller über " Forschung und Entwicklungsarbeiten im Fraunhofer-Institut für ZfP". Außerdem wurde von Mitarbeitern der Firma "British Gas" über die eindrucksvollen Unterwasserinspektionen von Rohrleitungen und Konstruktionselementen berichtet, wie auch von Dr. Farley von Babcock Energy Ltd. über seine automatische Ultraschallinspektion von Reaktor-Druckkesseln während ihrer Herstellung. Prof. Paul de Meester aus Leuven, Belgien, beschrieb die Entwicklung der ZfP-Technologie von Verbundwerkstoffen als neue, wichtige Werkstoffe beim Flugzeugbau.
Die Teilnehmerzahlen (Bild 10) verteilten sich auf die einzelnen Gesellschaften wie folgt:

Vereinigtes Königreich216
BRD116
Frankreich81
Italien29
USA29

Die Fachberichte wurden in mehreren Parallelsitzungen vorgetragen mit Übersetzungen in die Sprachen Deutsch und Französisch, teilweise auch in Italienisch und Spanisch.
In einer Industrieausstellung von 75 europäischen Ausstellern wurden viele Neuigkeiten vorgestellt.

Das Damen- und Rahmenprogramm war sehr gut organisiert und brachte die Teilnehmer zu den sehenswürdigen Punkten von London und Umgebung. In der St. Martins-in-the-Field Cathedral (Bild 11) wurde ein herausragendes Konzert geboten, zu dem leider nur 150 Karten verteilt werden konnten. Am letzten Abend fand ein großes Bankett in der Guildhall unter dem Vorsitz von Präsident Dr. Oates statt. Der offiziellen Begrüßungsrede von Dr. Oates folgten Erwiderungen der Gäste, u.a. durch den DGZfP-Vorsitzenden, Herrn Klaus Egelkraut, und durch Herrn Giuseppe Nardoni.

Der traditionelle Londoner Regen war an den Konferenztagen abbestellt, so dass die mitgeführten Regenschirme nie benötigt wurden.
In einer Sitzung des ECNDT wurde ein erster Entwurf für eine Satzung vorgelegt, über den aber erst später abgestimmt werden sollte.
Der Präsident der jugoslawischen ZfP-Gesellschaft, Herr Kovacevic, lud abschließend die europäischen ZfP-Gesellschaften zur nächsten, der 5. Europäischen ZfP-Konferenz für 1991 in sein Land nach Sarajevo ein. Diese Einladung wurde dankend angenommen.

6 Zu den Konferenzen 5. bis 8. ECNDT, 1991-2002

Die Konferenz in Sarajevo mußte leider - bei einer außerordentlichen Sitzung des European Councils - einige Jahre später wegen der beginnenden kriegerischen Ereignisse im damaligen Jugoslavien wieder abgesagt werden.
Die damit gegebene Lücke in der europäischen Zusammenarbeit wurde durch einige weitere außerordentliche Zusammenkünfte des European Council überbrückt. Da war es dann erfreulich, daß die Kollegen der französischen ZfP-Gesellschaft COFREND durch ihren Präsidenten, Herrn Roger Roche, die Initiative ergriffen und die Europäer zur 6. ECNDT für die Zeit 24.-28. Oktober 1994 nach Nizza einluden.

Als Autor möchte ich dazu etwas Persönliches sagen: Nach der Rückkehr von der Weltkonferenz 1992 in Sao Paulo wurde ich leider durch eine schwere Krankheit getroffen und durch deren Folgen stark bewegungsbeeinträchtigt. Daher habe ich weder nach Nizza noch zu den Folgekonferenzen nach Kopenhagen und Barcelona reisen können. Deshalb muss ich meine Bemerkungen zu diesen Konferenzen auf Notizen in der deutschen ZfP-Zeitung und dem britischen BINDT-Journal beschränken.

Der Bericht über die Konferenz in Nizza ist vor allem ein Loblied auf das französische Geschick, wichtige Zeremonien so hervorragend zu inszenieren, dass sie großen Anklang finden, so in Nizza z.B. die Eröffnungsveranstaltung oder das Galadinner. Auch konnten Sitzungen des Europäischen Rates für ZfP, des ECNDT, stattfinden, bei denen wiederum gemeinsame Aktivitäten beschlossen wurden; u.a. ein Basisabkommen zur gegenseitigen Anerkennung der Zertifikationssysteme aller europäischen ZfP-Gesellschaften.
Den Abschluß der Konferenz bildete der Beschluß, die 7. ECNDT in Kopenhagen abzuhalten. Herr Bjarne Larsen, Präsident der dänischen ZfP-Gesellschaft, sprach am Ende eine förmliche Einladung aus mit der launischen Bemerkung, dass er nicht zusagen könnte, die Kopenhagener Konferenz besser zu machen als die von Nizza, aber dafür auf jeden Fall "dänischer!"

Diese dänische Europakonferenz, die 6. ECNDT, fand vom 26. bis 29. November 1998 in Kopenhagen statt. Auch sie wurde gut besucht, nämlich von mehr als1000 Teilnehmern, ein erneutes Zeichen, dass sich die europäische ZfP-Idee immer mehr festsetzte. Als Tagungsort war das "RADISSON-SAS Falconer Center" gewählt worden, das zugleich als Hotel angenehme Möglichkeiten der Konferenzteilnahme bot. Zur Eröffnung begrüßten Präsident Larsen und ein Beamter des dänischen Amtes für Umwelt und Energie die Tagungsteilnehmer. Danach hielt Herr Dijkstren vom niederländischen RTD einen Vortrag über die Situation der ZfP in der Industrie als notwendiges Instrument für die Produktionsqualität.
Herr Husarek aus Paris hatte die Aufgabe übernommen, altverdienten europäischen ZfP-Experten die Ehrenpreise des Organisationskomitees zu überreichen, nämlich an Prof. Ermikow aus Rußland für seine Echoamplitudenberechnungen bei verschiedenen Reflektoren, an Peter Krebs, Altpräsident der Schweizer ZfP-Gesellschaft für seine Arbeit bei der Personalzertifizierung und an M. Lund, Dänemark, für seine Entwicklungsarbeiten bei automatischen Prüfsystemen.

Besondere Bedeutung hatte in Kopenhagen das Thema" Qualifizierung und Zertifizierung von ZfPrüfpersonal". Ihm waren 12 Vorträge zugeordnet. Die internationale Harmonisierung der Ausbildung des Prüfpersonals ist ein noch offenes Problem, das erneut behandelt werden sollte, obwohl bei der WCNDT 1995 in Las Vegas ein weltweit akzeptiertes Abkommen über diesen Sachverhalt beschlossen worden war. Der bisherige europäische Rat für ZfP, das European Council for NDT (ECNDT), gründete als neue Organisation die Europäische Föderation für ZfP, die European Federation for NDT; abgekürzt EFNDT. Es wurde beschlossen, diese EFNDT als einen eingetragenen Verein in Brüssel registrieren zu lassen.
Das Damen- und Rahmenprogramm enthielt u.a. einen Empfang im historischen Rathaus von Kopenhagen und einen Festabend im Konferenzsaal des Kongresszentrums. Dazu kamen mehrere Firmenempfänge, so u.a. von AGFA im Tivoli und von KODAK in der alten Börse. Am Tagungsende lud Herr Emilio Romero, einem Beschluss des EFNDT entsprechend, die europäischen ZfP-Kollegen zur 8. Europäischen ZfP-Konferenz nach Barcelona ein.

Diese 8. ECNDT wurde am 18. Juni 2002 im "Palau de Congressos de Barcelona" vom Präsidenten der spanischen ZfP-Gesellschaft in Anwesenheit des Bürgermeisters der Stadt eröffnet. Nach Herrn Romero begrüßte dann auch der ICNDT- Präsident, Herr Nardoni, die Teilnehmer. EFNDT-Präsident Roche konnte danach den EFNDT-Award 2002 verleihen, nämlich posthum an den leider 1999 verstorbenen früheren DGZfP-Vorsitzenden Herrn Professor Dierk Schnitger für sein unermüdliches Arbeiten und Eintreten für die internationale Zusammenarbeit und den Zusammenschluss der europäischen ZfP-Gesellschaften im EFNDT. Auch Präsident Obraz aus Tschechien wurde mit diesem Preis für seine "kontinuierlichen Verdienste um die ZfP in Europa" geehrt.
Am 19. 6. fand in einem alten Palais ein Galadinner statt mit typisch spanischen Speisen und exklusiven Weinen. Insgesamt 1300 Teilnehmer wurden in Barcelona registriert, darunter 400 Aussteller.
Am Tagungsende wurden viele Einladungen ausgesprochen:
Herr Douglas Marshall von der kanadischen NDT-Gesellschaft lud ein zur nächsten, der 16. Weltkonferenz für ZfP, die 2004 in Montreal stattfinden soll. Danach konnte Herr Dr. Link namens der DGZfP zur 9. Europäischen Konferenz 2006 nach Berlin einladen.

Da die DGZfP einen eigenen Informationsstand in Barcelona hatte, der rege besucht wurde, bleibt zu hoffen, dass auch diese 9. Europäische Konferenz ein weiterer Höhepunkt der Verbundenheit der europäischen und auch der deutschen ZfP-Experten wird.

Damit ist das Ende dieses Berichtes erreicht, in dem der Autor einen Kreis oder Bogen spannen konnte und wollte (Bild 12) vom Beginn der europäischen Zusammenarbeit mit der 1. ECNDT 1978 in Mainz bis hin zur kommenden 9. ECNDT 2006 in Berlin. Damit sollte auch gezeigt werden, dass die DGZfP sich intensiv um die europäische Zusammenarbeit auf unserem Spezialwissensgebiet bemüht hat und dass sie Ausgang und Ende dieses ersten Europäischen ZfP-Konferenzkreises ist.
Es bleibt nur zu wünschen, dass nun nach Berlin 2006 - wegen der steten Weiterentwicklung der Zerstörungsfreien Prüfung - sich ein weiterer Kreis der europäischen Konferenzen anschließen wird, der dann am Ende - z.B. im Jahr 2028 - bei einer DGZfP-Konferenz, vielleicht erneut in Mainz, mit dem 50-jährigen Goldenen Jubiläum einen erneuten Höhepunkt finden möge.

Zunächst sei dem Autor wiederum eine persönliche Bemerkung als Danksagung erlaubt:
Beim Zusammenstellen der Unterlagen über die vergangenen europäischen Konferenzen habe ich auf vielerlei Hilfen zurückgreifen können, u.a. hatte ich glücklicherweise vor meiner Pensionierung die in meinem früheren Büro gesammelten DGZfP-Unterlagen mit nach Hause genommen und dort mit Zustimmung meiner Familie gelagert. Dazu hatte auch Herr Bock in der DGZfP-Geschäftsstelle ein wohlgeordnetes Archiv über vergangene Aktivitäten angelegt. So konnte er mir mit vielen Unterlagen wie Bildern, Berichten und Zahlen helfen. Nach seinem Weggang übernahmen Frau Salac und Frau Rienecker dankenswerterweise diese helfende Aufgabe. Auch dadurch konnte ich in viele Akten Einsicht erhalten. Zusätzlich bekam ich auch von einigen deutschen und europäischen Kollegen Hilfe. Über die Gevaert-Seminare informierte mich detailliert Herr Gerhard Krüger, und Herr Aufricht übersandte mir Bilder von Wien.
Die Diapositive bzw. Folien wurden von Mitgliedern der Berliner DGZfP-Geschäftsstelle angefertigt. Auch hierbei waren Frau Salac und Mitarbeiter sehr hilfreich.

Allen genannten Beteiligten gilt daher mein besonders herzlicher Dank für ihre hervorragende und selbstlose Mitarbeit und Unterstützung. Wie in den zurückliegenden Vorstandsjahren konnte ich mich wiederum wie in einer großen Familie fühlen.

Zum Abschluß soll das Mitgeteilte kurz zusammengefasst werden: Dabei sei noch einmal auf Bild 12 zurückverwiesen.
Vor 25 Jahren fand hier in Mainz der Erste Europäische ZfP-Kongress statt, zu dem die DGZfP ihre europäischen Kollegen eingeladen hatte. Die Resonanz war sehr groß; nahezu alle europäischen Schwestergesellschaften sagten ihre Teilnahme zu und reichten durch ihre Mitglieder viele Vortragsvorschläge ein. Das Programm der Tagung enthielt Berichte aus allen Fachdisziplinen unserer Wissenschaft, ergänzt durch eine umfassende industrielle Geräteausstellung. Das Damen- und Rahmenprogramm bot vielfältige Möglichkeiten an, die kulturellen Schönheiten von Mainz kennenzulernen. Zum Abschluß der Konferenz hatten wir die Teilnehmer und ihre Damen zu einem festlichen Abend ins "Kurfürstliche Schloß" gebeten. An diesem Abend konnten noch einmal die intereuropäischen Kontakte zwischen den Teilnehmern betont bzw. verbessert werden. Höhepunkt des Abends war die "Damenrede" von Herrn Prof. Dr. Paul de Meester, der in eindrucksvoller Weise einen Lobpreis auf die reizenden Damen sagte, mal in Deutsch, dann wechselnd ins Englische oder Französische und ab und zu garniert mit einem flämischen Bonmot aus seiner Heimatstadt Leuven.

Während der Konferenz fanden zum ersten Mal Sitzungen der Präsidenten der europäischen ZfP-Gesellschaften statt, zu denen wir eingeladen hatten und bei denen über gemeinsame Probleme und Fragen diskutiert wurde.
So wurde der Kongress in Mainz zu einem wichtigen Ereignis, durch das viele neue fachliche und persönliche Kontakte geknüpft werden konnten.
Dieser Anfang war so erfolgreich, dass die europäischen Präsidenten beschlossen, weitere Kongresse folgen zu lassen. Daher gab es Einladungen für 1981 nach Wien, dann 1984 nach Florenz und 1987 nach London und danach nach Nizza, Kopenhagen und Barcelona.
2006 soll die 9. Europäische ZfP-Konferenz zur DGZfP nach Berlin zurückkehren.

Parallel zu den Vorträgen hatte ich die Präsidenten der europäischen ZfP-Gesellschaften zu Gesprächen über gemeinsame Probleme und Aufgaben eingeladen. An diesen Zusammenkünften beteiligten sich fast alle europäischen Gesellschaftspräsidenten.

Aus diesen zunächst zwanglosen Besprechungen der Präsidenten der europäischen ZfP-Gesellschaften wurde in diesen Jahren eine feste Einrichtung, aus der dann die heutige EFNDT hervorging. Herr Prof. Dierk Schnitger hat sich später für diese Entwicklung besonders intensiv eingesetzt, wofür ihm dann der EFNDT-AWARD 2002 posthum verliehen wurde.

Diese Besprechungen und Konferenzen im europäischen ZfP-Bereich haben die Zusammenarbeit und gegenseitige Abstimmung in Forschung, Entwicklung und praktischer Anwendung so gefördert, dass der Blick ins neue soeben gestartete Jahrtausend Zuversicht verbreiten kann. Die geplante 9. Europäische Konferenz 2006 in Berlin wird dies mit Sicherheit noch einmal bestätigen und vertiefen.

Abschließend darf ich als Autor in einer wiederum persönlichen Aussage festhalten, dass die DGZfP und auch ich, zusammen mit den seinerzeit aktiven Mitgliedern von Vorstand, Geschäftsführung und Beirat und unseren Nachfolgern auf diese Entwicklung unserer "Kinder", sowohl der europäischen ZfP-Konferenzen als auch der gemeinsamen Treffen der europäischen ZfP-Präsidenten, dem jetzigen EFNDT, etwas stolz sein können und daß wir diesen inzwischen groß gewordenen Kindern ein weiterhin gutes, erfolgreiches Wirken wünschen, damit wir in weiteren 25 Jahren, wenn wir noch gesund sind, eventuell wiederum in Mainz, das Goldjubiläum dieser Kinder feierlich begehen können.

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