DACH - Jahrestagung 2004 Salzburg

ZfP in Forschung, Entwicklung und Anwendung

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Zerstörungsfreie magnetinduktive Prüfung stahlseilarmierter Fördergurte

J. Klein, O. Gronau, M. Leesker, Deutsche Montan Technologie, Bochum
Kontakt: Jürgen Klein

Kurzfassung

Stahlseilfördergurte sind die Hauptschlagader der Produktenförderung in den unterschiedlichsten Industrien (Berg-, Tunnel- und Tagebau, Kraftwerken, Hafenbetrieben u.v.m.). Zum Teil werden sie sogar zur Personenfahrung eingesetzt. Damit haben sie hohe betriebliche und sicherheitliche Anforderungen zu erfüllen. Als Stetigförderer sind sie permanent im Einsatz und grossen Belastungen ausgesetzt. Aufschlagendes Fördergut, Verschleiss der Gummideckplatten und Materialermüdungen führen zu Schädigungen und Korrosion an den Stahlzugträgern (Seilen) im Inneren. Die zerstörungsfreie magnetinduktive Fördergurtprüfung liefert exakte Auskünfte über Seilschäden, Auffälligkeiten an den Endlosvulkanisationen (Verbindungen) und in der Seilteilung.

Das Messsystem besteht im wesentlichen aus Permanentmagneterregern mit Spulensensoren. In den Sensoren kommt eine Kombination von zwei Verfahren zum Einsatz:

  • das magnetische Streufeldverfahren (LF), zur Erfassung magnetischer Streufelder an örtlichen Inhomogenitäten (z. B. Draht-, Litzen- und Seilbrüchen, Korrosion) und
  • die magnetische Flussmessung (LMA), die Änderungen des metallischen Querschnitts erfasst (z. B. Korrosion, Seillücken, Unregelmässigkeiten in der Seilteilung).

Durch eine optimierte Sensorbreite von 80 mm können Schädigungen in der Breite des Gurtes genügend genau lokalisiert und die Endlosvulkanisationen (Verbindungen) sicher genug beurteilt werden. Neueste Geräteentwicklungen bei der DMT tragen der fortschreitenden digitalen Speichertechnologie Rechnung (zugelassenes Messsystem für brand- und explosionsgefährdete Bereiche).

Die festgestellten Schädigungen werden entsprechend ihres Einflusses auf die Betriebssicherheit klassifiziert. Die Ergebnisse der Prüfung werden in einem betreiberfreundlichen Übersichtsschaubild als Gurtfahne graphisch dargestellt. Ein Inspektionsbericht bewertet die Betriebssicherheit, zeigt Entwicklungen und Anlagenbesonderheiten (z. B. aussermittige Beschickung, ungünstige Übergabesituationen, Schieflaufproblematiken) und empfiehlt angepasste Prüfzyklen für wiederkehrende Prüfungen.

Betriebsausfälle bzw. Unfälle mit Personenschäden bei der Befahrung infolge nicht rechtzeitig erkannter Schäden an den Stahlzugträgern können vermieden werden. Notwendige Reparaturen oder Instandsetzungen werden planbar. Anstehende Massnahmen können zeitlich und wirtschaftlich auf den Betrieb abgestimmt eingeleitet werden.

STARTHerausgeber: DGfZPProgrammierung: NDT.net