DACH - Jahrestagung 2004 Salzburg

ZfP in Forschung, Entwicklung und Anwendung

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Digitale Radiographie - Einsatzmöglichkeiten und Erfahrungsberichte in der industriellen ZFP

Karl Winkler, KWW, Karl Winkler Werkstoffprüfung, Linz (A)
Kontakt: Ing. Karl Winkler

Kurzfassung

Einleitung

Durch die immer fortschreitende Entwicklung der digitalen Technologie kann bei der industriellen Durchstrahlungsprüfung ein neuer Weg beschritten werden.
Die Fa. KWW ist in Europa einer der ersten Dienstleistungsunternehmen, welches die Anwendungsmöglichkeiten der digitalen Durchstrahlungsprüfung bereits seit über 2 Jahren untersucht und gemeinsam mit dem Hersteller ( Fa. Fuji) verifizierte.
Der Unterschied zur herkömmlichen Durchstrahlungsprüfung liegt darin, dass anstatt des Röntgenfilmes, eine digitale Speicherfolie verwendet wird, die durch einen Laserscanner der nachfolgenden Bildverarbeitung zugeführt wird. Durch den Einsatz einer weiteren Bildverarbeitung, kann auch die ganze Palette der Strahlenquellen (Röntgen, Ir 192, Se 75, Co 60) verwendet werden, um ein entsprechendes qualitativ hochwertiges Ergebnis zu erzielen.

Einsatzmöglichkeiten (Auszugsweise):

Nachweis von Erosionen und Korrosionen in Apparaten, Kesseln, Rohrleitungen, Armaturen, Pumpen etc.

  • Vermessen von Geometrien (z.B. Wanddicken, etc.)
  • Auffinden von Ablagerungen oder Fremdkörpern in Rohrleitungen
  • Prüfung von Gusstücken unterschiedlichster Bauteilgeometrien
  • Nachweis von Korrosionen an armierten Betonbauteilen sowie Feststellung der Lage von Armierungen

Die Vorteile:

Die Vorzüge kommen bei den vorangeführten Anwendungsfällen zum Tragen, wo die digitalisierte Durchstrahlungsprüfung neue Aufgaben und Möglichkeiten eröffnet und auch die Qualität gleichzeitig gesteigert wird. Die Belichtungszeiten für alle Strahlenquellen betragen etwa 5 - 10 % der Belichtungszeiten für Filme der Klasse G3. Dabei kompensieren die vielfältigen Darstellungsmöglichkeiten die etwas geringere Auflösung der digitalen Radiographie gegenüber herkömmlichen Filmen. Aufgrund des großen Objektumfanges sind dabei die Speicherfolien für die Prüfung von Komponenten mit erheblichen Dickenunterschieden besonders geeignet. Durch diese wesentliche Verminderung der Belichtungszeit, ergeben sich absolut neue und wirtschaftliche Einsatzmöglichkeiten, z.B. die Schattenaufnahme an Rohrleitungen im isolierten Zustand (auch während des Betriebes möglich). Daneben ermöglicht die Digitalisierung eine Reihe von Bildverarbeitungsmöglichkeiten wie Filterung, Segmentierung, Korrekturen, Verstärkung, Aufzählung und Darstellung von Profilen. Der Ausschuss bleibt dabei gering. Die Anzahl der Aufnahmen, die aufgrund falscher Belichtungszeiten nicht verwendet werden konnten, ist stark reduziert. Da alle Bilder in digitaler Form vorliegen, können Bildübermittlung, Auswertung und Beurteilung von mehreren Partnern mittels E-Mail erfolgen. Die Kombination von Speicherfolien und Strahlenquellen eröffnet neue Möglichkeiten für die Zustandsermittlung an Prozessanlagen.

Die Dokumentation:

Durch das Vorhandensein von digitalen Informationen liegen die Möglichkeiten für die Dokumentation klar auf der Hand. Speicherungen auf Festplatten, CDs oder versenden via E-Mail für den raschen Informationszugang mehrerer Partner sind nur am Rande bemerkt.
Ein wesentlicher Bestandteil ist durch die digitale Dokumentation auch dort gegeben, wenn gleiche Prüfstellen in gewissen Abständen nachgeprüft und verglichen werden sollen.

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