Ein Journal auf dem Internet

Vorwort über dessen Marketingfunktion und Zukunftsmöglichkeiten.
Von Rolf Diederichs , Ultrasonic Testing OnLine .

Die Perspektiven des Internets
Das Jahr 1995 war ein Jahr, in dem das Internet auch für viele Bürger mittlerweile bekannt wurde. War es doch vorher, wenn man es überhaupt kannte, dann häufig mit einer Internet-Welt (Grafik) der Computer -"Hacker" assoziiert. Diese Wende bedeutet nun nicht, daß jeder über einen Zugang verfügt, aber es ist eine positive Stimmung zum Internet entstanden. Die Umsetzung in eine praktische Teilnahme steht bei vielen auf dem Plan und ist nur eine Frage der Zeit.

Ich schließe mich der jüngsten Schätzung von Microsoft an, in denen bis zum Jahre 2000 mit einer Zunahme von derzeit ca. 50 Mill. Teilnehmern auf ca. 500 Mill. Teilnehmer gerechnet wird. Einen Beitrag dazu leistet sicherlich schon alleine Microsoft mit seiner geänderten Online-Strategie. Hat doch MS seine Prioritäten als Online-Anbieter, in Bezug zu MSN, geändert. Es wurde erkannt, daß das Internet mit seinen individuellen Anbietern derart umfangreich ist, daß sich ein privater Anbieter dagegen mehr oder weniger nur zum Internet Zugangsanbieter entwickeln kann. Dies erkennt man auch deutlich an den neuen Werbeinhalten von Compuserve oder T-Online.

Nun, die neue Rolle, die MS für sich sieht, ist die Bereitstellung von Internet-Funktionen direkt aus den MS -Office-Programmen heraus. Dies bedeutet, daß sich das Internet in die Büros integriert und daß schon bald die Kommunikation mit Kunden und Geschäftspartnern verstärkt über das Internet erfolgt.

Findet dies statt, dann werden auch den neuen Nutzern manch andere jetzt schon vorhandene Vorteile des Internet vertraut werden und deren Einsatz steigen. Dazu zählen:

Nicht nur über den Computer alleine wird der Zugang ins Internet erfolgen, ist er doch für viele als Anwender-unfreundliches Gerät verurteilt, neue Hardware, jetzt schon von Philips für März 1996 angekündigt, wird das TV zum Internet-Browser werden lassen. Auch andere kündigen Internet-Mini-Terminals an, zu Preisen unter 1000 US$. Dies alles wird dem Internet einen beachtlichen Schub geben. |Top|

Zum Thema Firmen-Homepage gibt es stark unterschiedliche Ansätze
Es werden Homepage-Seiten für 5 US$ pro Monat, oder neuerdings auch über Compuserve oder AOL in der Mitgliedschaft enthalten, angeboten. Auch gibt es Angebote mit einigen Cents pro Seitenaufruf. Hinterfragen sollte man jedoch die bereitgestellten Serverfunktionen, Bandbreiten, Service und ob man dort überhaupt gefunden wird. Es kann sicher nicht ausreichend sein, dem bekannten Kundenstamm seine nun neue Internetadresse "http://www.xyz.abc/test/homepage/company.htm" mitzuteilen.

Das andere Lager spricht stolz vom eigenem Server. Erstellt man hierzu jedoch mal eine betriebswirtschaftliche Gesamtkostenrechnung, so stellt man häufig fest, daß die Investition durchaus im Bereich von US$ 30.000 bis US$ 100.000 pro Jahr liegen. Die hohen Kosten kommen vor allem dann zustande, wenn außer nur Textpräsentation der Wunsch nach mehr Serverfunktionen wächst. Das Streben danach ist in diesem Falle durchaus sinnvoll, denn wozu hat man sonst überhaupt einen eigenen Server.

Ich persönlich befürworte eher einen mittleren Ansatz. Wählen Sie einen guten Serverprovider, welcher Ihnen die nötigen Funktionen bereitstellen kann, laden Sie auf dessen Platte Ihre Seiten und erwerben Sie eine eigene Domän-Adresse "www.company.com". Sie sind damit schnell und kostengünstig präsent und trotzdem ungebunden, indem sie jederzeit Ihre Seiten auf einen anderen Server legen können. |Top|

Allgemeines zum Electronic Publishing
Wer kennt nicht den steigenden Stapel von Zeitungen und Journalen zu Hause und im Büro. Die gedruckte Information ist nicht mehr "speicherbar", wobei das Wort in doppelter Hinsicht zutrifft. 1. Das menschliche Gehirn ist nicht in der Lage, diese Menge wiederauffindbar abzuspeichern. 2. Das Gedruckte ist physikalisch nur schwer speicherbar. Die elektronische Publikation kann nun wesentliche Vorteile bieten, wobei die Offline-Versionen mit der Diskette oder CD-ROM auch schon wesentliche Vorteile haben, aber in Zukunft durch das neue Online-Medium stark verdrängt werden. Dies trifft auch für Zeitungen und Journale zu, welche immer schnell aktuell sein müssen. |
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Electronic Publishing mit einem Internet Online-Journal
Ich befürworte ein Online-Fachjournal in einer gewohnten Gliederung der gedruckten Journale dem Leser zu präsentieren und somit mit einer für den Leser leichten Navigation. Es wäre nun falsch es dabei zu belassen, der richtige Weg ist jetzt, die elektronischen Vorteile zu nutzen. Dazu zählen jetzt schon die folgenden Funktionen, oder werden bei steigender Bandbreite noch verstärkt, wie: Feedback-Mail, Formulare, Search, Archiv, Chat Room, und Multimedia. Und dies alles kostenlos für die Leser!

Auch zur Verbreitung von Applikationssoftware kann ein Journal wesentlich beitragen, dazu zählen z.B. die Bereitstellung von Downloads für Demoversionen. Vielversprechende Möglichkeiten bietet auch die neue Programmiersprache Java, an der Microsoft die Lizenz erworben hat. Wäre es nicht phantastisch, wenn sich ein Ultraschall-Anwenderprogramm für gelegentliche Nutzung Online mieten ließe? Die Experten der NDT - Applikationssoftware hätten somit eine neue Dimension von Kundenkontakt. |Top|

Einige Skeptiker mögen sagen: "Wir haben oder werden viel Geld in eigene Internet-Präsenz (Homepage) investieren, für was soll dann noch ein Journal auf dem Internet gut sein?"
Meine eigene Internet-Nutzererfahrung lehrte mich, daß die Internet-Informationsvielfalt, jetzt auch schon zum Thema NDT-Ultraschall sehr hoch ist, daß aber einzelne Anbieter häufig nur mühsam zu finden sind oder kaum die Zeit vorhanden ist, diese alle zu besuchen. Durch die eigene Nutzung als Ingenieur stellte ich fest, daß besonders hilfreich solche Internet-Quellen sind, welche Ordnung in dieses "Chaos" bringen und somit eine gute Startseite darstellen. Solch eine Startseite bietet auch das UT-Journal mit der "Virtual Library" an. Dies ist nur ein Beispiel, warum es jetzt schon über 1000 qualifizierte Leser jeden Monat auf das Journal zieht. Nähere statistische Auskunft zu den besuchten Seiten bietet ein Server-Log. Es ist voraussehbar, daß die Zahl der Leser mit dem generellen Internet-Wachstum auf 5000 - 10000 Leser steigen wird. |Top|

Wodurch finanziert sich ein Journal?
Dies kann auf verschiedene Art geschehen, hier ein Beispiel dieses Journals. In erster Linie finanziert es sich in herkömmlicher Art, d.h. durch die Werbung der Anbieter, wie es schon bei gedruckten Medien der Fall ist. Eine andere, mehr innovative Möglichkeit, bietet die "Virtual Exhibition". Alle profitieren von den neuen Möglichkeiten, sogar unsere Umwelt. Wir befinden uns nicht mehr Stunden im Stau, um zu einer Messe zu gelangen, jetzt wählen wir einfach "http://........." und klicken uns bequem von Halle zu Halle. Schon bald werden wir uns an den Ständen in "realtime" mit dem Standpersonal in Verbindung setzen können, welches ebenso bequem und umweltfreundlich in Firmenbüros oder sogar zu Hause sitzen wird.


Es steckt sicherlich auch gesellschaftspolitischer Zündstoff dahinter. Es soll hier nicht befürwortet werden, daß unser Leben und Arbeiten nur noch virtuell stattfindet, aber begleitend ist mit den neuen Online-Möglichkeiten sicherlich ein großer Vorteil zu erzielen. |Top|

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©copyright Rolf Diederichs 30. Jan. 1996, info@ndt.net
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