where expertise comes together - since 1996

Web's Largest Portal of Nondestructive Testing (NDT)
Open Access Database (Conference Proceedings, Articles, News), Exhibition, Forum, Network


NDT.net Issue - 2012-03 - NEWS

Fehlersucher für Offshore-Windparks und Weser-Wehre


Leibniz Universität Hannover 68, Hannover [Germany]
NEWS  
NDT.net Journal
Issue: 2012-03
Berufstaucher lernen im Unterwassertechnikum der Leibniz Universität Hannover, aktuelle Prüf- und Schweißverfahren anzuwenden. Das Unterwasser-Wirbelstrommessverfahren, das dort auch gezeigt wird, ist am PZH gerade erst entwickelt worden.

In der aktuellen „Unterwassersaison“ am Produktionstechnischen Zentrum der Leibniz Universität Hannover (PZH) gibt es gleich zwei verschiedene Lehrgänge: Noch bis Ende Januar lernen Taucher zerstörungsfreie Prüfverfahren einzusetzen, um Schäden an Bauteilen unter Wasser verlässlich erkennen zu können. Ab Februar 2012 steigen dann Taucher mit Schweißausrüstung in das Bassin des dortigen Unterwassertechnikums (UWTH), um ihre Prüfung im Unterwasserschweißen abzulegen.

Der Bedarf an Experten, die unter Wasser nach Schäden fahnden oder bereits entdeckte Risse direkt dort schweißen können, steigt mit jeder Windenergieanlage, die vor den Küsten errichtet wird. Verhängnisvolle Fehler unter Wasser kann es aber auch andernorts geben, beispielsweise in der Weser: Wenn dort ein Wehr repariert werden muss, halten Absperrvorrichtungen das Wasser im Bereich des Wehrs fern. Sie werden mit tief im Boden verankerten Halterungen befestigt. Diese Halterungen, die sogenannten Sohleverankerungslaschen, halten seit mehr als einem halben Jahrhundert den Kräften stand, die das Wasser während solcher Reparaturen auf sie ausübt. Täten sie es nicht, wären Menschen im Wehrbereich während der Reparaturen gefährdet.

Mitte 2011 veranlassten deshalb das Wasser- und Schifffahrtsamt Verden und das Bundesamt für Wasserwirtschaft in Karlsruhe erstmals eine Überprüfung dieser kiloschweren Stahl-Laschen. Beauftragt wurde das Institut für Werkstoffkunde (IW) von Professor Friedrich-Wilhelm Bach. Der Leiter des Bereichs „Zerstörungsfreie Prüfverfahren“ am IW, Wilfried Reimche, entwickelte für dieser Aufgabe mit seinen Mitarbeitern einen neuen, wasserdichten Sensor: Sein Unterwasser-Wirbelstromprüfsensor, den man auf kleinen Rollen auf der Oberfläche des Stahlteils entlangführt, erzeugt im Stahl ein Magnetfeld. Gleichzeitig registriert er, wie das tatsächlich wirkende Magnetfeld durch Fehlstellen beeinflusst wird. Aus diesen Abweichungen können die Ingenieure des IW sehr genau auf oberflächennahe Risse oder Fehlstellen im Bauteil schließen. Verschiedene Ausführungen des Sensors erlauben es, auf gekrümmten Flächen genauso wie in engen Rundungen zu messen.

Wie man dieses neue Unterwasser-Wirbelstrommessverfahren einsetzt, lernen – gleich neben den Büros der Wissenschaftler – die Taucher, die sich im Unterwassertechnikum des IW weiterbilden. Angeboten wird der insgesamt sechswöchige Kurs zum ersten Mal. Die Deutsche Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung e. V. organisiert ihn in Zusammenarbeit mit dem UWTH, darauf gedrängt hatte insbesondere die Firma BARD Offshore, die auf entsprechend ausgebildete Experten angewiesen ist.

Wenn Ende Januar voraussichtlich ein gutes Dutzend neuer Fachleute für zerstörungsfreie Unterwasserprüfungen das Tauchbecken verlassen, stehen die nächsten Taucher schon bereit: die Unterwasserschweißer. Sie kommen zum Lehrgang der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt, die ebenfalls die Möglichkeiten des UWTH nutzt und den einzigen zivilen Lehrgang dieser Art in Deutschland anbietet. Berufstaucher, die bereits schweißen können, lernen hier das Schweißen unter Wasser. Auch bei diesem Lehrgang ergänzen sich Hochschulforschung und Weiterbildung ideal: Die Unterwassertaucher nutzen für ihre vielen Test-Schweißnähte unter anderem neue Unterwasserelektroden, die das Team um Thomas Hassel, Leiter des UWTH, entwickelt hat und die nun zur Marktreife gebracht werden. Der massive Verbrauch während eines Lehrgangs – etwa 1000 Elektroden verschweißt jeder Lehrgangsteilnehmer - bietet den Wissenschaftlern wertvolles Auswertungsmaterial.

More of Leibniz Universität Hannover published in NDT.net
2018-12-01: Investigations on fatigue, fracture mechanics and ultimate limit state of a wind turbine rotor blade – Full scale testing, failure analysis and FEM simulations
2018-12-01: Acoustic Emission Localization Using Airborne Sound: Where Did the Wind Turbine Rotor Blade Crack?
2018-12-01: Performance of an H estimation based damage localization approach in the context of automated Structural Health Monitoring
2018-09-01: Entwicklung einer Bainit-Sensortechnik zur Charakterisierung gradierter Gefügeausbildungen in der Bauteil-Rand- und Kernzone
2018-09-01: Entwicklung einer Hochfrequenz-Induktionsthermografie und -Wirbelstromtechnik zur Fehlerprüfung und Charakterisierung der Schichtsysteme von Triebwerksbeschaufelung im Schaufelkanal
2018-09-01: Bildgebende Schweißpunktprüfung durch Phased Array Technologie – neue Features und Korrelation mit der zerstörenden Prüfung
2018-08-01: Three-dimensional Sound Field Computation and Optimization of the Delamination Detection based on the Re-Radiation Method
2018-08-01: Measurement-Based Model of Structural Sound Transmission in a Concrete Specimen
2018-08-01: Imaging spot weld inspection using Phased Array technology ? new features and correlation to destructive testing
2018-02-01: Influence of AFP process parameters on the temperature distribution used for thermal in-process monitoring
All 66 Articles & News of Leibniz Universität Hannover in NDT.net


© NDT.net - The Web's Largest Portal of Nondestructive Testing (NDT) ISSN 1435-4934

Open Access Database, |Conference Proceedings| |Articles| |News| |Exhibition| |Forum| |Professional Network|