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NDT.net Issue - 2010-07 - NEWS
NDT.net Issue: 2010-07
Publication: e-Journal of Nondestructive Testing (NDT) ISSN 1435-4934 (NDT.net Journal)
NEWS

Die gläserne Schiene Neue bildgebende Darstellung von Ergebnissen der Eisenbahnschienenprüfung von der DGZfP ausgezeichnet

BAM Federal Institute for Materials Research and Testing1324, Berlin, Germany

Schienen werden immer größeren Lasten, höheren Geschwindigkeiten und dichterem Verkehr ausgesetzt, wodurch die Schienen vermehrt geschädigt werden. Um diese betriebsbedingten Schädigungen aufzufinden, werden zerstörungsfreie Ultraschall- und Wirbelstromprüfverfahren eingesetzt.

Eine der größten Herausforderungen hierbei ist die automatisierte Schienenprüfung mit Zügen. Da der Zug bei einer maximalen Geschwindigkeit von 80 km/h Messdaten von rund 300 km Schiene am Tag aufnehmen kann, muss die Bildschirmdarstellung der Messdaten automatisch so aufbereitet sein, dass dem Prüfer nur die relevanten Daten angezeigt werden.

Für den Schienenprüfzug SPZ1 der DB Netz AG entwickelte die BAM in Zusammenarbeit mit der Firma PLR Prüftechnik Linke und Rühe Magdeburg eine neue prüftechnische Lösung, die es ermöglicht, aus den mit zwanzig Ultraschallsensoren aufgenommenen Daten den "inneren" Zustand der Schiene bildhaft und ortsgetreu darzustellen. Dafür wurden beide Partner zusammen mit Deutsche Bahn AG auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung (DGZfP) 2010 in Erfurt mit dem Anwenderpreis ausgezeichnet.

Bei diesem Verfahren finden Algorithmen zur digitalen Signalverarbeitung Anwendung, die eine gleichbleibende Auflösung und Qualität der aufgenommenen Messdaten ermöglichen, unabhängig von der Prüfgeschwindigkeit.

Aus dem rekonstruierten Bild, der so genannten "Gläsernen Schiene", können Art und Ort des Fehlers bestimmt werden. Die automatische Klassifizierung unterscheidet zwischen definierten Formanzeigen (z. B. Bohrungen), Störanzeigen (z. B. Rauschen) und Fehleranzeigen (z. B. rissartige Strukturen). Bei der Datenaufnahme werden in Echtzeit GPS-Koordinaten, Zeitstempel, Kilometermarkierungen und zusätzliche Streckenmarkierungen mit erfasst, so dass die Position der Anzeige im gesamten Schienennetz auf weniger als 150 cm eindeutig zugeordnet werden kann.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Thomas Heckel
Fachgruppe VIII.4 Akustische und Elektromagnetische Verfahren, Arbeitsgruppe Ultraschallsonderprüftechniken
Telefon: +49 30 8104-3686, E-Mail: thomas.heckel@bam.de

 DE  
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